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Deutsche Bank/Staatsanwaltschaft entlastet Management (AF)

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 13:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat einzelne Mitglieder der Deutschen Bank-Führung in der Datenaffäre entlastet. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder in möglicherweise strafrechtlich relevante Aktivitäten einbezogen waren, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Entsprechend würden auch keine Ermittlungen aufgenommen. "Die Staatsanwaltschaft bestätigt unsere Einschätzung", sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher auf Anfrage. Das Kreditinstitut hatte bereits Anwälte mit der Untersuchung der Affäre betraut. Sie waren zum gleichen Ergebnis gekommen.
Detektive sollen im Auftrag der Deutschen Bank mit unlauteren Methoden missliebige Aktionäre und eigenes Führungspersonal ausgespäht haben. Seit mehreren Monaten ermitteln deshalb neben der Staatsanwaltschaft auch der hessische Datenschutz-Beauftragte und die Finanzaufsicht Bafin. Die Staatsanwaltschaft hat auch tatsächlich Hinweise darauf gefunden, dass gegen den Datenschutz verstossen wurde. "Insoweit wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die vermutlich dafür Verantwortlichen eingeleitet", hiess es in einer Mitteilung. Namen nannten die Strafverfolger unter Hinweis auf die laufenden Untersuchungen indes nicht.
ACKERMANN UND BÖRSIG GENANNT
Die Deutsche Bank ihrerseits wirft dem früheren Leiter der Investor Relations und dem ehemaligen Sicherheitschef vor, die zwielichtigen Aktionen angestossen zu haben. Deshalb hat das Institut beide Mitarbeiter bereits vor Monaten entlassen. In der Branche wurde dies teils als Bauernopfer gewertet. Vor dem Arbeitsgericht wehren sich die Betroffenen gegen ihre Kündigung. Zwischenzeitlich war auch Aufsichtsratschef Clemens Börsig in die Schusslinie geraten. Die Staatsanwaltschaft bescheinigte ihm nun ein tadelloses Verhalten, genauso wie Konzernchef Josef Ackermann. "Wir sehen den noch laufenden Ermittlungen zuversichtlich entgegen", sagte der Deutsche-Bank-Sprecher.
Die Bank war Ende Mai an die Öffentlichkeit gegangen und hatte über die Affäre berichtet. Die Bespitzelten stellten daraufhin Strafanzeige. So sollen die entlassenen Abteilungsleiter die Detektive auf den kritischen Aktionär Michael Bohndorf angesetzt haben. Die Deutsch-Banker vermuteten den Aussagen zufolge, dass Bohndorf mit dem Deutsche-Bank-Intimfeind Leo Kirch gemeinsame Sache macht. Kirch überzieht die Deutsche Bank seit Jahren mit Prozessen, weil er sie für den Niedergang seines Medienimperiums mitverantwortlich macht.
Auf Bohndorf soll unter anderem ein weiblicher ?Lockvogel? angesetzt worden sein. Zudem sollen die von der Deutschen Bank beauftragten Detektive einen Bespitzelungsversuch bei Kirchs Anwälten gestartet, dann jedoch abgebrochen haben./das/gr/wiz

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