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Das Senken der Hypothekar-Zinse hat begonnen

Die Migrosbank hat als Vorreiterin die Hypozinsen bereits gesenkt.

(Keystone)

Die Hypothekarzinsen in der Schweiz geraten nach der Lockerung der Zinszügel durch die Nationalbank unter Druck. Als erstes Institut hat die Migrosbank die Hypozinsen gesenkt. Die CS hat eine Senkung angekündigt, die übrigen Banken warten noch ab.

Die Senkung des Zins-Zielbandes durch die Nationalbank am Donnerstag (22.03.) hatte die Verbände von Hauseigentümern und Mietern auf den Plan gerufen. Sie forderten eine Senkung der variablen Hypothekarzinsen in der Schweiz um einen Viertel Prozentpunkt.

Migrosbank als Vorreiterin

Als erstes Institut hat die Migrosbank reagiert. Sie nimmt den Zinssatz für erstrangige variable Wohnbau-Hypotheken um einen Achtel Prozentpunkt auf 4,25 Prozent zurück. Für Neugeschäfte gelte der neue Zinssatz ab sofort, für bestehende Hypotheken ab dem 31. Mai. "Wir machen damit die Erhöhung vom letzten Herbst im gleichen Umfang wieder rückgängig", sagte Erich Hort, Chef der Migrosbank. Das Institut, das häufig als Vorreiter bei Hypozins-Anpassungen auftritt, weist ein Hypothekar-Volumen von rund 15 Mrd. Franken aus.

Mehr Spielraum auch dank billigerer Refinanzierung

Neben der Lockerung der Zinszügel durch die Währungshüter verschafft auch die verbilligte Refinanzierung den Banken mehr Spielraum für tiefere Hypozinsen, wie Ansgar Gmür, Direktor des Schweizerischen Hauseigentümer-Verbandes, sagte. Das Geld werde wegen der Börsenbaisse wieder in Obligationen oder Spargelder investiert.

Ähnlich sieht es Rudolf Strahm, Präsident des Mieterverbandes. Die Banken selbst geben sich jedoch vorsichtig und wollen zuerst Fakten sehen.

Erich Hort von der Migrosbank sieht zwar Chancen für einen Rückfluss von Mitteln in traditionelle Anlagen. Die Anleger könnten jedoch rasch wieder zu alternativen und kurzfristig attraktiveren Anlagen zurückkehren. In diesem Fall hätten die Banken wieder ein Refinanzierungs-Problem.

CS will demnächst senken

Eine Hypozins-Senkung in Aussicht gestellt hat die Credit Suisse (CS). Der Entscheid über den Zeitpunkt und die Höhe der Zinssenkung falle "in den nächsten Tagen", so CS-Verantwortliche.

Bei der Basler Kantonalbank wird die Hypozinsfrage in der nächsten Woche auf der Traktandenliste stehen. Willi Etter, Mitglied der Geschäftsleitung, sagte, man sei vom Entscheid der Nationalbank überrascht worden: "Wir werden die Entwicklung auf der Seite der Refinanzierung genau beobachten und gegebenenfalls rasch reagieren."

Auch die Raiffeisen-Gruppe will sich nächste Woche mit dem Thema Hypozins-Senkungen befassen. Die Zinssituation habe sich eindeutig entspannt.

Kantonalbanken zurückhaltend

Zurückhaltender geben sich die Kantonalbanken von Zürich, Bern, Waadt, Freiburg und Genf. Für ZKB-Sprecher Urs Ackermann liegt der gegenwärtige Zinssatz für variable Erstrang-Hypotheken mit 4,5 Prozent auf der Höhe der fünfjährigen Festhypotheken und damit richtig im Markt.

Für Christian Bohner von der Waadtländer Kantonalbank war das Zinssignal der Nationalbank zuwenig deutlich, als dass sich kurzfristig eine Hypozins-Senkung aufdränge.

Pierre Iseli, Mitglied der Generaldirektion der Genfer Kantonalbank, sieht ebenfalls keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Er wertet den Entscheid der Nationalbank jedoch als positives Zeichen für die Gesamtwirtschaft.

swissinfo und Agenturen


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