Das Bild der Schweiz im Ausland verbessern

Die Koordination der Landeswerbung: Was gehört dazu, was nicht mehr? swissinfo/L. Schäublin

Die Landeswerbung soll besser koordiniert werden. Dazu schlägt die Regierung dem Parlament in einem Bericht vier Varianten vor.

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2005 - 15:50 publiziert

Die Spannweite reicht bis zur Fusion von Präsenz Schweiz, Schweiz Tourismus, Standort Schweiz, Osec, swissinfo und weiteren.

Die Landeswerbung für die Schweiz soll besser koordiniert und möglicherweise von einer einzigen Gesellschaft betrieben werden. Der Bundesrat verabschiedete am Freitag einen Bericht mit vier Varianten, der dann in die parlamentarische Beratung geht.

Angesichts des verstärkten Wettbewerbs unter den Ländern sei die Werbung für den Standort Schweiz wichtiger denn je, sagte Wirtschaftsminister Joseph Deiss am Freitag vor den Medien. Im laufenden Jahr habe der Bund dafür 88 Mio. Franken aufgewendet.

Mit dem am Freitag verabschiedeten Bericht erfüllt der Bundesrat zwei Postulate, mit denen der Ständerat und der Nationalrat ein neues Konzept für die heute von einer Vielzahl staatlicher und halbstaatlicher Institutionen betriebenen Landeswerbung verlangen.

Variante "Kooperations-Vertrag"

Die erste Variante läuft unter dem Namen "Kooperations-Vertrag". Dabei würden die im Kernbereich der Landeswerbung tätigen Bundesinstitutionen Präsenz Schweiz, Schweiz Tourismus, Standort Schweiz und swissinfo verstärkt zusammenarbeiten.

Die erwähnten Organisationen hätten ein gemeinsames Mehrjahres-Programm zu erarbeiten und umzusetzen. Zusammen mit den anderen Promotions-Institutionen des Bundes müssten sie gemeinsam Kommunikationsmittel produzieren und in der Logistik und den zentralen Diensten zusammenarbeiten.

Variante "Holding-Gesellschaft"

Etwas weiter geht das Modell "Holding". Hier würde eine Managementgesellschaft geschaffen, die eine einheitliche Führung gewährleisten könnte.

Sie würde die Promotionsmassnahmen der angeschlossenen Organisationen strategisch leiten und eine Plattform für die gemeinsamen Dienste anbieten.

Integrierte Variante "Schweiz Promotion"

Die beiden weiteren Varianten entsprechen besser den Forderungen der Postulate nach einem höheren Integrationsgrad. Sie sehen die Schaffung einer vorläufig mit "Schweiz Promotion" bezeichneten Organisation vor.

Unterschiedlich wäre dabei die Zahl der vom Bund unterstützten Institutionen unter dem gemeinsamen Dach.

In der schlanken Version "Integration Kernbereich" würden in die neue Gesellschaft lediglich die vier oben erwähnten Institutionen eingeführt. Die nicht integrierten Promotionsinstitutionen müssten die für eine verbindliche Markenführung notwendigen Vorgaben der Gesellschaft übernehmen.

Sogar inklusive Osec, Kultur, Käse und Wein

Bei der Variante "Integration erweiterter Bereich" kämen unter das Dach der neuen Gesellschaft zusätzlich auch der offizielle Exportförderer Osec, die Auslandprogramme der Pro Helvetia sowie die landwirtschaftlichen Absatzförderungs-Organisationen Swiss Wine Communication, Switzerland Cheese Marketing und Agro-Marketing Schweiz.

Laut Bundesrat könnten die grössten Synergien mit der letztgenannten Variante erzielt werden. Der Einbezug sämtlicher Promotionstätigkeiten in eine einzige Gesellschaft wäre aber mit erheblichen organisatorischen und politischen Risiken verbunden, was eine rasche Umsetzung erschweren würde.

Probleme mit dem Zeitplan

Der Bundesrat überlässt die Variantenwahl dem Parlament. Zur Umsetzung des Konzepts mit einer neuen Organisation wird ein Rahmengesetz nötig sein.

Dieses müsste an sich bereits auf Anfang 2008 in Kraft treten, weil die Finanzierungsbeschlüsse für Schweiz Tourismus, Osec und Standort Schweiz Ende 2007 auslaufen.

Die Bundeskanzlei hält diesen Zeitplan allerdings für unrealistisch. Sie rechnet damit, dass eine Vorlage den Räten frühestens Ende 2008 zugeleitet werden kann.

Osec: Kundenoptik ist wichtig

Osec Business Network Switzerland begrüsst als offizieller Exportförderer die Bestrebungen des Bundesrates, die Landeswerbung neu zu strukturieren.

"Für uns muss die neue Lösung vor allem aus Kundenoptik sinnvoll sein", sagt Osec-CEO Daniel Küng in einer Medien-Mitteilung. Deshalb gibt er einem Zusammenschluss der Aussenwirtschafts- und Entwicklungsförderungs-Instrumente wie Osec, SOFI (Investitionsförderung), SIPPO (Importförderung) und Standort Schweiz den Vorzug.

Bei einem Zusammenschluss von so unterschiedlich ausgerichteten Organisationen wie Export-, Tourismusförderung und Image-Promotion würden die Schweizer Klein- und Mittelbetriebe (KMU) kaum profitieren.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das Mandat von "Präsenz Schweiz" besteht in der Verbreitung von Informationen über die Schweiz. Ausserdem sollen Verständnis und Sympathie für das Land geweckt und seine Vielfältigkeit aufgezeigt werden.

"Standort: Schweiz" soll ausländischen Unternehmen erleichtern, in der Schweiz Fuss zu fassen.

"Schweiz Tourismus" promoviert das touristische Angebot der Destination Schweiz im Ausland.

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