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FRANKFURT (awp international) - Der Automobilzulieferer Continental hat das Krisenjahr 2009 mit tiefroten Zahlen beendet. Der Hannoveraner Konzern erwirtschaftete unterm Strich einen Fehlbetrag von 1,65 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Damit traf Conti aber die ebenfalls düsteren Erwartungen der von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten. Conti-Chef Elmar Degenhart bezeichnete das Ergebnis auf der Bilanzpressekonferenz als "absolut unbefriedigend". Das Unternehmen sei mit Markteinbrüchen von bis zu 60 Prozent in manchen Bereichen konfrontiert gewesen.
Der Umsatz ging um 17 Prozent auf 20,01 Milliarden Euro zurück. Conti verbuchte wegen Abschreibungen auf den Unternehmenswert im Zusammenhang mit dem Kauf der früheren Siemens-Sparte VDO sowie Aufwendungen für Werksschliessungen erhebliche Sonderbelastungen. Insgesamt werden die Belastungen durch Sondereffekte auf 1,76 Milliarden Euro beziffert.
UMSATZWACHSTUM VON 5 PROZENT ? AKTIE REAGIERT POSITIV
Für das laufende Jahr stellte Conti wieder ein Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent sowie erhebliche Ergebnisverbesserungen in Aussicht. Der Konzern rechnet mit deutlich geringeren Sondereffekten in Höhe von rund 100 Millionen Euro in diesem Jahr. Ziel sei beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), wieder schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Conti-Chef Degenhart. Auch unterm Strich positiv abzuschneiden, bedeute aber eine "erhebliche Anspannung für das Unternehmen in diesem Jahr". Conti will für das vergangene Jahr keine Dividende zahlen und kündigte an, dass auch für 2010 voraussichtlich keine Ausschüttung an die Aktionäre zu erwarten sei.
An der Börse wurde vor allem der positive Ausblick begrüsst. Continental setzten sich mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent an die MDax-Spitze . "Verständlicherweise scheint der Markt den Ausblick zu mögen", sagte ein Börsianer mit Blick auf die Kursentwicklung.
SPARMASSNAHMEN GREIFEN
Finanzvorstand Wolfgang Schäfer räumte ein, die Finanzlage des Konzerns habe sich im vergangenen Jahr so weit verschlechtert, dass die Rückzahlung der für den Zukauf von VDO aufgenommenen Kredite gefährdet war und deshalb ein neues Finanzierungspaket verhandelt werden musste. Zusätzlich zur vor Weihnachten gefundenen Vereinbarung mit den Banken sowie der Kapitalerhöhung soll nun im ersten Halbjahr eine hochverzinsliche Anleihe begeben werden. Genauer wollte sich der Vorstand nicht festlegen, dem Vernehmen nach geht es aber um bis zu zwei Milliarden Euro. Die Verschuldung werde im laufenden Jahr kaum sinken. Nach der im Januar durchgeführten Kapitalerhöhung von rund einer Milliarde Euro liege die Nettoverschuldung bei rund 7,8 Milliarden Euro. Dem heutigen Stand zufolge werden bei Conti 2012 Kredite über insgesamt mehr als acht Milliarden Euro fällig. Für die 2012 fälligen Verbindlichkeiten bemüht sich das Unternehmen um Laufzeitverlängerungen.
Nach Degenharts Einschätzung seien die gegenwärtigen roten Zahlen aber kein Gradmesser für die Zukunft des Unternehmens. Das Restrukturierungsprogramm zeige zunehmend positive Wirkung, sagte der seit August amtierende Conti-Chef. Durch Sparmassnahmen seien 90 Prozent des Umsatzrückgangs von rund vier Milliarden Euro aufgefangen worden.
Die Zahl der Mitarbeiter sank im vergangenen Jahr um rund 4.700 Personen auf rund 134.400 Beschäftigte weltweit. In diesem Jahr soll die Beschäftigtenzahl weiter um rund 1.000 Mitarbeiter zurückgehen. In den vergangenen Monaten sei die Kurzarbeit aber deutlich von zwischenzeitlich 22.000 Mitarbeitern auf rund 3.600 Beschäftigte zurückgefahren worden. Im Zuge des Sparprogramms wurden die Investitionen im vergangenen Jahr auf rund 860 Millionen Euro nahezu halbiert. Dabei seien Projekte hauptsächlich aufgeschoben worden, nur wenige wurden vollständig gestrichen, hiess es. Im laufenden Jahr sollen die Investitionen wieder um bis zu 400 Millionen Euro wachsen.
OPERATIV DEUTLICH BESSER
Auf bereinigter Basis erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,17 Milliarden Euro, nach 1,75 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit sei eine bereinigte Umsatzrendite von 5,8 Prozent erreicht worden. Als Ertragssäule erwies sich die Reifensparte, die im vergangenen Jahr den wesentlichen Teil mit einem bereinigten EBIT von 1,04 Milliarden Euro beisteuerte. Dort wurde vor allem aufgrund des starken Geschäfts mit den Pkw-Reifen eine Marge von fast 13 Prozent erzielt. Begünstigt wurde die Entwicklung im vergangenen Jahr durch gesunkene Rohstoffpreise. Da diese nun wieder anziehen, rechnet der Konzern mit Zusatzkosten von 200 Millionen Euro. Conti will deshalb Preiserhöhungen bei den Kunden durchsetzen.
Für die weitere Entwicklung setzt der Konzern auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Grossaktionär Schaeffler sowie das Wachstum in Asien, das auch durch neue Werke gestützt werden soll. Conti erwartet von der verbesserten Autokonjunktur einen Schub und setzt im laufenden Jahr auf ein starkes Ergebnis der Reifen- und Automotive-Sparte./dct/sk/tw

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