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Der Zerstörung ein Ende setzen

In Bethlehem kam es in den vergangenen Tagen verschiedentlich zu Feuergefechten. Dabei wurde auch ein von der Berner Reformierten Kirche unterstütztes Zentrum in Mitleidenschaft gezogen. Keystone Archive

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) schliesst sich den Protesten gegen die Eskalation des Krieges in den palästinensischen Gebieten an.

Dieser Inhalt wurde am 15. März 2002 - 18:33 publiziert

Bereits anlässlich des Treffens mit Aussenminister Joseph Deiss zu Beginn dieses Jahres hatte sich der Rat des SEK äusserst besorgt über die Situation im Nahen Osten gezeigt. Bundesrat Deiss habe zu verstehen gegeben, dass er für die Probleme in Israel und in den palästinensischen Gebieten nur eine Lösung sehe, wenn die Staatengemeinschaft geschlossen interveniere.

Wende dringend erforderlich

Für die Sicherung des Friedens müsse dem Teufelskreis aus Selbstmordattentaten und militärischer Repression ein sofortiges Ende gemacht werden, schreibt der Rat des SEK in einer Mitteilung. Die militärische Besetzung und die jüdische Besiedlung der palästinensischen Territorien müsse gestoppt werden. Im Gegenzug müssten dem israelischen Staat bindende Sicherheitsgarantien gewährt werden. Zudem müsse das palästinensische Flüchtlingsproblem gelöst werden. Überdies sollten die territorialen Ansprüche an Jerusalem geklärt werden.

Die Anwendung militärischer Mittel habe die Region in die schlimmste Krise seit Jahrzehnten geführt, ohne der einen oder anderen Partei wirklich zu Sicherheit, geschweige denn Frieden zu verhelfen, heisst es weiter.

In dieser Haltung sieht sich der Rat des SEK auch durch die aktuellsten Stellungnahmen des UNO-Sicherheitsrates und insbesondere seitens des Generalsekretärs Kofi Annan bestärkt. Der Rat des SEK erwartet eine Verbesserung der Situation allein durch eine internationale Präsenz im Nahen Osten, die das Existenzrecht von Israelis und Palästinensern gleichermassen garantiert und je beiden Völkern ihr gesichertes staatliches Territorium gewährleistet.

Christliche Einrichtungen betroffen

Immer mehr werden auch christliche Einrichtungen Opfer der Gewalt. Die israelische Armee hat bei ihrer jüngsten militärischen Operation in Bethlehem das Schul- und Rehabilitations-Zentrum Dar-al-Kalima teilweise zerstört, das von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien betrieben wird.

Der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura hat in einem Brief an den israelischen Botschafter in der Schweiz gegen diese Aktion protestiert. Der Synodalrat habe "mit Bestürzung" von der Besetzung und schweren Beschädigung der Schule Kenntnis nehmen müssen. Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Bethlehem habe sich "seit Jahren intensiv und gewaltfrei für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina" engagiert, heisst es weiter.

Das Zentrum ist seit zwei Jahren in Betrieb und wurde von der Reformierten Kirche des Kantons Bern mit 80'000 Franken finanziell unterstützt.

Die Schule beherberge 240 muslimische und christliche Jugendliche, sagte Albert Wieger, Sprecher der Reformierten Kirche des Kantons Bern. "Die Gewaltakte der Israelis gegen das Gebäude haben uns tief getroffen, weil das Zentrum mit Hilfe lokaler Gemeinden finanziert wurde. Es ist hart zu sehen, wie das Engagement der Schweiz für Frieden in der Region jetzt willkürlich zerstört wird."

Der Synodalrat habe "mit Bestürzung" von der Besetzung und schweren Beschädigung der Schule Kenntnis nehmen müssen. Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Bethlehem habe sich "seit Jahren intensiv und gewaltfrei für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina" engagiert, heisst es weiter.

Zu Lasten der Zivilbevölkerung

Laut dem SEK-Rat geht der Krieg mehr und mehr zu Lasten der Zivilbevölkerung. Es stelle sich die Frage, ob unter solchen Bedingungen noch berechtigterweise von "Terrorbekämpfung" und "Selbstverteidigungsrecht" gesprochen werden könne.

Seit Jahrzehnten pflegten verschiedene reformierte Mitgliedkirchen und Gemeinden Beziehungen zu christlichen Kirchen und Gemeinden in Jerusalem und den besetzten Gebieten, heisst es weiter.

Friedensfördernde Projekte in Israel und Palästina würden vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), dem Christlichen Friedensdienst und der Stiftung für Kirche und Judentum mit Unterstützung von Brot für alle (BFA) durchgeführt. Auch diese Aktivitäten seien zum Teil von den aktuellen Ereignissen schwerwiegend betroffen.

swissinfo

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