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(Mit weiteren Angaben)
FRANKFURT (awp international) - Mit einer Mega-Kapitalerhöhung will sich die Commerzbank im Eiltempo vom Löwenanteil der Staatshilfen befreien. 14,3 Milliarden Euro der noch 16,2 Milliarden Euro schweren Stillen Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin sollen bis Mitte Juni zurückgezahlt werden - deutlich mehr als im Februar angekündigt. Als Grossaktionär bleibt der Bund der zweitgrössten deutschen Bank gut zwei Jahre nach seinem Einstieg aber erhalten. Die Aktionäre sollen dem Vorhaben auf einer vorgezogenen Hauptversammlung am 6. Mai zustimmen.
"Wir haben immer versprochen, dass der Bund sein Geld zurückkriegt, dass er mit Gewinn rauskommt - dieses Versprechen haben wir gehalten", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing am Mittwoch in Frankfurt. Für die vorzeitige Rückzahlung der Staatshilfen überweist der Dax-Konzern dem Soffin einmalig 1,03 Milliarden Euro. Bis spätestens 2014 sollen die Steuergelder komplett getilgt sein. Aus der schwarz-gelben Koalition in Berlin gab es Lob für die nun eingeleiteten Schritte. Für den Haushalt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine Rückzahlung der Commerzbank, die für die Milliardenhilfen nie Zinsen zahlte, aber keine unmittelbaren Folgen.
Um die Milliardensumme für die geplante Rückzahlung der Steuergelder zusammenzubekommen, schiebt die Commerzbank eine Kapitalerhöhung über 11 Milliarden Euro an. Davon will der Konzern 8,25 Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln - teils direkt, teils über eine Pflichtwandelanleihe. Weitere 2,75 Milliarden Euro sollen aus den bestehenden Staatshilfen selbst stammen, die in zwei Schritten in Commerzbank-Aktien getauscht werden. Der Rest - also noch 3,3 Milliarden Euro - soll aus freiem Kapital des Unternehmens stammen.
Die gesamte Transaktion ist so gestaltet, dass der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) am Ende weiter die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie hält. Damit kann der Bund unliebsame Entscheidungen blockieren. Einen Ausstieg des Bundes erwartet Blessing erst, wenn die Stille Einlage komplett zurückgezahlt ist. Nach Abschluss der Kapitalmassnahmen im Sommer wird der Staat nach seinen Angaben noch 4,75 Milliarden Euro in Commerzbank-Aktien investiert haben. Hinzu kämen die verbleibenden Stillen Einlagen, die sich dann noch auf 1,9 Milliarden Euro belaufen sollen. Blessing geht davon aus, dass die Commerzbank von diesem Jahr an auf diese Summe die vereinbarten neun Prozent Zinsen zahlen wird: 170 Millionen Euro.
"Wir sind ein Jahr früher als erwartet in die Gewinnzone zurückgekehrt, und wir setzen auch die Integration der Dresdner Bank in wichtigen Bereichen schneller als geplant um", erklärte Blessing. "Das gibt uns die Möglichkeit, die Stillen Einlagen schneller als erwartet und in einem Paket um rund 90 Prozent zu reduzieren."
Dank Rückführung der Staatshilfe und Zinszahlung auf den verbleibenden Rest dürften die Vorstandsgehälter bei der Commerzbank demnächst wieder üppiger ausfallen. "Mein Verständnis ist, dass wenn wir im Juni die Rückzahlung geleistet haben, die Gehaltsdeckelung aufgehoben ist", sagte der Bankchef. Wegen der Staatshilfen dürfen die Vorstände derzeit höchstens 500.000 Euro verdienen. Der Bund hatte in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 18,2 Milliarden Euro in die Commerzbank gesteckt - zur Absicherung der Dresdner-Bank-Übernahme, welche die Commerzbank mitten in der Finanzkrise im Sommer 2008 vereinbart hatte.
Sieben international tätige Banken - unter anderen Deutsche Bank , JPMorgan , Citigroup - haben zugesagt, den am Kapitalmarkt angestrebten Emissionserlös von 8,25 Milliarden Euro zu garantieren. Auch der Soffin und der Versicherungskonzern Allianz als zweiter Hauptaktionär habe ihre Mitwirkung signalisiert. Daher hänge "die Rückführung der Stillen Einlagen jetzt im Wesentlichen nur noch von der Zustimmung der Hauptversammlung und der Umsetzung ab", sagte Blessing.
Die Anteilseigner sollen bei dem vom 18. Mai auf den 6. Mai vorgezogenen Aktionärstreffen grünes Licht geben. Die bisherigen Anteilseigner können sich schon jetzt neue Commerzbank-Aktien über die bedingte Pflicht-Umtauschanleihe zuteilen lassen. Die Aktien sollen sie dann nach der Hauptversammlung erhalten.
Für 2012 peilt der Vorstand um Bankchef Martin Blessing wieder eine Dividende an. Die Commerzbank-Aktie kletterte bis zum Mittag um gut fünf Prozent auf rund 5,90 Euro an die Dax-Spitze./ben/stw/DP/edh

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