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Der Schweizer Skisport fasst wieder Tritt

Didier Cuche bei seiner Siegesfahrt letzten Freitag.

(Keystone)

Neu wieder mit den alten Ski-Anzügen, haben die Schweizer Skifahrerinnen und Skifahrer ein prächtiges Wochenende in Garmisch gefahren.

Herausragend war Fränzi Aufdenblatten mit ihrem dritten Platz bei der Abfahrt in Haus im Ennstal.

Die Ski-Saison begann schlecht für die Schweiz: Erstmals seit 1975 starteten die Schweizer Skirennfahrer mit einer erbärmlichen Bilanz ins neue Jahr. Die beste Leistung zu Beginn des Winters war der 5. Platz des Neuenburgers Didier Cuche (am Super-G vom 5. Dezember im amerikanischen Beaver Creek).

Die Schweiz stand damit auf Platz fünf der Länder-Weltrangliste; hinter Österreich, Italien, Norwegen und den USA.

Aber bei der Männerabfahrt am 24. Januar in Kitzbühel scheint sich der Knoten gelöst zu haben: Im 21. Lauf von insgesamt 40 Läufen im Weltcup fuhr der Bündner Ambrosi Hoffmann unter der Leitung von Alpin-Chef Karl Freshner auf den dritten Platz.

Drei Podiumsplätze in drei Tagen

Seither sind die Schweizer auf gutem Weg. Und zwar in fast allen Disziplinen. Im Slalom fuhr Vizeweltmeister Silvan Zurbriggen Anfang letzter Woche im österreichischen Schladming auf Platz 5.

Beim Super-G im deutschen Garmisch-Partenkirchen erreichte der Glarner Tobias Grünefelder am Sonntag zum dritten Mal einen dritten Rang fürs Schweizer Team.

Bereits zwei Tage zuvor, am Freitag, hatte sich die skibegeisterte Schweiz endlich beruhigen können: Der Neuenburger Didier Cuche holte bei der Abfahrt den Sieg.

Dies lässt das Schweizer Männer-Team genauso aufatmen, wie die Tatsache, dass sie an diesem Wochenende in drei Läufen – zwei Abfahrten und einem Super-G –10 ihrer Geschwindigkeits-Spezialisten in den Top 10 platzieren konnten.

Hinzu kommt noch der überraschende dritte Rang der Walliserin Fränzi Aufdenblatten vom letzten Samstag bei der Abfahrt im österreichischen Ennstal.

Drei Podestplätze in drei Tagen – es ist Ewigkeiten her, seit die Schweiz ein so schönes Spitzenski-Wochenende erleben durfte.

Die Anzüge, die zu reden gaben

Diese Auferstehung des Schweizer Skisports, so erfreulich sie auch ist, wirft ein Schlaglicht auf die Affäre mit den neuen Anzügen, die schon länger von sich reden macht.

Kurz vor Weihnachten unterzogen der Ex-Rennfahrer Steve Locher und Didier Défago die neuen Rennanzüge einer Reihe von Tests. Sie verglichen sie mit den Anzügen aus dem Vorjahr und stellten einen Mangel an Konkurrenzfähigkeit fest.

Bereits 1998 war die Swiss-Ski-Ausrüsterin Descente im Zentrum ähnlicher Vorwürfe gestanden.

Die Verbands-Oberen anerkannten, oft in verklausulierter Form, das technische Problem. Dies hinderte sie aber keineswegs daran, die Fahrer und die Trainer zu geisseln.

Seit dieser Polemik fahren die Schweizer Athleten wieder in den alten Anzügen. Und holen wieder würdigere Plätze.

Seither wenden sich die Fahrer Didier Cuche und Défago mit deutlichen Worten gegen die Verantwortlichen des Verbandes: Sie verlangen, dass sich Direktor Jean-Daniel Mudry und Präsident Duri Bezzola nochmals über die Bücher machen.

swissinfo, Raphael Donzel
(Übertragung aus dem Französischen: Philippe Kropf)

Fakten

Didier Cuche errang diese Saison den ersten Sieg fürs Schweizer Männerteam.

Der letzte Erfolg geht auf Michael von Grünigen zurück und stammt noch aus dem Februar 2003.

Schweizer Fahrerinnen und Fahrer zusammen haben dieses Jahr fünf Podestplätze errungen.

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In Kürze

Bis zu den Weihnachtsferien gelang es dem Schweizer Ski-Männerteam nicht, sich aufs Podest zu hieven – eine Premiere seit 1975.

Während der Neujahrspause führten die Abfahrer mehrere Tests durch, welche die Fehler bei den neuen Abfahrts-Anzügen aufzeigen sollten.

Die Verantwortlichen von Swiss-Ski mussten daraufhin – wenn auch verklausuliert – zugeben, dass die neuen Anzüge weniger gut sind als die aus dem Vorjahr.

Seither fahren die Männer wieder in den alten Anzügen – und holten einen ersten Platz (Didier Cuche) und zwei dritte Plätze (Ambrosi Hoffmann und Tobias Grünefelder).

Die Rennfahrer Cuche und Défago kritisierten daraufhin die Verbands-Oberen scharf.

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