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Couchepin eröffnet Telecom 2003

Die Aussteller bereiten den Auftritt in den Palexpo-Hallen vor.

(Keystone)

Am Samstag eröffnete Pascal Couchepin die Telecom 2003 in Genf. Sie gilt als weltweit bedeutendste Messe der Telecom-Branche.

Vor Ort sind weniger Aussteller. Erwartet werden auch weniger Besucher als vor vier Jahren.

"Die Informationstechnologien haben unseren Alltag bereichert", sagte Pascal Couchepin, der zusammen mit dem spanischen König Juan Carlos die Messe eröffnete, die noch bis zum 18. Oktober dauert.

Dabei spielten sie eine wichtige demokratische Rolle. "Die Freiheit ist an den Austausch von Informationen gebunden. Auf Dauer kann man kein informiertes Volk unterdrücken", sagte Couchepin weiter.

Ohne Rezepte zur Überwindung des Grabens anzugeben, unterstrich er die Bedeutung des internationalen Salons der Telekommunikation (Telecom 2003): Die Messe biete die Möglichkeit, über die Entwicklung nachzudenken, die die Gesellschaft für die Telekommunikation von morgen anstreben wollen.

Bescheidener geworden

Als sich die Telecom-Elite vor vier Jahren zum letzten Mal an der Genfer Messe traf, standen die Zeichen noch anders: 1999 drückten Investoren, scheinbar mit fast unbegrenzten Finanzmitteln ausgestattet, der Messe den Stempel auf.

Die Ausstellung "schlottert in einem zu grossen Kleid", schrieb der Zürcher Tages Anzeiger kürzlich. Im Gegensatz zu vor vier Jahren erwarten die Organisatoren noch 750 statt 1150 Aussteller und zwischen 80'000 und 110'000 Besucherinnen und Besucher, statt der 200'000, die es vor vier Jahren waren.

Zahlreiche Erstteilnehmer

Abwesend sind zum Beispiel: Nokia, Alcatel, Ericsson, France Telecom, Oracle, Philips und Siemens, um nur einige der prominenten Namen zu nennen. Auch von den drei grössten Schweizer Telecom-Anbietern, Swisscom, Sunrise und Orange sind nur Swisscom und Orange vor Ort.

Bei Sunrise in Zürich sagte Pressesprecherin Monika Walser gegenüber swissinfo, dass die Entscheidung, nicht in Genf teilzunehmen, im dänischen Mutterhaus gefallen sei.

Dafür erhält die Ausstellung aus Asien und den USA Zuspruch. IBM kehrt zurück. Auch Intel und Sun sind wieder in Genf. Dazu Microsoft, deren Boss, Bill Gates, sogar persönlich nach Genf kommt. Als Referent und Forumsteilnehmer.

Aus Japan sind bekannte Namen wie NEC, Panasonic oder Sony vertreten. Dazu, das fällt auf, sind fast die Hälfte der Aussteller Erstteilnehmer. Da sei ein Wandel hin zu kleineren und innovativen Unternehmen festzustellen, heisst es bei der Messeleitung.

Wer spricht noch von UMTS?

1999 war die Mobiltelefonie noch eines der Hauptthemen der Messe. Das Kürzel WAP (Wireless Application Protocol) war in aller Munde. Damit wollte man den Internetzugang via Mobiltelefon verschaffen. Ermöglichen sollte dies UMTS, das die notwendige Bandbreite mitgeliefert hätte.

Inzwischen hat sich WAP zum Flop entwickelt. Ein vernünftiges Surfen auf dem Internet konnte so nie realisiert werden. Nicht zuletzt war offenbar auch das Interesse der Kunden klein.

Die für Milliarden von Franken ersteigerten UMTS-Lizenzen wurden für etliche Firmen zum Klumpenrisiko. Von WAP spricht heute kaum mehr jemand. Der Zugang per Handy zum Internet wird – Ironie des Schicksals - trotzdem immer öfter genutzt.

WLAN kommt

Dafür haben andere Kürzel an Relevanz gewonnen: ADSL oder WLAN. Generell kann gesagt werden, die Telecom 2003 in Genf wird dies bestätigen, dass die kabelgebundene Datenübertragung zur Zeit die Nase immer noch vorne hat. Der Mobilfunk hat die Marktreife noch nicht erreicht.

Allerdings könnte Wireless LAN hier eine brauchbare Zwischenlösung sein, sofern die Telekom-Anbieter genügend Einwählstellen anbieten können. WLAN gewinnt zur Zeit vor allem in den Schweizer Universitäten an Bedeutung, wo – wie zur Zeit in Bern – die notwendigen Einrichtungen geschaffen werden.

Standort halten

Auch wenn die Telecom 2003 kleiner Brötchen bäckt, hofft man in Genf, dass die Ausstellung auch künftig in der Rhonestadt zu sehen ist.

Zur leicht gedämpften Stimmung trägt nämlich ein hartnäckiges Gerücht bei: Die nächste Telecom werde wegen Missmanagement nicht mehr in Genf, sondern in Barcelona stattfinden. Auch andere Standorte werden herumgeboten.

Die Spekulationen werden allerdings als "unhaltbar" zurückgewiesen. Es gebe weder Missmanagement noch eine Krise, schreib die Messeleitung in einer Medienmitteilung.

swissinfo, Urs Maurer

Fakten

Die ITU Telecom World 2003 in Genf dauert vom 11. bis 18. Oktober.
Ausstellungsort: Hallen Palexpo.

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