Chemie bei Roche stimmt

Viel Geld mit Krebs- und Grippemedikamenten: Basler Roche darf sich freuen. (Bild: Roche) Roche

Roche meldet gute Halbjahreszahlen mit einem Nettogewinn von 3,24 Mrd. Franken. Das sind 4% mehr als letztes Jahr und liegt über den Erwartungen.

Dieser Inhalt wurde am 20. Juli 2005 - 14:42 publiziert

Die Verkäufe des weltweit grössten Produzenten von Krebs-Medikamenten lag 14% höher als im Vorjahr bei 16,62 Milliarden.

Der Basler Chemie-Multi, dessen beide Einheiten Pharma und Diagnostics das Kerngeschäft darstellen, teilte am Mittwoch mit, dass die Pharma-Sparte für das Wachstum verantwortlich ist: Deren Verkäufe seien mit einer Zunahme von 19% dreimal höher als das globale Marktwachstum von 7% gewesen.

Das sei insbesondere auf die zwei neue Krebsmedikamente Avastin und Tarceva sowie auf das Grippemedikament Tamiflu zurückzuführen. Dessen Verkäufe stiegen im ersten Halbjahr dank einer zwar späten aber schweren Grippesaison sowie der Bestellungen für die Pandemievorsorge um 363% auf 580 Millionen.

Allein in Japan verdreifachte sich der Absatz des Medikaments auf 263 Mio. Franken, während sich das globale Verkaufswachstum mehr als vervierfachte.

Roche-Chef freut sich

Roche-Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Franz B. Humer bezeichnete die Entwicklung im Halbjahr als ausserordentlich positiv. "Das hohe Verkaufswachstum bedeutet weitere Marktanteilsgewinne, und wir konnten unsere Ertragskraft nochmals deutlich stärken", erklärte Humer.

Für das Gesamtjahr hob Roche die Prognosen für die Pharma-Division erneut an. Der Konzern geht für 2005 von einer gegenüber dem bisherigen Ausblick nochmals besseren Betriebsgewinnmarge aus.

Bisher hatte das Unternehmen eine Betriebsgewinnmarge mindestens auf dem Vorjahresniveau von 25,7% in Aussicht gestellt. Roche rechne weiterhin mit einem zweistelligen, über dem Weltmarkt liegenden Umsatzwachstum in lokalen Währungen.

Aufkauf eines ETH-Spin-Offs

Die Konzentration auf das Krebs-Geschäft läuft bei Roche weiter: Bereits am Dienstag hat Roche bekannt gegeben, für 235 Mio. Franken die Zürcher Firma Glycart Biotechnology zu kaufen. Das erst fünf Jahre alte Unternehmen ist ein Spin-Off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und beschäftigt rund 30 Angestellte. Kernstück ist eine selbst entwickelte Technologieplattform, welche die Wirksamkeit therapeutischer Antikörper verstärkt.

Die Firma soll in die Forschungsabteilung der Division Pharma integriert werden. Die Antikörper-Forschung hat insbesondere für die Krebsbekämpfung eine grosse Bedeutung.

Anleger freuen sich

Während der vergleichsweise bescheidene Kauf von Glycart Biotechnology keinen Effekt auf die Börse hatte, stiessen Roches Halbjahreszahlen in der Finanz-Gemeinde auf grosses Interesse.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von knapp 3 Mrd. Franken gerechnet. Auch beim Umsatz übertraf Roche ihre Erwartungen. Das spiegelte sich schon vorbörslich am Morgen: Die Roche-Aktie wurde leicht höher eingestuft. "Wir erwarten keine hohen Umsätze, ausser in Roche", sagte ein Händler.

Novartis geriet hingegen vorbörslich etwas unter Druck: Der Schweizer Branchenführer hatte Anfang Woche ein Rekordergebnis fürs erste Halbjahr mitgeteilt und den Reingewinn um 12% auf 3,1 Mrd. Dollar gesteigert. Auch der Umsatz stieg um 11%. Während das Pharmageschäft sehr gut läuft, hinken die Generika weiter hintendrein.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Erstes Roche-Halbjahr 2005:

Umsatz 16,6 Mrd. Franken (+14%)
Konzerngewinn: 3’242 Mrd Franken (+4%)

Verkäufe der Division Pharma: 12,652 Mrd Franken (+19%)
Verkäufe der Division Diagnostics: 3,970 Mrd. Franken (+2%)

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen