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Crans Montana Forum zu Ende

Jean-Paul Carteron, Gründer des CMF, hat sich beim Ton seiner Spenden-Forderung vergriffen.

(Keystone)

Im Wallis tagte ein Forum, das eine humane Globalisierung fordert. Der Gründer steht unter Beschuss und auch Globalisierungs-Kritiker konnten sich nicht freuen.

Am Sonntag ging das 13. Crans Montana Forum (CMF) im gleichnamigen Kurort im Wallis zu Ende. Rund 1200 Geschäftsleute und Politiker aus 120 Ländern besprachen Auswüchse der Globalisierung und politische Krisenherde.

Das Forum sieht sich als Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Sektor und hat sich der internationalen Zusammenarbeit verschrieben. Erklärtes Ziel ist es, den Globalisierungs-Prozess in menschenfreundliche Bahnen zu lenken.

Bundesrat nimmt Unternehmen in die Pflicht

Die Globalisierung dürfe nicht auf Kosten der sozialen Rechte gehen, sagte Bundesrat Pascal Couchepin als Redner am Samstag, dem vorletzten Tag des Forums. Im "System Markt" müssten das Gesetz klar und die Firmenphilosophie kohärent sein. Zudem müssten die Mitarbeiter damit einverstanden sein, erklärte der Volkswirtschafts-Minister.

Deiss: Nahost-Problem in Partnerschaft lösen

Als weiterer Schweizer Regierungs-Vertreter war Joseph Deiss am Sonntag in den Walliser Tourismusort gereist. Der Aussenminister erörterte die Lage im Nahen Osten mit Ministern der Region rund ums Mittelmeer.

Dabei hielt Deiss fest, dass der israelisch-palästinensische Konflikt das drängendste Problem sei, das im Rahmen einer engeren Partnerschaft zwischen den europäischen Staaten und den Ländern rund um das Mittelmeer gelöst werden müsse.

Arafat will verhandeln

Am Sonntag wurde auch der palästinensische Präsident Jassir Arafat per Telefon ans CMF zugeschaltet. Arafat erklärte sich bereit, "jederzeit und an jedem Ort" mit Israel zu verhandeln.

Auf die Frage des US-Bürgerrechtlers Jessie Jackson (der ebenfalls am CMF war) nach seinem Verhältnis zum Terrorismus, sagte Arafat: "Wir unternehmen jede Anstrengung, um den Terrorismus auszulöschen." Dies geschehe nicht nur wegen der zivilen israelischen Opfer, sondern auch, weil es in den Interessen des palästinensischen Volkes liege.

Kritiker demonstrierten

Erstmals kam es in der Geschichte des CMF am Samstag zu einer Demonstration von Globalisierungs-Kritikern. Nach Angaben der globalisierungs-kritischen Nachrichten-Site Indymedia fanden sich rund 50 Personen mit Trommeln, Rasseln, Hupen, Pfeifen und einem Saxophon beim Tagungsort ein.

Vor dem Foyer des Tagungsortes veranstalteten sie ein ohrenbetäubendes Konzert, blockierten den Limousinen-Verkehr und verwehrten einigen verdutzten Forumsteilnehmern den Einlass. Die Demonstrierenden sagten, es seien keine ökonomischen Entscheidungsträger nötig, um die Zukunft der Welt zu besprechen.

Direktor unter Beschuss wegen Mittelbeschaffung

Die Kundgebung konnte laut der Schweizerischen Depeschenagentur nicht die Aufmerksamkeit von Forum-Direktor Jean-Paul Carteron erwecken.

Carteron steht jedoch anderweitig unter Beschuss. Ihm wird vom ehemaligen Genfer Bankier und Mitterand-Berater Jean-Pierre François "Schutzgeld-Erpressung" vorgeworfen. In seinen Memoiren schreibt François entrüstet: "Er verlangte eine Zuwendung in der Höhe seiner Wahnvorstellungen."

Dabei nimmt François Bezug auf einen Brief, der swissinfo vorliegt. Darin verlangt Carteron eine Spende zugunsten des Forums, welche "im Verhältnis steht zu der Wichtigkeit zu den Geschäften, die er [François] abschliessen könne", von denen Carteron wissen, wie wichtig sie seien.

Die Geschäfte sollen zwischen dem Bankier und dem iranischen Handelsminister Ali Akhar Velayati stattgefunden haben. Getroffen haben sich die beiden, zusammen mit dem französischen Minister Roland Dumas, am Forum 1994.

Carteron nahm zu den Vorwürfen keine Stellung.

Richter gegen Forum-Gründer

Carteron klagte im April 2000 in Paris: Er verlangte 750'000 Franken Schadenersatz von François und seinem Verleger. Das Gericht wies die Klage zurück. Die Richter befanden, der Ausdruck "Schutzgeld-Erpressung" sei für die Art, wie er Geld verlangt hatte, nicht unangemessen.

Philippe Kropf, Ian Hamel und Agenturen


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