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Der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf angesagt

Die Jugend braucht Hilfe, um in der Arbeitswelt Fuss fassen zu können. Keystone Archive

Die stark zunehmende Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz verlangt nach innovativen regionalen Lösungsansätzen.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2005 - 13:52 publiziert

Besonders dramatisch ist die Situation im Kanton Tessin. Dort beträgt die Arbeitslosenrate bei den 20- bis 24-Jährigen 9,8%.

Die Jugendarbeitslosigkeit lag im letzten Jahr laut Zahlen des Staatsekretariats für Wirtschaft (seco) mit 5,1% deutlich über dem Durchschnitt (3,9%). Die starke Zunahme ist beunruhigend, war die Quote 2001 doch bei nur 1,8% gelegen.

Sprachregionen mit grossen Unterschieden

Grosse Unterschiede gibt es zwischen den Sprachregionen. Während in der Westschweiz 6,2% der 15- bis 24-Jährigen im letzten Jahr ohne Stelle waren, so waren es in der Deutschschweiz 4,7% und im Tessin 6,6%. Lehrabgänger waren besonders stark betroffen.

Um die Jugendarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, legte Bundesrat Joseph Deiss im Februar einen Aktionsplan vor. Bund und Kantone ziehen dabei am gleichen Strick. Je nach Sprachregion gibt es jedoch leicht unterschiedliche Konzepte.

Das Westschweizer Modell

Die Westschweizer Kantone haben ein Modell auf die Beine gestellt, das die praktische und theoretische Weiterbildung fördert und so den Jugendlichen als Sprungbrett in den Beruf dienen soll. Dieses Modell läuft unter der Bezeichnung Semestre de Motivation (SEMO).

Das SEMO verbindet die Arbeit in einer Lehrwerkstätte mit einer Weiterbildung etwa in Form von Sprach- und Mathematik-Kursen.

Ein Pionier war der Kanton Wallis, der 1994 das erste SEMO lancierte. Alle Westschweizer Kantone übernahmen dieses Modell. Das Wallis hat die tiefste Jugendarbeitslosigkeit in der Romandie.

Der Tessiner Sieben-Punkte-Plan

Im Tessin haben vor allem die 20- bis 24-jährigen Jugendlichen Mühe, eine Stelle zu finden. Die Arbeitslosenquote bei ihnen beträgt 9,8 %. Über die Ursachen gehen die Meinungen auseinander. Nach Ansicht von CVP-Nationalrat Meinrado Robbiani sind die flaue Konjunktur und die Personenfreizügigkeit schuld an der Misere.

Weniger dramatisch sieht das Tessiner Wirtschaftsamt die Lage. Bei hoher Arbeitslosigkeit seien Jugendliche stets stark betroffen gewesen, sagte Sergio Montorfani, Chef der Sektion Arbeit. Da man lange Erfahrungen mit italienischen Pendlern habe, müsse man auch keine Angst vor den Auswirkungen des freien Personenverkehrs haben.

Anfang März reichte die CVP im Tessiner Kantonsparlament eine Motion ein, um die Jugendarbeitslosigkeit mit einem Sieben-Punkte-Plan zu bekämpfen. Darin werden etwa Beschäftigungsverträge zwischen dem Kanton und grossen Firmen sowie Einsätze Jugendlicher in der Deutschschweiz oder im Ausland vorgeschlagen.

Deutschschweiz setzt auf Coaching

In der Deutschschweiz setzen die Kantone auf Mentoring und Coaching. Beim Mentoring begleitet eine erfahrene Person einen Jugendlichen vor oder während der Lehre. Als Mentoren kommen unter anderem Rentner zum Einsatz. Beim Coaching unterstützt ein Profi einen Jugendlichen bei den ersten Schritten ins Berufleben.

Zehn Deutschschweizer Kantone haben die Initiative AMOSA (Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau und Zug) gestartet, um jungen Leuten den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Anfang April wollen sie an einer Konferenz eine erste Bilanz ziehen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

2001 betrug die Arbeitslosigkeit bei den Schweizer Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren 1,8%.

2004 war sie auf 5,1% angestiegen, während die durchschnittliche Arbeitslosigkeit 3,9% betrug.

Wie bei der allgemeinen Arbeitslosigkeit sind die drei Sprachregionen in der Schweiz bei der Jugendarbeitslosigkeit unterschiedlich betroffen.

Sie beträgt im Tessin 6,6%, in der französischen Schweiz 6,2% und in der Deutschschweiz 4,7%.

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