DEZA: Überschwemmungen haben Mosambik um Jahre zurückgeworfen

Das wahre Ausmass der Flutkatastrophe in Mosambik ist zwar noch immer nicht absehbar. Nach Einschätzung der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wurde das Land durch die Katastrophe aber um zirka zehn Jahre zurückgeworfen.

Dieser Inhalt wurde am 10. März 2000 - 14:20 publiziert

Das wahre Ausmass der Flutkatastrophe in Mosambik kann zwar noch immer nicht abgeschätzt werden. Nach Einschätzung der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wurde das Land durch die Katastrophe aber um zirka zehn Jahre zurückgeworfen.

In der Bevölkerung Mosambiks werde die Überschwemmungskatastrophe als schlimmer empfunden als die Verhältnisse während des Bürgerkriegs, erklärte Martin Fässler, Programmbeauftragter Sektion Ostafrika der DEZA, am Freitag (10.03.) an einer Medienkonferenz im Flughafen Kloten.

Unterstützung von Trinkwasserprojekten

Der DEZA-Mediendelegierter Jean-Philippe Jutzi, der am Freitagmorgen aus Maputo in die Schweiz zurückkehrte, hatte sich ein Bild vor Ort machen können. Er berichtete in Zürich-Kloten von logistischen Problemen bei der Notfallhilfe, von prekären Zuständen bei der medizinischen Versorgung und von desolaten Zuständen in den 250 Auffanglagern für Obdachlose. Cholera- und Malaria-Erkrankungen hätten zugenommen, aber noch nicht das Ausmass einer Epidemie erreicht.

Die Verbesserung der Trinkwasserversorgung ist einer der Schwerpunkte des DEZA-Koordinationsbüros in Maputo. In einer Initiative mit Deutschland und Österreich koordiniert die Schweiz die Errichtung von Wasseraufbereitungssystemen für mehrere zehntausend Menschen. Aktuell ist auch die Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf die Gefahren durch Minen, die von alten Lageplätzen an neue Orte geschwemmt wurden.

Fünf zusätzliche DEZA-Delegierte

Die DEZA hat ihr Team in Maputo letzte Woche um vier weitere Delegierte verstärkt. Dabei handelt es sich um zwei Fachleute für Seuchen, einen Logistiker und einen Medienbeauftragten. Ende März soll auch ein Koordinator der humanitären Hilfe zur Aufnahme von Wiederaufbauprogrammen nach Maputo entsandt werden.

In der ständigen Vertretung in Mosambik arbeiteten bereits fünf DEZA-Delegierte und 25 einheimische Fachleute. Die Schweiz hilft vor allem mit finanziellen Mitteln und übernimmt Koordinationsaufgaben. Bis Mitte dieser Woche hat die DEZA 3,14 Millionen Franken für Hilfsprogramme verteilt.

Entwicklungspolitisches Schwerpunktland

In diesem Katastrophenjahr wird die Schweiz Mosambik mit zusätzlich zehn Millionen Franken unterstützen. In normalen Jahren werden durchschnittlich 30 Millionen Franken in das entwicklungspolitische Schwerpunktland im Süden Afrikas investiert.

Die Schweiz engagiert sich insbesondere in vier Bereichen: Regierungsführung, Gesundheit, Wasser und Hygiene sowie Zivilgesellschaft. Die DEZA unterstützt Mosambik seit 1979, anfänglich mittels humanitärer Hilfe.

WHO warnt vor Malaria-"Explosion"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat unterdessen vor einem dramatischen Anstieg der Malaria-Erkrankungen in Mosambik gewarnt. Die rund 250'000 Personen in den Auffanglagern seien auch einem grösseren Ansteckungsrisiko mit anderen Krankheiten ausgesetzt.

Mindestens 2,2 Millionen Menschen erkrankten bereits im letzten Jahr in Mosambik an Malaria. Die WHO befürchte, dass sich nun die Zahl der Fälle wegen den Überschwemmungen verdopple, sagte ein WHO-Sprecher in Genf.

Viele Leute, die aus den Fluten gerettet wurden, müssten im Freien übernachten und könnten sich nicht mit Moskitonetzen schützen. Auch die Sumpfgebiete nach dem Abfluss des Wasser seien eine ideale Brutstätte für die Malaria-Mücken. Auch andere Krankheiten, darunter Cholera und Augenentzündungen, seien in den Auffanglagern im Steigen, sagte der Sprecher weiter.

swissino und Agenturen

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