Der Schweizer Film ehrt seine Besten

Der harte Winter im Schweizer Jura: "Un hiver sans feu". Filmcooperative Zürich

Der Schweizer Filmpreis geht in diesem Jahr an "Tout un hiver sans feu" von Greg Zglinski und an "Accordion Tribe" von Stefan Schwietert.

Dieser Inhalt wurde am 26. Januar 2005 - 22:03 publiziert

Mit drei Nebenpreisen war der Film "Strähl" von Manuel Flurin Hendry ebenfalls ein Hauptgewinner des Abends.

Die in der Schweiz gedrehte schweizerisch-belgische Koproduktion "Tout un hiver sans feu" des 36-jährigen Greg Zglinski, der bis 1992 in der Schweiz zuhause war und seither wieder in Polen lebt, ist ein Erstling.

Er zeigt ein Ehepaar, das in den Flammen ihres Bauernhofes im Jura ihre fünfjährige Tocher verliert. Das Paar kommt mit der Tragödie nicht zurecht: Die Frau wird in die Psychiatrie eingewiesen, der Mann findet eine neue Arbeit in der Stadt, und geht eine neue Beziehung mit einer aus dem Kosovo geflüchteten Frau ein.

Leer ausgegangen sind der hoch favorisierte Film "Notre musique" des Altmeisters Jean-Luc Godard, die beiden Komödien "Verflixt verliebt" von Peter Luisi und "Sternenberg" von Christoph Schaub, und der Erstling "Im Nordwind" von Bettina Oberli.

Publikumsliebling "Strähl"

Mit drei Preisen war der Film "Strähl" von Manuel Flurin Hendry der Publikumsliebling des Abends. "Strähl" war nicht als bester Film nominiert worden, was im Vorfeld der Preisverleihung zu Kritik führte.

"Strähl" erhält nun die beiden Schauspielpreise sowie den Spezialpreis der Jury. Der 37-jährige Roeland Wiesnekker wird als bester Hauptdarsteller, die 26-jährige Johanna Bantzer in ihrer ersten Rolle als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Der Jurypreis ging an den "Strähl"-Kameramann Filip Zumbrunn.

Wiesnekker spielt den Drogenfahnder Herbert Strähl, der im Quartier der Zürcher Langstrasse einen aussichtslosen Kampf gegen die Drogenszene führt. Bantzer spielt die drogensüchtige Carol, in die sich Strähl verliebt.

"Accordion Tribe"

Den Preis als bester Dokumentarfilm erhielt der Musikfilm "Accordion Tribe" des in Berlin lebenden Stefan Schwietert. Er zeigt fünf Musiker und Musikerinnen aus fünf Ländern, die sich zusammen tun, um Handharmonika zu spielen. Er beobachtet sie beim gemeinsamen Üben und auf einer Konzerttournee.

Der Preis als bester Kurzfilm ging an den fünfminütigen "Chyenne" von Alexander Meier. Der erstmals vergebene Preis für den besten Animationsfilm erhielt "Un'altra città" des 1949 in Mailand geborenen Carlo Ippolito, der seinen 11-minütigen Film auf einem Musikstück von Arnold Schönberg aufbaut.

Ehrenpreis für Tanner

Schliesslich ging ein weiterer Spezialpreis an den Genfer Regisseur Alain Tanner für sein Lebenswerk. Der 75-jährige Tanner hat nach dem Misserfolg seines neuen Films "Paul s'en va" letzten Herbst mehrmals erklärt, dass er keine Filme mehr machen wolle.

Die Preise wurden am Mittwochabend an den Solothurner Filmtagen vergeben. Die Nominierten erhielten insgesamt 330'000 Fr., an Preisgeldern wurden weitere 260'000 Fr. verteilt. Insgesamt kostet der Filmpreis rund 1 Mio. Fr.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Bester Dokumentarfilm: Stefan Schwietert, "Accordion Tribe"
Bester Spielfilm: Greg Zglinski, "Tout un hiver sans feu"
Bester Animationsfilm: Carlo Ippolito, "Un'altra città"
Bester Kurzfilm: Alexander Meier, "Chyenne"
Beste Hauptrolle: Roeland Wiesnekker in "Strähl" von Manuel Flurin Hendry
Beste Nebenrolle: Johanna Bantzer in "Strähl"
Spezialpreis der Jury: Filip Zumbrunn, Kameramann
Der Genfer Filmemacher Alain Tanner erhält zudem einen Spezialpreis für sein Lebenswerk

End of insertion

In Kürze

Der Schweizer Filmpreis wird seit 1998 vergeben.
Die Preisverleihung findet im Rahmen der Solothurner Filmtage statt.
Die 40. Ausgabe der Filmtage geht am nächsten Sonntag, dem 30. Januar zu Ende.
Die ausgezeichneten Werke waren in den Schweizer Kinos noch nicht zu sehen.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen