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FRANKFURT (awp international) - Der Jahresüberschuss der deutschen Bundesbank hat sich angesichts einer gestiegenen Risikovorsorge im Jahr 2010 fast halbiert. Der Überschuss sei von 4,1 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro gefallen, teilte die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mit. "Der Grund für den Rückgang des Gewinns ist vor allem eine höhere Risikovorsorge", sagte Bundesbankpräsident Axel Weber bei seiner letzten Jahresbilanz. Der ausgewiesene Gewinn wird vollständig an das Bundesfinanzministerium abgeführt.
Sinkende Zinserträge belasteten das Ergebnis der Bundesbank. Die Zinserträge fielen von 7,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,2 Milliarden Euro. "Ursächlich für den anhaltenden Rückgang der Zinserträge sind die weiterhin historisch niedrigen Leitzinsen des Eurosystems", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Rudolf Böhmler. Den Zinserträgen standen Zinsaufwendungen von 2,6 (2009: 3,5) Milliarden Euro gegenüber, so dass sich ein Nettozinsertrag von 3,6 (4,2) Milliarden Euro ergab.
Für den Rückgang des Jahresergebnisses um 1,9 Milliarden Euro war neben dem Nettozinsertrag insbesondere die sogenannte Wagnisrückstellung in Höhe von 1,6 Milliarden Euro massgeblich. "Insbesondere im Hinblick auf die im Zuge der Finanzkrise deutlich gestiegenen Bestände an risikotragenden Aktiva war eine Aufstockung der Risikovorsorge notwendig", sagte Weber. Die Erhöhung der Risikovorsorge der Bundesbank steht laut Weber im Einklang mit der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hat in ihrem Jahresabschluss für 2010 ihre Wagnisrückstellung um 1,2 Milliarden Euro erhöht.
Bilanzpositionen wie etwa die Goldreserven, die Marktpreisschwankungen unterliegen, werden laut Bundesbank grundsätzlich zu Marktpreisen bewertet. Die dabei anfallenden Bewertungsgewinne sind nicht erfolgswirksam, sondern werden in einem "Ausgleichsposten aus Neubewertung" ausgewiesen. Sie betragen 110,5 Milliarden Euro (Gold 107,4 Mrd. Euro, Devisen 2,7 Mrd. Euro, Wertpapiere 0,5 Mrd. Euro).
Der deutsche Aufschwung wird nach Einschätzung der Bundesbank im laufenden Jahr weiter an Breite gewinnen. "Die deutsche Wirtschaft wird ihre kräftige zyklische Erholung - wenn auch mit etwas vermindertem Tempo - in diesem Jahr fortsetzen", sagte Axel Weber. "Von der robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung gehen weiterhin wichtige Nachfrageimpulse aus, doch dürfte der Aufschwung weiter an Breite gewinnen." Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gewachsen und hatte sich damit überraschend deutlich vom Einbruch in der Krise erholt.
So werde der Bedarf an Ausrüstungsinvestitionen vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Kapazitätsauslastung nochmals zunehmen. Und obwohl sich das Preisklima zuletzt eingetrübt habe, seien angesichts der anhaltend positiven Arbeitsmarktentwicklung auch beim privaten Konsum Zuwächse zu erwarten. Das "aussergewöhnlich hohe" Vertrauen von Unternehmen und Haushalten spreche für eine stärkere Rolle der binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte./jsl/jha/

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