Denkmalschutz und Film im Konkurrenzkampf

In Italien, Frankreich und Deutschland ist der Denkmalschutz weitgehend eine Staatsaufgabe. In der Schweiz ist der Einfluss des Bundes weniger stark.

Dieser Inhalt wurde am 12. September 2003 - 14:00 publiziert

Eine Ausnahme bilden Denkmäler von aussergewöhnlicher Bedeutung wie Kathedralen oder Schlösser.

Der Bund engagiert sich bei der Erhaltung von Landschaften. Beim Kultur- und Denkmalschutz geht der Bund, wenn überhaupt, nur im Gleichschritt mit den Kantonen vor.

Sowohl die Kantone als auch private Organisationen wie der Schweizerische Heimatschutz (17'000 Mitglieder, 23 regionale Sektionen) müssen mit Budgetkürzungen leben.

Das Bundesamt für Kultur (BAK), von dem auch die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung (NIKE) abhängig ist, hat vorgeschlagen, die Mittel für den Denkmalschutz zu kürzen. Von den momentan 37 Millionen Franken jährlich auf 26 Millionen bis 2007. Die Differenz von 11 Millionen sollte der Schweizerischen Filmförderung zu Gute kommen.

Für NIKE-Direktorin Gurli Jensen ist diese Finanzumschichtung ein echter Skandal: "Es ist sehr enttäuschend, dass zwei kulturelle Bereiche gegeneinander ausgespielt werden, zumal dieser Entscheid ohne eine vorgängige Debatte erfolgte", sagte Jensen vor kurzem in der Tageszeitung "Le Temps".

Aber in Wahlzeiten setzt wohl niemand auf das Argument der Kultur. Im Gegenteil: Je näher die Wahlen kommen, umso zerbrechlicher wird das Thema. Wie Glas.

swissinfo, Raffaella Rosello
(Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

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