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Das Portal wird immer virtueller

Föderalismus und Geldnot holen ein hochfliegendes Projekt auf den Boden.

(swissinfo.ch)

Aus dem Internet-Schalter aller Kantone wird wohl nur eine herkömmliche Infoseite. Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse der Kantone, was die Interaktivität angeht.

Das ambitiöse Projekt wird auch abgespeckt, weil die Kantone weniger bezahlen wollen.

Der elektronische Schalter im Internet, der "Guichet virtuel", ist ein gemeinsames Projekt von Bund, Kantonen und Gemeinden. Rund um die Uhr sollte die Bevölkerung Informationen und Dienstleistungen nach Themen geordnet abrufen können. Diese Themen werden von den Verantwortlichen als "Lebensbereiche" bezeichnet.

Wegweiser von der Gemeinde bis zur Eidgenossenschaft

Dieses virtuelle Portal der Kantone wurde www.ch.ch getauft und seit 2001 wird darüber befunden und diskutiert. Im Internet ist es als "Wegweiser-System, das Sie durch die Verwaltungsstellen von Bund, Kantonen und Gemeinden führt" präsent. Und zwar in den vier Landessprachen plus Englisch.

Bis Ende 2004 soll das Portal 30 Themen umfassen. Zur Zeit sind es gerade deren 8: Privatleben, Gesundheit, Mobilität, Staat und Politik, Gesellschaft, Arbeit, Sicherheit und Wirtschaft. Zu finden sind vor allem amtliche Mitteilungen und Adressen für die Verwaltungsbereiche.

Die meisten Kantonsregierungen haben sich denn auch positiv zur Entwicklung eines solchen Web-Services geäussert.

Projekt bleibt Vision

Doch damit waren die Gemeinsamkeiten ausgeschöpft. Wie Claudio Riesen, Präsident der Schweizerischen Staatsschreiberkonferenz, gegenüber swissinfo sagte, bleibt das ursprüngliche Internetprojekt eine Vision.

Konkret hätten Bürgerinnen und Bürger damit Kontakt mit den Behörden aufnehmen, Gesuche stellen und Bewilligungen einholen können. Auf www.ch.ch hätte man Gebühren entrichtet und Einsicht erhalten, wo das persönliche Anliegen – zum Beispiel ein Baugesuch - gerade bearbeitet wird. Ein Code hätte die Einsicht erteilt.

Doch dazu wird es, so Riesen, nicht kommen: Die Meinungen der Kantone seien sehr kontrovers. "Wir im Kanton Graubünden haben uns für die Interaktion ausgesprochen, andere Kantone sind dagegen." Gründe seien Kosten und Sicherheitsbedenken.

Abgespeckt und billiger

Bei der Staatschreiber-Konferenz haben sich zwar alle Staatsschreiber für die Weiterführung der Pläne ausgesprochen. "Sie verlangten aber eine abgespeckte und billigere Form", sagt Riesen.

Deshalb wird das, was einmal als Vision gedacht war, eine herkömmliche Homepage ohne Interaktivität bleiben, auf der Informationen und Veröffentlichungen der Kantone und deren Administrationen zu finden sein werden.

Wer trotzdem mehr wolle müsse sich nun bei einem Pilotprojekt des Bundes beteiligen, sagt Riesen.

Werbetrommel rühren

Hanna Muralt-Müller, Vize-Bundeskanzlerin, findet es positiv, dass etliche Kantone eine Plattform mit Transaktion wollen. "Es ist von Beginn an klar gewesen, dass der Weg über ein Informationsportal führen wird", sagte sie gegenüber swissinfo. Jetzt müsse beim Benutzer für www.ch.ch geworben werden.

Die Vize-Bundeskanzlerin verweist auf zwei Pilotprojekte, welche bereits laufen. Das eine solle eine sichere Identifizierung von Benutzern des "virtuellen Schalters" ermöglichen. Das andere den automatischen Austausch von Daten zwischen den Behörden.

swissinfo

Fakten

Jahresbudget www.ch.ch: 3,6 Mio.
1,2 Mio. bezahlen die Kantone

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In Kürze

Der Bund lancierte im Jahr 2000 das Projekt www.ch.ch.

Die Kantone sagten zu und setzten Arbeitsgruppen ein. Zwei Übereinkommen wurden bereits unterzeichnet.

Eine drittes Abkommen ist zur Zeit in Prüfung. Es enthält die Wünsche der Kantone: Sie fordern eine Reduktion ihres finanziellen Anteils und die Streichung des interaktiven Teils des Portals.

Diese Spar-Bemühungen machen aus dem virutellen Schalter eine herkömmliche Informations-Site.

Der Bund hat seine Strategie zum E-Voting im Jahr 2003 vorgestellt. Die ersten Versuche mit dem Abstimmen per Internet fanden im selben Jahr im Kanton Genf statt.

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