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Der Valentinstag - Konsum als Liebesförderer

(swissinfo.ch)

Auf der ganzen Welt schicken sich am Valentinstag Verliebte Karten und kaufen Liebende Blumen. So vermittelt es uns die Industrie, die den Valentins-Brauch vor fünfzig Jahren aus den USA in die Schweiz importierte. Und die neue alte Tradition gefällt: Es werden Rekordumsätze erwartet.

Der Valentinstag ist Grosskampftag für alle Blumenhändlerinnen und Blumenhändler in der Schweiz, denn an keinem anderen Tag werden mehr Sträusse verschenkt als am 14. Februar. "Letztes Jahr wurden erstmals mehr Blumen verkauft als am Muttertag", sagt Res Lehnherr, Geschäftsführer von Fleurop Schweiz. In der Woche um den Festtag würden die Umsätze einer durchschnittlichen Woche drei- oder viermal übertroffen. Entsprechend haben sich die Blumenläden mit Schnittblumen eingedeckt.

Grossverteiler Coop hat sich ebenfalls gewappnet. "Der Valentinstag wird immer wichtiger", sagt Werner Jöhr, Pressesprecher der Coopverkaufsregion Bern. In den Geschäften würden statt Blumen vermehrt Pralinen und Torten sowie Geschenke gekauft. "Wenn der Valentinstag auf einen Wochentag fällt, verkaufen wir in dieser Woche mehr, als wenn er aufs Wochenende zu liegen kommt." In den Filialen würde durch Dekorationen und Aktionen für eine gute Konsum-Stimmung gesorgt.

Heidnische Götter, geköpfte Priester und Weltkriege

Was heute im Warenhaus zelebriert wird, begannen die Römerinnen und Römer als Feier des wiedererwachenden Frühlings. Am 14. Februar im Jahre 270 wurde der Priester Valentin geköpft, weil er Paare traute, obwohl der römische Kaiser ein Heiratsverbot erlassen hatte. Valentin ist deshalb der Schutzpatron der Verlobten.

Der Brauch mit den Kärtchen und Liebesgedichten kam später auf, als im 17. und 18. Jahrhundert Mätressen und Geliebte mit solchen Aufmerksamkeiten beschenkt wurden. Im angelsächsischen Raum hat sich dieser Brauch bis heute gehalten: "Valentine's Day" ist einer der speziellsten Tage im US-amerikanischen Kalender.

Um den "event-day" über den Atlantik in die Schweiz zu bringen, brauchte es einen Krieg und die Geschäftstüchtigkeit der Floristen: Nach dem zweiten Weltkrieg wollten amerikanische GIs ihren Lieben zu Hause Blumen senden und bestellten diese auch bei Schweizer Blumenhändlern.

Diese kannten diese Art von Grüssen nicht, machten sich kundig und führten 1949 flugs den Valentinstag in der Schweiz ein.

Event mit Zeitgeist

Der Valentinstag in hiesigen Gefilden ist zwar nicht so alt, trifft aber offenbar den Zeitgeist. Fleurop-Chef Lehnherr: "Besonders junge Leute beschenken sich an diesem Tag mit Blumen." Einfach macht das auch das Internet. Täglich fallen beim Blumenversand gegenwärtig 3'000 bis 4'000 Bestellungen an.

E-Cards als günstige Alternative

Wer dem Internet auch ohne echte Blumen genug Romantik abzugewinnen vermag, kann gratis und franko virtuelle Postkarten versenden. Valentine-Cards von romantisch bis skurril gibt es auf unzähligen Seiten. Sie sind ein Geheimtipp, weil sie auch noch am Valentinstag selber verschickt werden können.

Wirklich nach Liebe Schmachtende haben aber echte Karten schon lange vorbereitet und rechtzeitig abgeschickt.

Philippe Kropf


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