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Clariant Q1: EBIT vor Einmaleffekten 183 Mio CHF - Guidance erhöht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 10:23 publiziert

(Ergänzt um weitere Details aus der Mitteilung und einem Gespräch mit dem CFO)
Muttenz (awp) - Der Chemiekonzern Clariant ist wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt. Das Unternehmen weist für das erste Quartal 2010 einen 13% höheren Umsatz von 1'817 Mio CHF aus. Insbesondere die Business Units Pigments, Additives, Leather und Masterbatches hätten stärker als der Gesamtmarkt zugelegt.
Nach Regionen betrachtet verzeichnete Asien die stärkste Entwicklung; in China stiegen die Verkäufe um 65%. Europa und Nordamerika hätten ein zweistelliges Wachstum ausgewiesen, während Lateinamerika (+9%) etwas zurücklag.
Das wirtschaftliche Umfeld habe sich unerwartet günstig entwickelt und die Kapazitätsauslastung stieg, begründet Clariant den guten Jahresauftakt. Zudem seien bei der Restrukturierung gute Fortschritte erzielt worden. In der Folge stieg vor Einmaleffekten der EBIT auf 183 Mio CHF und verbesserte sich damit nicht nur gegenüber dem Vorjahresquartal (-13 Mio CHF), sondern auch im Vergleich zum dritten und vierten Quartal 2009.
Die EBIT-Marge vor Einmaleffekten stieg von -0,8% im Vorjahr auf 10,1%. "Einen solchen Wert haben wir seit vielen Jahren nicht mehr erreicht", sagte Finanzchef Patrick Jany im Gespräch mit AWP.
Die Restrukturierungs- und Wertminderungskosten beliefen sich im Berichtsquartal auf 110 Mio CHF. Deren Kosten im Gesamtjahr werden neu auf 250-300 Mio CHF veranschlagt, nach zuvor 200-300 Mio CHF. Unter dem Strich weist Clariant einen kleinen Gewinn von 10 Mio CHF aus.
Der operative Free Cash Flow, auf diesen legt Clariant auch in diesem Jahr besonderen Fokus, stand bei 159 Mio CHF, nach 156 Mio CHF im Vorjahresquartal. "Vor allem die Qualität des Cash Flows ist interessant", sagte Jany. Den nun stamme der Cash Flow zum grössten Teil aus dem operativen Geschäft und nicht mehr aus dem Lagerabbau.
Trotz starkem Jahresauftakt übt sich Clariant weiter in Zurückhaltung. Der wirtschaftliche Aufschwung bleibt im Urteil des Managements zunächst fragil und die Rohstoffkosten dürften zu Beginn des saisonal bedingt schwächeren zweiten Halbjahres weiter steigen. Das operative Ergebnis dürfte daher nicht so stark ausfallen wie im ersten Quartal.
Finanzchef Patrick Jany veranschlagt den Anstieg der Rohmaterialkosten im laufenden Jahr auf 4-5%. "Dies ist etwas mehr als die zuletzt von uns geschätzten 2-3%", sagte er. Im ersten Quartal noch sanken die Rohstoffkosten um 1%. Weil sich aber die durchschnittlichen Verkaufspreise um 4% verminderten, wirkte sich dies negativ auf die Bruttomarge aus.
Jany ist zuversichtlich, dieses Problem in den Griff zu bekommen: Die einzelnen Business Units hätten bereits begonnen, in Antizipation der höheren Kosten die eigenen Verkaufspreise anzuheben. Der Finanzchef ist zuversichtlich, dass Clariant hiermit den Effekt der höheren Inputkosten ausgleichen und somit die Profitabilität verteidigen kann.
"Cash, Cost and Complexity" laut seit mehr als einem Jahr das Credo bei Clariant und daran wird sich 2010 nichts ändern. Die Restrukturierung steht weiter im Vordergrund und es werde daher zu einem weiteren Stellenabbau und zu einer weiteren Konsolidierung von Standorten und Anlagen führen, so Clariant weiter.
Die Guidance für das laufende Jahr hat Clariant wie von vielen Analysten erwartet heute leicht erhöht. Neu geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen im mittleren (zuvor: niedrigen) einstelligen Bereich aus. Die EBIT-Marge vor Einmaleffekten werde auf über 6,6% ansteigen. Bis dato hatte das Unternehmen einen Wert von "über 6%" in Aussicht gestellt. Bestätigt wurde ferner das Ziel, bis zum Jahresende 2010 einen nachhaltig überdurchschnittlichen ROIC zu erzielen.
Finanzchef Jany verteidigte die EBIT-Guidance: "Wir sind nicht konservativ", sagte er und verwies auf das herfordernde wirtschaftliche Umfeld und die Erwartung einer nur langsamen Erholung der Weltwirtschaft.
Clariant Namen steigen bis um 10.20 Uhr um 2,7% auf 14,63 CHF, während der Gesamtmarkt SPI 0,68% höher notiert.
ra/gab

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