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Daimler sieht bessere Aussichten für das laufende Jahr (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2010 - 15:30 publiziert

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz)
STUTTGART (awp international) - Der Autobauer Daimler verkauft wieder mehr Autos und hält gleichzeitig seine Kosten erfolgreich im Griff. Im ersten Quartal fuhren die Stuttgarter wieder deutlich in die schwarzen Zahlen und verdienten unterm Strich einen Gewinn von 612 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wurde die Prognose am Dienstag nahezu verdoppelt. Der Konzern schraubte sein Ziel für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,3 Milliarden Euro auf mehr als 4 Milliarden Euro nach oben. Damit würde Daimler operativ deutlich mehr verdienen als 2008, obwohl die Erlöse den Erwartungen zufolge unter dem Niveau von 2008 bleiben dürften. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern einen Milliardenverlust geschrieben.
"Dieses sehr gute Ergebnis im ersten Quartal zeigt, dass wir in der Krise unsere Hausaufgaben erledigt haben und jetzt mit neuem Schwung auf den Erfolgspfad zurückgekehrt sind", sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Im Auftaktquartal 2009 war aufgrund des weltweiten wirtschaftlichen Einbruchs und der wegbrechenden Automärkte ein Fehlbetrag von 1,29 Milliarden Euro angefallen.
An der Börse drehten die Daimler-Papiere nur kurzzeitig ins Plus und notierten im weiteren Handelsverlauf schwächer. Zur Begründung wurden vor allem Gewinnmitnahmen angeführt. Ein Börsianer sagte, die erhöhte Konzernprognose für das EBIT habe die Titel nur kurz antreiben können, sonst hätten die Zahlen keine Neuigkeiten geliefert.
UMSATZ LEGT ZU
Der Hersteller von Autos, Lastwagen, Bussen und Transportern bestätigte die schon vor gut einer Woche vorab mitgeteilten Zahlen. Demnach stieg der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode von 18,68 Milliarden auf 21,19 Milliarden Euro. Das EBIT schoss von minus 1,43 Milliarden Euro auf plus 1,19 Milliarden Euro nach oben. Daran hatte die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars mit 806 Millionen Euro einen massgeblichen Anteil. Besonders Oberklasse- und Luxuswagen verkauften sich besser.
Der Geschäftsbereich mit der Kernmarke Mercedes-Benz, den sportlichen AMG-Fahrzeugen, dem Stadtwagen Smart und der Luxuswagenmarke Maybach soll nun im Gesamtjahr ein EBIT von 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Erwartungen für die Lastwagensparte wurden von 200 Millionen auf 500 bis 700 Millionen Euro verdreifacht. Von der Finanzdienstleistungssparte erwartet der Konzern nun einen Beitrag von mehr als 500 Millionen Euro.
HÖHERE MARGEN UND PREISE
Die starke Abweichung zur früheren Prognose, die Zetsche noch fünf Tage vor der Anpassung vor den Aktionären auf der Hauptversammlung bekräftigt hatte, begründete Finanzvorstand Bodo Uebber während einer Telefonkonferenz mit dem guten Abschneiden im März und April. "Wir haben jetzt eine bessere Sichtbarkeit, wie sich das Geschäft weiter entwickeln wird." Die Gewinnmargen seien höher ausgefallen und Daimler habe bei den Personenwagen und Lastwagen gute Preise erzielen können. Zudem seien die Kosten nicht mit der höheren Produktion mitgewachsen.
Bei den Verkäufen rechnet die Konzernleitung 2010 mit einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, in dem insgesamt 1,6 Millionen Fahrzeuge abgesetzt wurden. Die Personenwagensparte soll im laufenden Jahr etwa doppelt so stark wachsen wie der Markt. Dieser wird den Unternehmensschätzungen zufolge um drei bis vier Prozent zulegen. Bei den Lastwagen erwartet der Konzern eine Belebung der Nachfrage in Nordamerika und Japan sowie Wachstum in Lateinamerika. In Europa wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit einem leichten Anstieg gerechnet. Im ersten Quartal betrug das Absatzplus konzernweit 21 Prozent auf weltweit 402.700 Fahrzeuge.
Auch der Umsatz werde 2010 zulegen, dabei das Niveau von 2008 aber nicht erreichen, lautet die Einschätzung des Unternehmens. Damals wurden Erlöse in Höhe von 98,47 Milliarden Euro erzielt. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz um 20 Prozent auf 78,92 Milliarden Euro zurück. Unterm Strich fiel ein Fehlbetrag von 2,64 Milliarden Euro an. Die Aktionäre erhielten für 2009 keine Dividende./dct/gr/edh

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