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Daniel Vasella gibt Doppelmandat ab

Gibt umstrittenes Doppelmandat bei Novartis auf: Daniel Vasella

(Keystone)

Daniel Vasella gibt sein umstrittenes Doppelmandat beim Basler Pharmakonzern Novartis auf: Er tritt als Konzernchef zurück, bleibt aber Präsident des Verwaltungsrats. Nachfolger Vasellas wird Joe Jimenez, bislang Leiter der Pharma-Sparte.

Es sei die richtige Zeit, als Konzernchef zurückzutreten, sagte Vasella, der dieses Jahr 57 Jahre alt wird. Daniel Vasella leitete den Pharmakonzern während der letzten 14 Jahre als Konzernchef, davon 11 Jahre im umstrittenen Doppelmandat als Verwaltungsratspräsident.

Der Chef des Pharmakonzerns Roche Franz Humer und der Nestlé-Chef Peter Brabeck gaben ihr Doppelmandat bereits 2008 ab.

Jimenez übernimmt die Funktion des Konzernchefs auf den 1. Februar. Vasella werde sich künftig als Präsident des Verwaltungsrats auf strategische Prioritäten konzentrieren, teilte Novartis am Dienstag mit.

David Epstein, derzeit Leiter der Sparte Krebsmedikamente, wird Leiter der Pharma-Division, dem wichtigsten Standbein des Konzerns. Ferner tritt Jon Symonds am 1. Februar die Nachfolge von Raymund Breu als Finanzchef an, der am 31. März das obligatorische Rentenalter erreicht.

Gewinnsteigerung

Novartis hat auch in der Krise gut verdient: Der Pharmakonzern erzielte 2009 einen Gewinn von 10,267 Mrd. Dollar. Das ist ein Plus von 8%. Der Umsatz kletterte um 7% auf 44,267 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis stieg um 11% auf 11,437 Mrd. Dollar.

Besonders dynamisch wuchsen die Pharma-Sparte und - noch ausgeprägter - das Geschäft mit Impfstoffen. Mit Pharma erhöhte Novartis den Umsatz um 8% auf 28,538 Mrd. Dollar. Die Sparte Impfstoffe und Diagnostika legte um 38% auf 2,424 Mrd. Dollar
zu.

Das Wachstum nicht mithalten vermochte die Generika-Sparte Sandoz. Der Umsatz dort sank um 1% auf 7,493 Mrd. Dollar. Die Gesundheitssparte (Consumer Health) stagnierte auf Vorjahresniveau bei 5,812 Mrd. Dollar.

Im vierten Quartal erzielte Novartis einen um satte 28% höheren Umsatz von 12,926 Mrd. Dollar. Der Pharma-Umsatz belief sich auf 7,773 Mrd. Dollar (+21%).

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Novartis eine Fortsetzung des Wachstums. Auf Konzernebene werde in Lokalwährungen eine Steigerung des Nettoumsatzes im "mittleren einstelligen Prozentbereich" erwartet. Dafür sollten jüngst eingeführte Produkte sowie Investitionen in Wachstumsmärkte sorgen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Mehr Mitbestimmung

Laut den am Dienstag veröffentlichten Zahlen von Novartis beträgt die Gesamtvergütung der Geschäftsleitung des Konzerns für das Jahr 2009 60 Mio. Franken. Davon entfielen ganze 20,5 Mio. Franken auf das Doppelmandat des Verwaltungsratspräsidenten und CEO Daniel Vasella.

Der Pharmakonzern Novartis will seine Aktionäre künftig über das Vergütungssystem mitentscheiden lassen. Novartis werde eine konsultative "Say-on-Pay"-Aktionärsabstimmung über das Vergütungssystem in die Statuten aufnehmen, gab der Konzern am Dienstag bekannt.

Diese Abstimmung soll laut Novartis-Präsident Daniel Vasella mindestens alle drei Jahre stattfinden oder vor jeder bedeutenden Veränderung im Vergütungssystem des Konzerns. Die Aktionäre sollen damit in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden und echte Konsultationsrechte erhalten, weil sie jeweils vor einer Systemänderung ihren Standpunkt äussern können, wie Vasella weiter erklärte.

Ethos zufrieden

"Wir sind sehr zufrieden mit der Entscheidung von Novartis, die Funktionen des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO zu trennen und die Aktionärinnen und Aktionäre über das Vergütungssystem abstimmen zu lassen", erklärte Dominique Biedermann, Direktor der Schweizerischen Anlagestiftung Ethos am Dienstag. Es sei erfreulich, dass der Druck der Aktionäre nun Wirkung zeige.

Angesichts dieser Ankündigung zieht Ethos die beiden Aktionärsanträge "Stop Chairman-CEO" und "Say on Pay" von der Tagesordnung der Novartis-Generalversammlung vom 26. Februar 2010 zurück, wie es in der Medienmitteilung heisst.

swissinfo.ch und Agenturen

Joe Jimenez

Der neue CEO von Novartis, der Amerikaner Joe Jimenez, hat seine Studien an der Uni Stanford gemacht, und ein MBA in Berkeley.

Er begann seine Karriere in der Clorox Company und wechselte dann zu ConAgra.

1998 stiess er zum Nahrungsmittel-Giganten H.J. Heinz Company, wo er Präsident und Direktor für Nordamerika wurde.

Von 2002 bis 2007 arbeitete er für Astra-Zeneca und beriet die Investment-Gesellschaft Blackstone Group.

2007 stiess er zu Novartis und führte Division Consumer Health.

Im Herbst 2007 übernahm er auch seinen gegenwärtigen Job, nämlich Generaldirektor der Division Pharmaceuticals.

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"Super Dan"

Mit "Super Dan" Daniel Vasella tritt einer der
erfolgreichsten Manager der jüngeren Schweizer
Wirtschaftsgeschichte ins zweite Glied.

Der 57-Jährige leitete Novartits seit seiner Gründung vor 14 Jahren. Aber Popularität blieb ihm - in seiner Heimat - versagt.

Vasella hat in seinem letzten Jahr mit Doppelfunktion von Verwaltungsratspräsident und Konzernchef bei Novartis eine Entschädigung von 20,5 Mio. Franken kassiert.

Das sind gut 70‘000 Franken weniger als für 2008, dürften Vasella aber erneut zum bestbezahlten Manager der Schweiz machen.

Das Salär setzt sich laut dem Geschäftsbericht erneut überwiegend aus Aktien und Optionen basierten Entschädigungen zusammen, während der Barbetrag knapp 3,3 Mio. Franken ausmachte.

Auf Entschädigungen von insgesamt über 7 Mio. Franken kamen die Novartis-Manager Mark Fishman, Joe Jimenez und Joerg Reinhardt. Die Entschädigung Vasellas hatte in den vergangenen Jahren Stoff für die Abzocker-Kontroverse geliefert.

2008 war das Salär noch um 21% gestiegen, nun blieb es trotz neuen Rekordergebnissen praktisch unverändert. Auf Grund anderer Bewertungsmethoden war die Anlagestiftung Ethos jeweils auf viel höhere Zahlen als die im Jahresbericht ausgewiesenen gekommen.

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