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SANTA CLARA/SUNNYVALE (awp international) - Der Boom der Smartphones und Tablet- Computer wirbelt die jahrelang gesetzten Verhältnisse in der Chip- Branche auf. Die Schwäche bei Chips für die neuen Alleskönner kostete den Chef des Intel-Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) , Dirk Meyer, seinen Job. Intel selbst, der unangefochtene Marktführer bei PC-Prozessoren, schloss einen milliardenschweren Lizenz-Deal mit dem Grafikkarten- Spezialisten Nvidia. Branchenexperten erwarten, dass dies nur erste Vorboten weiterer Umwälzungen in der Branche sein dürften, die bisher von Intel und dem ewigen Zweiten AMD regiert wurde.
Auslöser für den Wandel ist der Trend zu Computer-Telefonen und Tablets, die andere Anforderungen an Chips stellen. Damit die Batterie bei Internet-Surfen unterwegs nicht so schnell leer ist, dürfen die Prozessoren nicht zu viel Strom verbrauchen. Zugleich müssen sie genug Leistung bringen, damit der Verbraucher nicht frustriert ist.
Diese Gleichung hat der kleine britische Chip-Entwickler ARM viel besser hinbekommen als die Branchen-Riesen. Seit Jahren dominiert die ARM-Plattform im Smartphone-Markt - die Briten produzieren nicht selbst, sondern lizenzieren ihre Architektur an diverse Hersteller. Intels Prozessoren galten in der Mobil-Branche dagegen lange als zu stromhungrig.
Der Erfolg von Apples iPad-Tablet kippte die Waagschale erst recht zugunsten von ARM - es wurde klar, dass die Erfahrung mit Smartphones die Briten auch beim neuen Star der Computer-Industrie in die Pole- Position bringt. Vor einigen Tagen gab Microsoft einen lauten Warnschuss für Intel und AMD ab: Die nächste Generation des PC- Betriebssystems Windows soll auch mit ARM-Chips laufen. Experten rechnen zudem damit, dass Smartphones und Tablets mit der Zeit die PC-Verkäufe spürbar drücken könnten.
Und da bewegt sich AMD eindeutig auf dünnerem Eis - Intel hat wenigstens das Polster von 80 Prozent Marktanteil bei PC-Prozessoren. AMD hingegen taumelte in den vergangenen Jahren von einem hohen Verlust in den anderen. Seine Hoffnungen setzt die Nummer zwei jetzt in die neue Prozessoren-Familie "Fusion", die mehr Effizienz durch die Zusammenlegung von Hauptprozessor und Grafik-Chip bieten soll.
Mit dem "Fusion"-Konzept vor Augen hatte AMD 2006 den Grafikkarten-Entwickler ATI erworben und danach Milliarden-Ausgaben in Kauf genommen. Intel stellte jetzt ebenfalls eine eigene integrierte Chipfamilie dieser Art vor und nimmt auch noch eine technologische Abkürzung. Für stolze 1,5 Milliarden Dollar (1,16 Mrd Euro) lizenzierte der Marktführer kurzerhand alle Technologien des ATI-Konkurrenten Nvidia.
Dass AMD-Chef Meyer zeitgleich mit dieser Intel-Ankündigung gehen musste, dürfte ein Zufall sein. Allerdings berichtete das "Wall Street Journal", dass der Manager den Posten nach nur zweieinhalb Jahren wegen grosser Unzufriedenheit des Verwaltungsrates räumen musste. So sei den Aufsehern das Tempo bei der Entwicklung von Server-Chips und Tablet-Prozessoren zu langsam gewesen.
Intel stellte bei dem Patent-Deal zwar sicher, dass Nvidia keine Lizenz auf sein "Kronjuwel" bekommt, die x86-Plattform, auf der immer noch der Grossteil heutiger PC-Prozessoren basiert. Der Grafikkarten- Spezialist will den Marktführer trotzdem mit einem eigenen Haupt- Prozessor angreifen. Zeichen der Zeit: Der Chip mit dem Codenamen "Project Denver" soll auf der ARM-Architektur aufbauen./so/DP/stb

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