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SALZGITTER/DORTMUND/BERLIN (awp international) - Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie gab es am Mittwoch erste Warnstreiks. Eine Woche vor der dritten Verhandlungsrunde legten nach Angaben der IG Metall in Salzgitter und Dortmund insgesamt mehr als 2000 Beschäftigte stundenweise ihre Arbeit nieder. Stahlarbeiter aus 16 Unternehmen hätten sich beteiligt, teilte die Gewerkschaft in Düsseldorf mit. Die Arbeitgeber kritisierten die Aktionen. Die Warnstreiks seien "verfrüht und deshalb unangemessen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl, Bernhard Strippelmann, in Berlin.
"Die Produktionen ruhten vollständig, zumeist gleich für die halbe Schicht", so die IG Metall. Die Gewerkschaft kündigte für Donnerstag weitere Warnstreiks in mehreren Städten an. Ein Schwerpunkt ist Duisburg. "Mehrere tausend Beschäftigte" würden teilnehmen. Am Freitag sind Warnstreiks unter anderem in Bremen, Düsseldorf und Georgsmarienhütte geplant.
Die IG Metall verlangt unter anderem Einkommenserhöhungen von sechs Prozent sowie eine gleiche Entlohnung von Leiharbeitern und Festangestellten. Die Arbeitgeber haben bislang noch kein Angebot vorgelegt. Die nächste Runde ist am 29. September in Gelsenkirchen. "Wir werden uns bemühen, ein Angebot vorzulegen", sagte Strippelmann der dpa. Das grösste Tarifgebiet in der Stahlindustrie umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen sowie einen Standort in Hessen mit insgesamt rund 85.000 Beschäftigten.
Am Mittwoch ging auch die erste Tarifrunde für 8000 Beschäftigte in der ostdeutschen Stahlindustrie ohne ein Angebot der Arbeitgeber zu Ende, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Tarifkommission rief auch im Osten zu Warnstreiks ab kommender Woche auf.
Sechs Prozent mehr Geld seien "nur fair", sagte der nordrhein- westfälische IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Oliver Burkhard in Salzgitter. "Denn wir haben wahrlich unseren Beitrag in der Krise geleistet. Jetzt ist die Krise vorbei. Jetzt brummt es wieder im Stahl." Der Umsatz pro Arbeitsstunde liege über den Werten von 2006, die Unternehmen könnten sich die Lohnsteigerungen leisten.
In Salzgitter kamen 1500 Stahlkocher zur Kundgebung, in Dortmund rund 500. Das für Tarifpolitik zuständige IG Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer sagte in Dortmund: "Vom Profit müssen auch die profitieren, die ihn hart erarbeiten. Die Arbeitgeber müssen jetzt endlich ein anständiges Angebot machen, das den Namen auch verdient."
SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte am Dienstagabend in Hannover am Rande einer Veranstaltung der niedersächsischen Metall-Arbeitgeber Verständnis für die Gewerkschaftsforderung gezeigt. Die Beschäftigten hätten in der Krise dazu beigetragen, ihre Unternehmen zu retten. "Wenn wir jetzt einen Aufschwung haben, muss es ein Aufschwung für alle sein. Dann muss man auch faire Löhne zahlen", sagte er./poe/tob/DP/bgf

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