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Der Buchsalon in Genf - weit weg von der Deutschschweiz

Ob französisch, deutsch, türkisch oder libysch - das Faszinosum Buch regt zum Schmökern an.

(Keystone)

An der 16. Buchmesse in Genf sind 1000 Aussteller aus 40 Ländern anwesend. Die Deutschschweizer Präsenz ist nach wie vor dürftig.

Obwohl der "Salon du livre et de la presse" in Genf die einzige Buchmesse in der Schweiz ist, glänzte die Deutschschweiz in den letzten Jahren zunehmend durch Abwesenheit.

Das Buch sei kein Massenprodukt wie das Auto, das haufenweise Leute an den Autosalon nach Genf zieht, meint der Publizist Charles Linsmayer, der neu im Vorstand des Buchsalons Einsitz hat. Leider seien die Deutschschweizer Verlage in den letzten Jahren immer weniger vertreten, was zu einem Besucher-Rückgang aus der deutschen Schweiz geführt habe.

Zurückhaltende Schweizer Verlage

Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband zumindest diesmal wieder präsent. Das sei zwar positiv, so Linsmayer. "Leider hat sich aber die Entwicklung der letzten Jahre auf einzelne Verlage negativ ausgewirkt. Zwei wichtige fehlen: Suhrkamp und S. Fischer. Das ist ein schwerer Verlust für das Publikum."

Glücklicherweise sei der Diogenes-Verlag stark vertreten. Kein Wunder, denn Brasilien ist am diesjährigen Buchsalon Gastland. Und der brasilianische Autor Paulo Coelho, der in der Rhonestadt anwesend sein wird, ist einer der meist verkauften Autoren bei Diogenes.

Salon du livre .....et da la presse

Ein wichtiger Grund für das Desinteresse des deutschsprachigen Publikums sei zudem das Verhalten der Deutschschweizer Presse, betonte Linsmayer gegenüber swissinfo. "Leider haben die grossen Zeitungen wie "Tages-Anzeiger" und "Neue Zürcher Zeitung" den Sprung noch nicht gemacht, sich in Genf an der Messe für Buch und Presse einzubringen, wie das die Zeitungen der Romandie sowie Radio und Fernsehen der welschen Schweiz machen."

Nach längerem Unterbruch fährt heuer wieder ein Sonderzug mit Autorinnen und Autoren über den Röstigraben an den Salon. Ein zweiter Zug startet in Biel, der dann in Genf von den Expo-Direktoren Nelly Wenger und Martin Heller getauft wird. Charles Linsmayer hofft denn auch, dass sich das Interesse für die Romandie dank der Expo künftig weiter pflegen lässt.

Wider den Röstigraben

Charles Linsmayer hatte im letzten Jahr angesichts der schwachen Präsenz von Deutschschweizer Verlagen und Publikum die Initiative ergriffen, um dem Auseinanderdriften der Landesteile Gegensteuer zu geben. Er forderte zusammen mit anderen Intellektuellen eine Charta, die "eine zukunftsfähige, europäisch orientierte Schweiz festschreibt."

Ein engeres Zusammenrücken zwischen der Deutschschweiz und der Romandie werde in diesem Jahr dank der Expo auf schöne Weise geleistet, erklärte Charles Linsmayer. Die Gruppe will nach der Expo wieder zusammen kommen, um die Erfüllung ihrer Zielsetzungen zu besprechen.

Gaby Ochsenbein


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