Dick Marty prüft angeblichen Organhandel

Als Sonderbericht-Erstatter des Europarates ist Ständerat Dick Marty am Montag nach Belgrad gereist. Er prüft dort Berichte über den angeblichen Handel mit Organen von Serben während des Kosovokriegs.

Dieser Inhalt wurde am 03. August 2009 - 18:12 publiziert

Die frühere Chefanklägerin des Haager-UNO-Kriegsverbrecher-Tribunals, die Schweizerin Carla del Ponte, erwähnte in ihrem Buch Gerüchte, wonach die Kosovo-Befreiungsarmee UCK während des Kosovo-Krieges 1999 einen Handel mit Organen von entführten Serben betrieben habe.

Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft ermittelt seit eineinhalb Jahren in der Sache. Während des zweitägigen Aufenthalts in Belgrad will Marty die serbische Justizministerin Snezana Malovic treffen und mit Vertretern der Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen zusammenkommen.

Geplant ist auch ein Treffen mit Familienangehörigen von 550 vermissten Kosovo-Serben.

Die von del Ponte aufgegriffenen Gerüchte besagen, dass UCK-Mitglieder Hunderte Serben aus dem Kosovo nach Nordalbanien entführt hätten. Dort hätten ihnen UCK-Mitglieder Organe entnommen. Danach seien die Opfer ermordet worden.

Das UNO-Tribunal selbst leitete wegen fehlender Beweise nie Ermittlungen ein. Die serbischen Ermittler befragten rund 130 Zeugen. Gemäss serbischen Medien wollen sie nun Marty über ihre Erkenntnisse informieren.

Demnach seien viele der gekidnappten Personen tatsächlich zu Opfern des Organhandels in Albanien geworden.

Marty wird im Anschluss auch Pristina und Tirana besuchen. Die kosovarischen Behörden haben die Vorwürfe wiederholt bestritten. Viele führende kosovarische Politiker, darunter Premier Hashim Thaci, bekleideten vor zehn Jahren Kommandoposten bei der UCK.

swissinfo.ch und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen