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DEVISEN/Rasante Berg- und Talfahrt des Euro nach Verbot von Leerverkäufen

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2010 - 16:38 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Alleingang beim Verbot von so genannten ungedeckten Leerverkäufen von Wertpapieren hat die Nervosität an den Devisenmärkten weiter verstärkt und zu heftigen Kursschwankungen beim Euro geführt. In einer rasanten Talfahrt rutschte die Gemeinschaftswährung erstmals seit Anfang 2006 wieder unter die Marke von 1,22 Dollar auf ein Tief von zeitweise 1,2146 Dollar. Im späten Nachmittagshandel erholte sich der Euro wieder kräftig und sprang zeitweise über 1,23 Dollar. Zuletzt kostete ein Euro 1,2277 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2270 (Dienstag: 1,2428) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8150 (0,8046) Euro.
Mit dem überraschen Verbot von ungedeckten Leerverkäufen "ist die Verunsicherung an den Märkten gestiegen", kommentierte der Devisenexperte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Entscheidung der deutschen Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte am Dienstagabend völlig überraschend bestimmte, hoch spekulative Wetten von Investoren auf fallende Kurse untersagt. Bei ungedeckten Leerverkäufen geht es um Geschäfte, in denen Händler Wertpapiere zum Verkauf anbieten, die sie gar nicht besitzen - in der Absicht, sie später zu einem niedrigeren Preis zu kaufen und damit Gewinn zu machen. Volkswirte zweifelten am Sinn des Verbots und sprachen teilweise sogar von einer "Verzweiflungstat der Bundesregierung".
Der deutsche Alleingang beim Verbot von Leerverkäufen werde nur wenig Wirkung zeigen, kritisierte auch Umlauf. Solange an wichtigen Finanzzentren wie zum Beispiel London die Geschäfte ungestört laufen können, zeige das Verbot in Deutschland "allenfalls eine symbolische Wirkung". Die Kurserholung des Euro am Nachmittag erklärte Umlauf mit Interventionen der Schweizer Nationalbank an den Devisenmärkten. Ausserdem habe nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Handelstage eine "technische Gegenreaktion" eingesetzt.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85805 (0,85895) britische Pfund , 112,49 (115,32) japanische Yen und 1,4043 (1,4028) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.195,00 (1.216,75) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 32.238,60 (31.788,15) Euro./jkr/js/sk

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