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FRANKFURT (awp international) - Die Deutsche Bank steckt Milliarden in die Postbank-Übernahme und will so ihr Privatkundengeschäft dauerhaft stärken. "Das Unternehmen wird nach einer Konsolidierung der Postbank wesentlich mehr wert sein", sagte der Chef der grössten deutschen Bank, Josef Ackermann, am Montag in Frankfurt. "Damit steht der grössere Deutsche-Bank-Konzern künftig auf zwei starken Säulen und verfügt über einen besseren, ausgewogenen Ergebnismix und insgesamt stabilere Erträge." Kritiker hatten der Bank eine zu starke Abhängigkeit vom Investmentbanking vorgehalten, das relativ grossen Schwankungen unterliegt.
Im kombinierten Privatkundengeschäft der beiden Grossbanken erwartet die Deutsche Bank mittelfristig Erträge von mehr als zehn Milliarden Euro sowie ein jährliches Vorsteuerergebnis von mehr als drei Milliarden Euro. Bislang hatte die Deutsche Bank im Jahr 2011 einen Vorsteuergewinn von 1,5 Milliarden Euro angestrebt. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern im Privatkundengeschäft soll bei mehr als 20 Prozent liegen. An den bisherigen Plänen, die Marke Postbank zu erhalten, ändere sich nichts, betonte Ackermann. Für die Personalstärke beider Häusern werde die Übernahme aber natürlich "gewisse Konsequenzen haben".
KNAPP ZWEI MILLIARDEN EURO FÜR BASEL-III-REGELN
Aus dem geplanten Erwerb der Postbank entstehe ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 7,7 Milliarden Euro, erklärte Ackermann. Das ist der Löwenanteil der für diesen Herbst angekündigten Kapitalerhöhung der Deutschen Bank von fast zehn Milliarden Euro. Dabei geht der Konzern davon aus, dass er im Rahmen seiner Offerte weitere 21 Prozent der frei gehandelten Aktien der Postbank erwerben wird, an der die Deutsche Bank bereits fast 30 Prozent hält. Der Aktienkurs der Postbank brach am Montagvormittag ein, nachdem er aufgrund von Gerüchten zuletzt zugelegt hatte.
Mit den übrigen knapp zwei Milliarden Euro stärkt die Deutsche Bank ihre Bilanz und rüstet sich damit für die schärferen Kapitalregeln für die Finanzbranche, die Notenbanker und Aufseher am Sonntag auf den Weg brachten. "Wir werden die Basel-III-Kriterien bereits Ende 2013 erfüllen", sagte Ackermann. "Wir haben sehr gut vorgearbeitet." Deshalb brauche sein Institut über die angekündigten Kapitalerhöhung hinaus kein weiteres Geld vom Aktienmarkt, um die künftigen Auflagen zu erfüllen.
GEBOT SOLL IN DER ERSTEN OKTOBERHÄLFTE VORGELEGT WERDEN
Die Deutsche Bank hatte am Sonntag ein Übernahmeangebot für die Postbank angekündigt. Der Branchenprimus will den Postbank-Aktionären zwischen 24 und 25 Euro je Aktie bieten. Dies ist deutlich weniger als die Bank der früheren Postbank-Mutter, der Deutschen Post, bisher bezahlt hat und im Rahmen weiterer Vereinbarungen zahlen müsste. Ackermann erklärte, das Übernahmeangebot werde nach Freigabe durch die Finanzaufsicht BaFin in der ersten Oktoberhälfte erfolgen.
Die grösste deutsche Bank hatte sich im Spätsommer 2008 - kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - mit der Post auf den Kauf der Postbank verständigt. Wegen der Finanzkrise wurde die Transaktion teilweise neu aufgerollt. Dabei wurde vereinbart, dass die Deutsche Bank spätestens im Februar 2012 weitere 60 Millionen Postbank-Aktien oder rund 27 Prozent der Anteile übernimmt. Der Preis wurde dabei auf 45 Euro je Aktie festgelegt.
Die Post hält dann noch rund 12 Prozent der Postbank. Allerdings wurde abgemacht, dass auch diese Anteile letztendlich nach Frankfurt gehen werden. Die Vereinbarungen mit der Post sind von der aktuellen Offerte nicht betroffen.
DEUTSCHE-BANK-AKTIE LEGT TROTZ REKORD-KAPITALERHÖHUNG ZU
Sollten das aktuelle Gebot alle Aktionäre - ausser der Post - annehmen, würde dies die Deutschen Bank rund 1,7 Milliarden Euro kosten. Die Differenz zu den von Ackermann genannten 7,7 Milliarden Euro ergibt sich aus dem zusätzlichen Kapitalbedarf bei der vergleichsweise schwach kapitalisierten Postbank sowie 2,4 Milliarden Euro Abschreibungsbedarf auf bereits gehaltene Postbank-Aktien.
An den bisherigen Plänen, die Marke Postbank zu erhalten, ändere sich nichts, betonte Ackermann. Für die Personalstärke beider Häusern werde die Übernahme aber natürlich "gewisse Konsequenzen haben". Am Aktienmarkt kam die Ankündigung der Deutschen Bank gut an: Das Papier legte trotz der ankündigten Rekordkapitalerhöhung mehr als ein Prozent zu und reduzierte damit einen Teil ihrer Verluste vom Freitag. Die Aktie hatte zum Wochenausklang deutlich an Wert verloren, nachdem es bereits Berichte über eine mögliche Kapitalerhöhung gab./ben/zb/zb

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