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Crossair-Absturz bei Zürich fordert zehn Todesopfer - Unglücksursache nach wie vor unklar

Beim Absturz eines zweimotorigen Linienflugzeugs Saab 340 der Crossair sind am Montagabend (10.01) kurz nach dem Start in der Nähe des Flughafens Zürich-Kloten alle zehn Insassen (sieben Passagiere, drei Crewmitglieder) ums Leben gekommen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Januar 2000 - 08:45 publiziert

Beim Absturz eines zweimotorigen Linienflugzeugs Saab 340 der Crossair sind am Montagabend (10.01.) kurz nach dem Start in der Nähe des Flughafens Zürich-Kloten alle zehn Insassen (sieben Passagiere, drei Crewmitglieder) ums Leben gekommen. Über die Absturz-Ursache ist nach wie vor nichts bekannt.

Bei den verunglückten Passagieren handelt es sich um vier Deutsche, einen Schweizer, einen französischen und einen spanischen Staatsangehörigen. Die drei-köpfige Crew der verunglückten Crossair-Maschine: Pilot (Moldawier), Ko-Pilot (Slowake), Flight Attendant (Französin).

Es handelt sich um das schwerste Unglück der Schweizer Luftverkehrsholding SAirGroup seit der Katastrophe von Halifax vor 16 Monaten.

Die 33-plätzige Saab 340 der Regionalgesellschaft Crossair mit der Immatrikulation HB-AKK startete um 17.54.40 Uhr vom Flughafen Zürich-Kloten aus zum Kursflug LX498 nach Dresden, wie SAirGroup-Präsident und -Konzernchef Philippe Bruggisser am Abend vor den Medien in Kloten sagte.

Um 17.56.36 Uhr verschwand die Maschine vom Radarschirm. Sie zerschellte nordwestlich vom Flughafen entfernt aus unbekannten Gründen auf dem Gemeindegebiet von Niederhasli. Nach Berichten von Augenzeugen ging die Maschine in einem riesigen Feuerball in Flammen auf. Polizei und Feuerwehr zogen alle verfügbaren Kräfte auf dem Flughafen und in den umliegenden Gemeinden für den Rettungseinsatz zusammen. Auch das Büro für Flugunfalluntersuchungen im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation wurde eingeschaltet.

Das Trümmerfeld hatte eine Ausdehnung von 200 auf 300 Meter, wie der Chef der Flughafenpolizei, Bernhard Herren, sagte. Die Rettungskräfte und die Feuerwehr hätten zuerst das brennende Flugzeug löschen müssen. "Nachher mussten wir leider feststellen, dass keine Überlebenden zu bergen waren", sagte Herren. An Bord waren sieben Passagiere und drei Besatzungsmitglieder gewesen. Die Vertreter der Fluggesellschaft und der Behörden sprachen den Angehörigen der Opfer ihr tief empfundenes Beileid aus.

Die Absturzstelle wurde weiträumig abgesperrt. Von weitem war das Trümmerfeld in hellem Scheinwerferlicht zu sehen. Auf dem Flughafen wurde umgehend das so genannte Care-Team zur Betreuung von Angehörigen aufgeboten. Für die Angehörigen wurde die Notrufnummer 0041 (0)1 543 67 67 eingerichtet.

Zur Unglücksursache lagen auch am Dienstagmorgen (11.01.) noch keine gesicherten Informationen vor. Laut dem Flugsicherungsdienst Swisscontrol hob die Maschine ganz normal um 17.54.40 Uhr von der Piste ab. Auch die Steigphase verlief zunächst ganz normal. Ungefähr nach sieben Kilometern ging die Maschine dann aber aus noch unbekannten Gründen in einen starken Sinklug über. Das Wetter sei normal gewesen, und es hätten keinerlei Anzeichen bestanden, das etwas nicht in Ordnung sein könnte. Rund zwei Minuten nach dem Start habe die Flugsicherung den Radarkontakt verloren und sofort Alarm ausgelöst. Beim Turboprop-Flugzeug Saab 340 handelt es sich nach den Angaben der Crossair um ein sehr sicheres Flugzeug. Bisher seien drei Abstürze (total losses) einer Maschine dieses Typs bekannt. Alle Maschinen stürzten unmittelbar nach dem Start ab (Flugzeit zwischen knapp zwei und fünf Minuten). Die Unglücksmaschine habe rund 21'000 Flugstunden hinter sich gehabt.

Die Crossair

Die Luftfahrtgesellschaft Crossair, eine Tochtergesellschaft der Swissair, ist nach eigenen Angaben "die führende Regionalflug-Gesellschaft Europas". 1979 aus einem kleinen Lufttaxibetrieb entstanden, setzte sie anfänglich drei kleine
Propellerflugzeuge mit je 18 Passagierplätzen ein und flog damit von Zürich nach Nürnberg, Klagenfurt und Innsbruck. Die Gesellschaft regte den Bau neuer Flugzeugtypen an, so vor allem des Saab 340 Cityliner und des Saab 2000 Concordino. Heute fliegt die Crossair von mehreren Schweizer Flughafen über 100 Ziele in mehr als 20 europäischen, nordafrikanischen und Staaten des Nahen Ostens an.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 2'700 Mitarbeiter und verfügt über eine Flotte von 77 Flugzeugen. Zielpublikum der Crossair sind in erster Linie Kunden, die abseits der grossen Verkehrsströme reisen. Von mehreren Fachzeitschriften wurde das Unternehmen nach eigenen Angaben zur besten Regional-Fluggesellschaft gewählt. Seit 1989 bildet Crossair auch Piloten für andere Fluggesellschaften aus. Zum praktischen Training stehen neben Flugzeugen Flugsimulatoren für die Typen Saab 340 Cityliner und Saab 2000 Concordino zur Verfügung. Im November 1996 gab es eine spezielle Notfallübung für den Typ Saab 340 auf dem Flughafen Bern-Belpmoos.

SRI und Agenturen

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