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BONN (awp international) - Die Postbank hat trotz eines höheren Gewinns in den ersten sechs Monaten die Erwartungen für das zweite Halbjahr gedämpft. Vorstandschef Stefan Jütte erwartet zwar nach wie vor schwarze Zahlen für 2010. "Allerdings gehen wir nach derzeitiger vorsichtiger Einschätzung nicht davon aus, dass sich das Ergebnisniveau des ersten Halbjahres auch im zweiten Halbjahr fortschreiben lässt", sagte Jütte am Mittwoch laut Mitteilung und verwies auf die andauernden Unsicherheiten an den internationalen Kapital- und Immobilienmärkten. Die im MDax notierte Aktie gab vorbörslich knapp zwei Prozent nach.
Im laufenden Jahr rechnet die Postbank, an der die Deutsche Bank derzeit knapp 30 Prozent hält, zwar mit einem leichten Plus beim Zinsüberschuss und geringeren Belastungen aus der Finanzkrise. Der Provisionsüberschuss dürfte wegen rückläufiger Erträge aus Postgeschäften und dem Abwicklungsgeschäft aber leicht zurückgehen. Das angestossene Sparprogramm läuft weiter, wegen der jüngsten Übernahme von rund 300 Postfilialen rechnet das Bonner Institut aber mit 60 bis 70 Millionen zusätzlichen Kosten in diesem Jahr. Nach einer nicht näher definierten Anlaufphase sollen sich zusätzlichen Filialen aber positiv auf das Ergebnis auswirken.
STRUKTURIERTE KREDITPRODUKTE BELASTEN WEITER
Im zweiten Quartal konnte die Postbank dank höherer Erträge aus dem Privatkundengeschäft und niedrigerer Belastungen aus Spekulationen den Gewinn steigern. Vor Steuern belief sich der Gewinn auf 94 Millionen Euro nach einem Verlust von 29 Millionen Euro im Vorjahr. Unterm Strich ergab sich ein Überschuss von 57 Millionen Euro nach 15 Millionen Euro im Vorjahr für das zweite Quartal und von 153 Millionen Euro im ersten Halbjahr (Vorjahr: 113 Mio Euro).
Der Zinsüberschuss stieg im zweiten Quartal um knapp 100 Millionen Euro auf 671 Millionen Euro, das Minus im Handelsergebnis verringerte sich auf 40 Millionen Euro (Vorjahr: 103 Mio Euro). Die Postbank hat nach wie vor an Belastungen aus strukturierten Kreditprodukten zu knabbern. Diese waren im zweiten Quartal aber noch einmal deutlich zurückgegangen. Die Risikovorsorge für faule Kredite stieg allerdings noch einmal an. Sie betrug 175 Millionen Euro nach 120 Millionen Euro im Vorjahr.
ANLEIHEN AN PIGS-ANLEIHEN GEHT LEICHT ZURÜCK
Was Konten und Einlagen angeht, trat die Postbank im wichtigen Privatkundengeschäft teilweise auf der Stelle. Die Zahl der privaten Girokonten blieb seit Jahresanfang nahezu unverändert. Die Sichteinlagen Privat- und Geschäftskunden stieg seit Jahresanfang nur um 1 Milliarde Euro. Der Bestand an Spareinlagen ging seit Januar leicht zurück. Das Neugeschäft verlangsamte sich. Im Bausparbereich legte das Neugeschäft dank neuer Vertriebsinitiativen und Kooperationen dagegen zu, die Einlagen stiegen. In der Baufinanzierung und dem Firmenkundengeschäft stieg der Kreditbestand gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch seit Jahresanfang stabil.
Der Bestand an Staatsanleihen im Portfolio aus den so genannten PIGS-Staaten (Griechenland, Irland, Portugal und Spanien) reduzierte sich bis Ende Juni leicht auf 3,0 Milliarden Euro. Ende März hatte die Postbank noch Staatsanleihen aus Griechenland, Irland, Portugal und Spanien im Wert von mit 3,6 Milliarden Euro in ihren Büchern. Ausserdem hielt das Institut nach wie vor italienische Staatsanleihen im Wert von 4,6 Milliarden Euro. Jütte befand das Staatsanleihen-Portfolio zuletzt für unproblematisch.
NOCH KEINE ZIELVORGABE FÜR DIE RENDITE
Die Kernkapitalquote der Postbank lag Ende Juni wie im März bei 7,3 Prozent. Bis Ende 2012 will Jütte seinen Aktionären keine Dividende zahlen, sondern Gewinne einbehalten und so auf eine Kernkapitalquote von rund 9,5 Prozent kommen. Den europäischen Stresstest hatte die Postbank nur knapp bestanden. Mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 6,6 Prozent lag die Quote nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert.
Eine Zielvorgabe für die Eigenkapitalrendite will Jütte erst geben, wenn Fragen wie die Einführung der Bankenabgabe, die Reform der Einlagensicherung und die neuen Regeln für die Eigenkapitalanforderungen (Basel III) geklärt sind./ang/zb

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