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Der Gotthard-Strassentunnel wird 30 Jahre alt



Blick auf das Südportal des Gotthard-Strassentunnels am 5. September 1980, dem Eröffnungstag.

Blick auf das Südportal des Gotthard-Strassentunnels am 5. September 1980, dem Eröffnungstag.

(Keystone)

Am 5. September 1980 wurde der Gotthard-Strassentunnel eröffnet. Täglich wird er von 20'000 Fahrzeugen durchfahren. Deshalb hat der Tunnel eine Sanierung dringend nötig.

Zur Zeit sind alle Blicke auf die neue Eisenbahn-Alpentransversale NEAT gerichtet: Am 15. Oktober wird der Durchstich des Basistunnels gefeiert. In diesem Schatten begeht der Gotthard-Strassentunnel zwischen Göschenen (UR) und Airolo (TI) seinen 30. Geburtstag.

Seit dreissig Jahren ist der Tunnel in Betrieb. Er hat der Schweiz, wie auch Europa, gute Dienste erwiesen. Der zweispurig befahrene Tunnel von 17 Kilometer Länge, stellt so etwas wie die Nabelschnur dar zwischen dem Norden und dem Süden Europas.

Gebaut, um dem "Auto-Boom" gerecht zu werden, wurde der Tunnel immer unverzichtbarer. Das Alter und die 7 Mio. Fahrzeuge, die den Tunnel jährlich durchfahren, haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Eine Fassadenreinigung ist ebenso nötig, wie einen Teil der Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen, insbesondere was die Sicherheit betrifft.

Sanierung nötig

Mit der Sanierung soll die Tunneldecke um 30 cm erhöht werden. Damit erreicht der Tunnel eine Höhe von etwa 4,8 Meter. Das Entwässerungssystem im Tunnel muss ersetzt werden.

Was die Sicherheits-Infrastruktur betrifft, müssen die Sicherheitsnormen auf den neuesten Stand gebracht werden. Davon betroffen sind die Ventilation, die Notausgänge sowie die Signalisierung im Innern und ausserhalb des Tunnels. Die Sicherheitsgänge werden vergrössert.

Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat im Dezember 2008 vier Ingenieur-Büros damit beauftragt zu analysieren und festzustellen, welche Sanierungsarbeiten nötig sind und wie lange sie dauern werden.

Schliessung ja, aber wie lange?

Seit Mitte Juni kursiert in den Medien die Angabe, dass es 1000 Arbeitstage brauche, um den Tunnel zu sanieren. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir diese Zahlen nicht bestätigen. Es kommt darauf an, welche Sanierungs-Variante gewählt wird, wofür es noch zu früh ist. Wir sind noch nicht aus dem Tunnel raus gekommen", sagt Françoise Tschanz, Mediensprecherin des Bundesamtes für Strassen (ASTRA).

Das ASTRA sieht für die Sanierung zwei Möglichkeiten: Entweder den Gotthard-Tunnel drei Jahre lang total sperren oder die vorübergehende Schliessung an 280 oder 180 Tagen während einer Periode von fünf oder sechs Jahren.

Die Pläne stossen auf viel Kritik, wie etwa bei Josef Dittli, Urner Regierungsrat: "1000 Tage ohne Gotthard-Tunnel wäre der Wahnsinn", sagt er.

Mit Blick auf die 20'000 Fahrzeuge, die den Tunnel täglich durchqueren, ist für Ulrich Giezendanner, Nationalrat der rechtskonservativen Volkspartei (SVP), keine Lösung: "So viele Autos auf die Bahn zu verladen, funktioniert niemals."

Die Angst der Anrainer-Kantone

Die Spannungen sorgen die beiden Anrainer-Kantone Uri und Tessin. Sie fühlen sich nicht genügend verstanden und gehört in Bundesbern.

Der Urner Regierungsrat, Josef Dittli, ist auf der Hut. Im Mai bemerkte er in der Deutschschweizer Presse, dass er "das Gefühl hat, dass das ASTRA diejenige Variante versuchen wird durchzusetzen, die es bevorzugt".

Auf der südlichen Seite des Tunnels hat die Tessiner Regierung vor vier Monaten einen Brief an Bundesrat Moritz Leuenberger geschrieben. Damit will sie dem Wunsch, in die Sanierungs-Planung des Tunnels mit einbezogen zu werden, Nachdruck verleihen.

Wie schon nach dem tragischen Unfall im Oktober 2001, bei dem 11 Personen ums Leben gekommen sind und der Tunnel deshalb während zwei Monaten geschlossen wurde, befürchtet das Tessin, erneut isoliert und abgeschnitten zu sein vom Rest der Schweiz aber auch vom Norden Europas. Nur dieses Mal könnte die Schliessung mehrere Jahre dauern.

Nicole della Pietra, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Französischen: Sandra Grizelj)

SICHERHEIT

Eine Kollision zwischen zwei Lastwagen forderte am 24. Oktober 2001 elf Tote. Die Schadenssumme betrug rund 14 Mio. Franken. Der Tunnel war während zwei Monaten geschlossen.

Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde die Infrastruktur immer wieder verbessert. Verbesserungen wurden auch in Bezug auf die Verkehrsführung getroffen.

Für die Lastwagen wurde das Tropfenzählsystem eingeführt. Dank diesem System konnte die Anzahl von täglich 3'500 Lastwagen, die durch den Tunnel fahren, stabilisiert werden.

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WICHTIGE DATEN

November 1969:
Erste Vorbereitungen für Durchbohrungs-Arbeiten

5. Mai 1970:
Baubeginn

5. September 1980: Eröffnung

Länge Gotthard-Tunnel:
16'918 Meter

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