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Die Entdeckung der helvetischen Grünanlagen

Ein chinesischer Pavillon schmiegt sich im Bally-Park an einen Teich (foto be.ch)

Am 9. und 10.September findet der Europäische Tag des Denkmals statt. Die Schweiz beteiligt sich am Ereignis, das unter dem Thema "Gartenräume – Gartenträume" steht.

Die Tage sind eine einmalige Gelegenheit, die öffentlichen und auch privaten "Grünen Schätze" der Eidgenossenschaft kennen zu lernen.

Beispielsweise den grossartigen Bally-Park in Schönenwerd (Kanton Solothurn), der in eine ehemalige Industriezone eingebettet ist und den Arbeitern während der Pausen Gelegenheit zur Entspannung bot. Heute kann die Bevölkerung hier Kunstschätze im Grünen bewundern.

Die Idee für diese Parkanlage hatte der Unternehmer Carl Franz Bally, der Sohn des gleichnamigen Unternehmensgründers. Zehn Hektaren Land sah er für dieses kleine Paradies vor, das direkt an die ehemalige Schuhfabrik angrenzt.

Weitläufiger englischer Garten

Die Anfänge des Parks gehen auf Ende 19.Jahrhundert zurück. Er weist beinahe alle Elemente auf, welche für den traditionellen englischen Landschaftsgarten charakteristisch sind. Rasenflächen wechseln mit kunstvoll gestalteten Baumgruppen mit unterschiedlichen Laubfarben.

Kleine Brücken führen über Bäche, welche sich zu seeartigen Teichen mit natürlich gestalteten Ufern ausweiten. Es gibt gewundene Wege, auf denen das Auge durch Baumgruppen, interessante Durchblicke und Panoramen gelenkt wird. Eine idealisierte Naturlandschaft.

"In Wirklichkeit verbindet sich die freie und wenig formale Struktur dieses Parks optimal mit seiner Nützlichkeit. Kultur und Freizeit finden in dieser typischen Ästhetik eines Landschaftsparks perfekt zusammen", sagt Samuel Rutishauser, Denkmalpfleger des Kantons Solothurn im Gespräch mit swissinfo.

Die architektonischen Bauelemente im Park gliedern sich perfekt in die üppige Vegetation ein, gerade so, als ob man zeigen wollte, dass der Mensch die Natur noch verschönern kann. Überall lauern angenehme Überraschungen: Vom chinesischen Pavillon bis zur Mini-Reproduktion eines alten See-Dorfes.

Geschützte und bedrohte Gartenanlagen

Der Bally-Park gehört zu den vielen, geschützten helvetischen Gartenanlagen. Diesen beeindruckenden "Gärten" ist der Europäische Denkmaltag am 9. und 10. September gewidmet.

Unter dem Motto "Gartenräume – Gartenträume" sollen die Werke von Landschaftsarchitekten oder Naturliebhabern der Bevölkerung näher gebracht werden. Darunter sind auch Gartenanlagen, die durch die fortschreitende Urbanisierung bedroht sind.

"Die Gärten sind ein Teil unseres Kulturguts. Sie sind Zeugen unserer Geschichte und von unterschiedlichen Kunstrichtungen", sagt Jürg Bossardt, Denkmalpfleger im Kanton Aargau. Leider seien diese Zeugen häufig nicht sehr bekannt oder hinter privaten Zäunen versteckt.

Der Europäische Denkmaltag bietet somit eine einmalige Gelegenheit, diese Schätze kennen zu lernen. 230 private und öffentliche Gartenanlagen laden zum Besuch ein.

Dank der Führung durch Historiker oder Landschaftsarchitekten kann man den Geheimnissen der Gärten auf die Spur kommen. Die Palette reicht von geometrischen Gärten im französischen Stil, die bürgerliche Villen einrahmen, bis zu Friedhofsgärten, von Gemüsegärten mit Lehrpfad bis zu ausgestalteten Innenhöfen.

swissinfo, Anna Passera, Schönenwerd
(Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

In Kürze

Der Europäische Tag des Denkmals hat seinen Ursprung im Tag der Offenen Tür historischer Bauten in Frankreich. Dieser fand erstmals 1984 statt.

1991 hat der Europarat diese Idee übernommen. Unterstützt wird die Initiative auch durch die Europäische Union. Der Denkmaltag findet in 48 europäischen Ländern statt.

Die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung (NIKE) in Bern ist für die Koordination der rund zweihundert Anlässe in der Schweiz zuständig.

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Fakten

Europäischer Denkmaltag: 9. und 10. September
Thema: "Gartenräume – Gartenträume"
230 offene Denkmäler (Gärten) im ganzen Land
Eintritt gratis
Der Denkmaltag verzeichnete in der Schweiz rund 70'000 Besucher.

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