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Deutsche Bank verdient dank Investmentbanking mehr als erwartet (AF)

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2010 - 09:30 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Das florierende Geschäft mit Anleihen, Aktien, Währungen und Rohstoffen hat der Deutsche Bank im ersten Quartal das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte gebracht. Vor allem sprudelnde Gewinne im Investmentbanking liessen den Überschuss von 1,2 auf 1,8 Milliarden Euro klettern, wie der Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet. Der Gewinn vor Steuern belief sich auf 2,8 (1,8) Milliarden Euro. Besser lief es bei der grössten deutsche Bank nur zum Jahresauftakt 2007 - also vor der Finanzkrise.
"Entscheidend für das gute Ergebnis im ersten Quartal 2010 war unser Geschäft im Investmentbanking", erklärte Vorstandschef Josef Ackermann. Die Sparte verdiente mit einem Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden Euro so viel wie noch wie in einem Quartal. Auch das Privatkundengeschäft zeigte sich gestärkt und erreichte das beste Quartalsergebnis im operativen Geschäft seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, die im Herbst 2008 die Finanzwelt erschütterte.
WEITERES GUTES JAHR IM INVESTMENTBANKING
Im Investmentbanking zeichne sich 2010 ein weiteres gutes Jahr ab, erklärte die Bank in ihrem Zwischenbericht. Allerdings dürfte das Ertragsniveau in den meisten Geschäftssegmenten niedriger als im Vorjahr sein. "Im ersten Quartal 2010 hat sich die Weltwirtschaft spürbar stabilisiert, auch wenn noch einige Risiken verbleiben", zitierte die Bank Ackermann in einer Mitteilung. In einem Brief an die Aktionäre heisst es: "Die wirtschaftlichen Aussichten sind weiterhin durch ein hohes Mass an Unsicherheit geprägt."
An ihren mittelfristigen Zielen bis 2011 hält die Deutsche Bank nach wie vor fest. 2011 soll die grösste deutsche Bank nach den Plänen von Vorstandschef Josef Ackermann einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro erwirtschaften. Daran hält Finanzvorstand Stefan Krause fest, wie aus der Präsentation zu den Quartalszahlen hervorgeht. Analysten waren zuletzt skeptisch, dass das ambitionierte Ziel zu erreichen ist.
AKTIE RUTSCHT NACH POSITIVEM START INS MINUS
Am Markt wurden sowohl die bestätigten Mittelfrist-Ziele als die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zunächst positiv aufgenommen. Die Aktie legte in den ersten Handelsminuten zu, konnte die Gewinne jedoch nicht halten und rutschte bis 9.15 Uhr ins Minus. Händler führten dies vor allem auf den fehlenden konkreten Ausblick für 2010 sowie zurückhaltende Aussagen bei der Analystenkonferenz zurück. Zuletzt war die Aktie nach der Ankündigung einer SEC-Klage gegen den Konkurrenten Goldman Sachs wegen Betrugsverdacht beim Verkauf von komplizierten Finanzprodukten unter Druck geraten. Einige Analysten fürchten, dass Ähnliches auf die Deutsche Bank zukommen könnte./gr/ben/zb

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