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Daimler und Rolls-Royce lassen Tognum-Angebot unverändert (AF)

(Mit weiteren Angaben)
STUTTGART (awp international) - Daimler und Rolls-Royce haben ihr Übernahmeangebot für den Motorenhersteller Tognum trotz Kritik am Preis nicht aufgestockt. Die beiden Unternehmen bieten weiterhin 24 Euro je Tognum-Aktie, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Angebotsunterlagen hervorgeht. Insgesamt wird Tognum mit rund 3,2 Milliarden Euro bewertet.
Zum Handelsauftakt notierten die Tognum-Papiere nur leicht im Plus bei 25,65 Euro. Nach Bekanntwerden des Übernahmeinteresses Anfang März hatten die Aktien den Angebotspreis übersprungen. Im Vergleich zur Bewertung der Aktien am letzten Handelstag, bevor die Spekulationen begannen, bedeute der gebotene Preis aber einen Aufschlag von 30 Prozent, bekräftigten die Bieter.
Das Tognum-Management hat noch keine Empfehlung abgegeben, ob die Aktionäre das Angebot annehmen oder ablehnen sollen. "Vorstand und Aufsichtsrat werden die Angemessenheit des Angebots prüfen und zu gegebener Zeit eine begründete Stellungnahme abgeben", sagte eine Tognum-Sprecherin am Mittwoch. Grundsätzlich werde die Partnerschaft mit den beiden Bietern begrüsst. Über den Preis sei aber noch kein Einverständnis erzielt worden, hiess es bislang.
Der Tognum-Aktionär ING hält laut einem Pressebericht einen Preis von 30 bis 32 Euro je Anteilsschein für angemessen. Den Angaben zufolge besitzt der niederländische Finanzinvestor neun Prozent der Tognum-Anteile. Daimler und Rolls-Royce wollen Tognum zum globalen Marktführer für Industriemotoren weiterentwickeln. Wachstumspotenzial wird vor allem in den Schwellenländern gesehen. Tognum liefert unter anderem Motoren für Schiffe und Bahnen, zur dezentralen Stromerzeugung sowie für die Öl- und Gasindustrie.
Die Tognum-Aktionäre können ihre Aktien bis einschliesslich 18. Mai einreichen, hiess es weiter. Das Angebot gilt nur, wenn den Interessenten 50 Prozent plus 1 Aktie angeboten wird. Daimler und Rolls-Royce wollen bei der Übernahme die bestehenden Produktionsstandorte erhalten. Arbeitsplätze seien nicht in Gefahr, vielmehr könnten sich neue Chancen ergeben.
Tognum soll künftig in einem Gemeinschaftsunternehmen geführt werden, an dem beide Partner jeweils die Hälfte halten. Daimler bringt in das Geschäft sein vorhandenes Tognum-Aktienpaket von 28,4 Prozent ein. Rolls-Royce steuert sein bei der Tochter Bergen gebündeltes Geschäft mit Gas- und Dieselmotoren mittlerer Geschwindigkeit bei.
Tognum war schon in der Vergangenheit eng mit Daimler verbunden. Bis Ende 2005 gehörte das Unternehmen, damals unter dem Namen MTU Friedrichshafen, zum Autokonzern. Der frühere Daimler-Chef Jürgen Schrempp verkaufte das Unternehmen an den schwedischen Finanzinvestor EQT, der Tognum 2007 zurück an die Börse brachte. 2008 stieg Daimler dann wieder bei Tognum ein. Derzeit beliefern die Schwaben Tognum mit kleineren Dieselmotoren, die in Friedrichshafen auf den Einsatz jenseits der Strasse umgerüstet werden. Auf dieses Geschäft entfällt bei Tognum ein Umsatzanteil von rund zehn Prozent.
Tognum erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,56 Milliarden Euro und lag damit knapp über dem Krisenjahr 2009. Die operative Marge verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent. Der bereinigte Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 159 Millionen Euro. Für 2010 soll eine Dividende von 50 Cent gezahlt werden, 15 Cent mehr als im Vorjahr. Den Anspruch auf die Ausschüttung für das vergangene Jahr behalten die Anteilseigner, auch wenn sie jetzt ihre Aktien einreichen. Im laufenden Jahr will Tognum die Erlöse um mindestens zehn Prozent steigern. Die operative Marge soll zweistellig ausfallen./dct/she/tw

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