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Deiss würdigt Klestil als Freund und Staatsmann

Thomas Klestil starb am Dienstag im Alter von 71 Jahren.

(swissinfo.ch)

Der Tod des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil hat in ganz Europa Trauer ausgelöst. Der Schweizer Bundespräsident Joseph Deiss zeigte sich vom Tode Klestils "schmerzlich betroffen".

In einer Beileidsbekundung würdigte Deiss Klestil als Freund und grossen Staatsmann.

Klestils Verdiensten für Österreich und dessen Engagement für Europa "gebühren meine höchste Anerkennung", schreibt Deiss am Mittwoch in einem Telegramm an den designierten neuen österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer. "Ich persönlich und die Schweizer Nation verliert einen Freund, der unserem Land stets mit Sympathie begegnet ist", schreibt Deiss.

Die Behörden und das Schweizer Volk würden bewegten Anteil nehmen an der Trauer, die ganz Österreich verspüre. Deiss sprach Fischer im Namen des Bundesrats seine tief empfundene Anteilnahme aus und bat ihn, der Familie Klestils "in dieser schweren Stunde unser Beileid zu bekunden".

Als Zeichen der Trauer wurden am Mittwoch die Fahnen des Bundeshauses in Bern auf Halbmast gesetzt. Deiss wird zudem am Samstag nach Wien reisen und am Begräbnis teilnehmen.

Enge Beziehungen



Österreich und die Schweiz pflegen traditionell sehr gute Beziehungen. Beide Länder arbeiteten eng zusammen, unterstrich Daniela Stoffel, Sprecherin des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Dies gelte namentlich auf der Besuchsebene. So hatte Klestils erster offizieller Arbeitsbesuch als Bundespräsident im August 1992 ihn in die Schweiz geführt. Bereits im November gleichen Jahres kam er erneut auf Staatsbesuch.

Seither hatten jährlich Treffen zwischen Klestil und dem jeweiligen Schweizer Bundespräsidenten in Bern oder Wien stattgefunden.

Schweiz bei Boykott nicht dabei



Hervorzuheben ist dabei etwa die Haltung der Schweiz, als die EU-Staaten im Jahr 2000 nach Österreichs umstrittener Bildung einer Koalitionsregierung mit den Freiheitlichen (FPÖ) bilateral boykottierten.

Der damalige Bundespräsident Adolf Ogi betonte bei einem Besuch von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in Bern, wie wichtig Kontakte auch in Zeiten "politischer Unwetter" seien. Die Schweiz werde die Entwicklung in Österreich "aufmerksam verfolgen", die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien aber nach wie vor sehr gut.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der 1932 in Wien geborenene Thomas Klestil trat 1957 in den Staatsdienst ein.

1992 wurde er als Nachfolger von Kurt Waldheim Bundespräsident. 1998 wurde er im Amt bestätigt.

Bei seinem Staatsbesuch in Israel 1994 bekannte Klestil sich als erster österreichischer Bundespräsident zur Mitschuld seines Landes am Holocaust.

Infobox Ende

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