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Chemspeed macht Tempo

Geschwindigkeit ist alles: In den Forschungslabors wird Handarbeit immer seltener.

(Keystone)

Bei der Medikamenten-Entwicklung zählt vor allem eins: die Geschwindigkeit. Die Basler Chemspeed entwickelt und vertreibt hierzu die nötigen Geräte - eine Erfolgsstory.

Im Pharmamarkt ist der Druck gross. Die Mehrzahl der Krankheiten wird durch etablierte Produkte bereits abgedeckt, und die Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Krankheiten ist finanziell wenig attraktiv.

Die Konsequenz: Die meisten grossen Pharma-Unternehmen arbeiten an Arzneien für die gleichen lukrativen Krankheitsbilder. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklung von Wirkstoffen für ähnliche Indikationen, oder versuchen, Medikamente mit schwerwiegenden Nebenwirkungen zu verbessern.

Ein Gewinner - viele Verlierer

Die Entwicklungskosten sind hoch. Doch nur wer mit einem neuen Medikament als erster auf dem Markt ist, kann Millionen verdienen und die getätigten Investitionen wieder amortisieren.

In den neunziger Jahren hat die Pharmaindustrie deshalb grosse Anstrengungen unternommen, die Entwicklungszeit für neue Produkte zu senken. Die Lösung liegt in der Automatisierung der Labor-Abläufe und Routinen. Kein Hersteller kann sich diesem Trend entziehen, ohne ins Hintertreffen zu geraten.

Innovative Roche-Chemiker

Mitte der neunziger Jahre hatte bei Roche eine Gruppe von Chemikern begonnen, einen Syntheseroboter zu entwickeln, welcher die vollautomatische und parallele Herstellung von bis zu 100 Molekülen ermöglichte. Zu dieser Gruppe von Roche-Chemikern gehörte auch der heutige Geschäftsführer und Verwaltungsrats-Delegierter von Chemspeed Rolf Güller.

Güller und sein Kollege Seraphin Munch waren vom Wachstumspotential dieser Automatisierungs-Technologie überzeugt. Denn der zeitliche Aufwand für die Suche nach neuen Substanzen konnte dadurch enorm verkürzt werden. Weil sich Roche aber nicht in der Produktion von Laborautomaten engagieren wollte, entschlossen sich die Roche-Chemiker zum Schritt in die Selbständigkeit. Nach zähen Verhandlungen liess Roche die beide Mitarbeiter schliesslich ziehen.

Beschleunigung um das 100-fache

1997 gründete Güller mit zwei Mitarbeitern und einem Aktienkapital von nur 150'000 Franken die Chemspeed AG. Heute beschäftigt die Firma 60 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 11 Mio. Franken. Das geringe Startkapital betrachtet Güller heute als einen Vorteil: "Die Mitarbeiter sind eher bereit, auf die Kosten zu achten, weil sie wissen, dass wir mit wenig Geld kämpfen", sagte Güller gegenüber swissinfo.

Die aktuellen Synthese-Roboter von Chemspeed erhöhen die Geschwindigkeit von Synthesen um mehr als das 100-fache. Da erstaunt es nicht, dass alle grossen Namen der Pharma- und Agroindustrie zum Kundenstamm der Basler Firma gehören: Novartis, Roche, Glaxo, Du Pont, Aventis, Syngenta um nur einige zu nennen.

16 Patente schützen die Innovationen des Unternehmens, das nahezu jedes Jahr eine Weltneuheit produziert: zuletzt ein System, das die Kombination von Fest- und Flüssigstoffdosierung auf der gleichen Plattform erlaubt.

Technology Leadership

Der Umsatz von Chemspeed wächst trotz Konjunkturrückgang stetig (2000: + 28%, 2001: + 43%). Die Zukunftspläne des Geschäftsführers sind entsprechend ambitiös: "Wir haben mittelfristig ein Wachstum von 50% in der Planung", sagt Güller, der überzeugt ist, dieses Ziel auch trotz schlechtem Umfeld zu erreichen. "Wir sind noch eine relativ kleine Firma und der Markt ist gross." Die Exportquote der Firma beträgt denn auch über 90%.

Weltweit stehen über 125 Systeme von Chemspeed im Einsatz. Der Schlüssel zum Erfolg der Firma auf den internationalen Märkten liege in ihrer 'Technology Leadership'. "Weil wir technologisch führend sind, haben wir im Forschungs- und Entwicklungsumfeld auch die richtigen Argumente - nämlich besser zu sein als die Konkurrenz", erklärt Güller selbstbewusst.

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz zählt in der neusten Ausgabe Chemspeed zu den 50 besten KMU's der Schweiz. Wie beurteilt der erfolgverwöhnte Chemspeed-Gründer die hiesigen Rahmenbedingungen für KMU? "Die Grundvoraussetzungen sind sehr gut, denn in der Schweiz finden sich hochqualifizierte Mitarbeiter, die auch den Willen zum Erfolg haben", ist Güller überzeugt. Hinzu kämen noch steuerliche Vorteile, die aber für ein Start-up weniger ins Gewicht fielen.

Hansjörg Bolliger


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