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Das wettbewerbfähigste Land der Erde

Bei der technologischen Innovation ist die Schweiz besonders stark.

(Keystone)

Die Schweiz figuriert zum ersten Mal auf Platz 1 des Global Competitiveness Report des Weltwirtschafts-Forums WEF. Der Report bewertet 125 Länder.

Letztes Jahr noch auf Rang 4, verdankt die Schweiz ihre gute Bewertung der starken Innovationskraft und der Qualität ihrer Infrastrukturen.

Die Schweiz entthronte dieses Jahr den langjährigen Leader USA. Auf Rang 2 findet sich wie im Vorjahr Finnland. Dahinter folgen Schweden, Dänemark und Singapur. Hinter den auf Rang 6 zurückgefallenen USA liegen Japan, Deutschland, die Niederlande und Grossbritannien.

"Die Bilanz der Schweiz weist kaum einen Schwachpunkt auf", erklärte der Chefökonom des WEF, Augusto Lopez-Claros, den erstmaligen Aufstieg der Schweiz an die Spitze des Global Competitiveness Index (GCI).

Innovationskraft der Schweiz gelobt

Ein Blick auf die einzelnen Ranglisten der 90 bewerteten Kriterien zeigt aber, dass die Schweiz den Aufstieg vor allem so genannt "weichen" Kriterien zu verdanken hat. Diese qualitativen Kriterien wurden in Umfragen in Wirtschaftskreisen erhoben. Seit dem letztjährigen WEF-Report werden sie stärker gewichtet.

Die Schweiz führt bei diesen Kriterien eine ganze Reihe von Ranglisten an: Etwa bei der Qualität der Forschungsinstitute, der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Industrie oder bei Weiterbildung des Personals.

Die Firmen würden kräftig in Forschung und Entwicklung investieren und hätten damit die Innovationskraft stark angetrieben, resümierte Lopez-Claros. Bestnoten erhielt die Schweiz unter den 125 bewerteten Ländern auch für ihre Infrastruktur (Bahn, Strassen, Telekom) und die Qualität der politischen Institutionen.

Kritik an Staatsverschuldung

Bei "harten", statistisch erfassten Volkwirtschafts-Daten wie etwa dem Verschuldungsgrad der öffentlichen Hand oder den staatlichen Defiziten figuriert die Schweiz dagegen bloss auf Rang 61 respektive 54.

Doch, so Lopez-Claros: "Dort wo die Schweiz Schwächen hat, haben viele andere Industrieländer ebenfalls Schwächen." Die Umfrage in Wirtschaftskreisen habe aber eindeutig ergeben, "dass in der Schweiz zurzeit gutes Geld" zu verdienen sei.

"Auffällig ist das Abrutschen der USA", erklärte Lopez-Claros. Die grösste Wirtschaftsmacht der Welt zwar nach wie vor vorzügliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen und effiziente Märkte. Auch könne kein anderes Land den USA die Rolle als Zentrum der technologischen Entwicklung streitig machen.

Problemzonen der USA

Hingegen kennen die USA hinlänglich bekannte Probleme wie etwa die zunehmende öffentliche Verschuldung, die wiederholten Staats- und Handelsbilanzdefizite. Die WEF-Ökonomen warnten, dass ein weiteres Abgleiten zu erwarten sei, falls die Defizite zu radikal abgebaut würden.

Unter den EU-Ländern ist der fortgesetzte Abwärtstrend Italiens hervorzuheben. "Bella Italia" fiel von Rang 38 auf Rang 42 zurück.

Die Liste der Probleme sei lang. Mit einer Verschuldung von weit über 100% des Bruttoinlandprodukts (BIP) gehöre Italien zu den Kellerkindern. Ursprung dieser Probleme seien schwache Institutionen.

China und Russland fallen zurück

Auch die aufstrebende Wirtschaftsmacht China fiel zurück. Neu liegt China auf Platz 54 (im Vorjahr 48). Bei den volkswirtschaftlichen Daten liegt die Volksrepublik zwar auf Rang 6. Doch wurde China für eine Verschlechterung des institutionellen Umfelds bestraft.

Mit ähnlichen Problemen muss auch das dank hohen Einkünften aus dem Rohstoffsektor boomende Russland kämpfen. Die Unternehmer zweifeln nach dem "Fall Chodorkowski" zunehmend an der Unabhängigkeit der Gerichte. Russland rutschte deshalb von Platz 53 auf Platz 62 ab.

economiesuisse: nicht überbewerten

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse hat dasTop-Ranking der Schweiz in der jüngsten WEF-Rangliste über die Wettbewerbsfähigkeit mit Freude zur Kenntnis genommen. Solche Ranglisten sollten aber nicht überbewertet werden, sagte Rudolf Walser, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbands, am Dienstag auf Anfrage und erinnerte an andere Umfragen, in denen die Schweiz nicht ganz so gut abschneidet.

Es handle sich um eine Momentaufnahme der Wirtschaftspolitik und um ein Signal, ob man auf dem richtigen Weg sei. Die Studie sollte aber keinesfalls zum Anlass genommen werden, sich nun auszuruhen, warnte Walser. Denn gerade bei den harten Faktoren wie zum Beispiel der Verschuldung zeige auch diese Studie, dass die Schweiz noch viel Arbeit vor sich habe.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Rangliste Wettbewerbsfähigkeit:
1. Schweiz (Vorjahr 4. Rang)
2. Finnland (2)
3. Schweden (7)
4. Dänemark (3)
5. Singapur (5)
6. USA (1)
7. Japan (10)
8. Deutschland (6)
17. Österreich (15)
18. Frankreich (12)
42. Italien (38)
123. Tschad
124. Burundi
125. Angola

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Untersuchungsmethode

Das Weltwirtschaftsforum setzt zur Berechnung der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Nationen auf eine neue Methode.

Damit sollen die Faktoren, die das wirtschaftliche Wachstum beeinflussen, stärker berücksichtigt werden.

Insgesamt basiert der Global Competitiveness Index auf 90 Kriterien. Bisher waren es nur 35.

Beurteilt werden Armut, Unabhängigkeit der Justiz, Ethos der Unternehmen, Ausbildung, Gesundheit sowie finanzielle und wirtschaftliche Daten.

Bei den europäischen Ländern und der Schweiz wurde die Analyse bezüglich Finanzsektor und Arbeitsmarkt verfeinert.

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