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Die ersten harmonisierten Unisemester

Das Bologna-Modell beendet den "Wildwuchs" der Studiengänge an Schweizer Unis. Keystone

Am Montag öffnen die Schweizer Universitäten wieder ihre Hörsääle. Erstmals studieren die Erstsemestrigen nach einheitlichem Studienplan gemäss dem Bologna-Modell.

Dieser Inhalt wurde am 23. Oktober 2006 - 08:35 publiziert

Die Harmonisierung führt zu einer neuen Rekordzahl der Studierenden an praktisch allen Hochschulen.

Die Bologna-Reform wird einzig von den medizinischen Fakultäten noch nicht umgesetzt. Diese führen sie erst in einem Jahr ein. Denn bei den Human- und Veterinärmedizinern sollen die harmonisierten Ausbildungsgänge gleichzeitig mit dem neuen Medizinalberufe-Gesetz eingeführt werden, das 2007 in Kraft tritt.

Einige Fakultäten an Schweizer Hochschulen haben die Bologna-Reform schon vor zwei Jahren umgesetzt; letztes Jahr galt das Modell bereits für 65% der Studierenden.

Erhöhte Mobilität

Mit der Bologna-Reform werden die bisherigen Lizentiats- und Diplomstudiengänge durch die Bachelor- und Masterabschlüsse abgelöst. Diese Abschlüsse sind europaweit kompatibel. Neu ist auch die Einführung eines Leistungspunktesystems (ECTS-Kreditpunkte). Für einen Bachelor-Abschluss braucht es 180, für einen Master noch einmal 90 bis 120 Punkte. Das einheitliche Studiensystem vereinfacht insbesondere den Wechsel der Studierenden an eine andere Uni.

Insgesamt dürften im Studienjahr 2006/07 rund 169'500 Studierende an Schweizer Hochschulen eingeschrieben sein, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Fast 114'000 von ihnen studieren an Universitären Hochschulen, rund 55'500 an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.

Anhaltender Boom

An der Universität Zürich haben sich über 24'000 Studierende eingeschrieben. Ein markanter Anstieg ist vor allem in den neu geschaffenen Studiengängen nach dem Bologna-System zu verzeichnen.

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) zählt im kommenden Wintersemester rund 13'000 Studierende. Im Vorjahr waren es 12'705 gewesen. 2040 junge Frauen und Männer werden neu in die Hochschule eintreten, was einer Zunahme von 17% gegenüber 2005 entspricht.

An der Universität Bern nehmen 2468 Personen ihr Studium auf, das sind 9,4% mehr als im Jahr zuvor. Die Gesamtzahl der Immatrikulierten hat im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 472 auf 12'528 Studierende oder rund 3,9% zugenommen.

Nach Prognosen des Bundesamts für Statistik (BfS) steigt die Gesamtzahl der Studierenden bis 2015 auf bis zu 200'000. Schon um das Jahr 2009 dürften ungefähr gleich viele Abschlüsse an Männer wie an Frauen vergeben werden.

swissinfo und Agenturen

Das Schweizer Hochschulwesen

Die Hochschulausbildung ist in der Schweiz in zwei Typen gegliedert: die kantonalen Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen (Lausanne und Zürich) auf der einen, die Fachhochschulen (FH) auf der anderen Seite.

Die Schweiz zählt zehn kantonale Unis (Genf, Lausanne, Neuenburg, Freiburg, Bern, Zürich, St. Gallen, Basel, Luzern und Lugano).

Die universitären Hochschulen haben teilweise eine lange Geschichte. Die Universität von Basel beispielsweise wurde im Jahr 1460 gegründet.

Es gibt sieben Fachhochschulen, die seit 1997 durch Konzentrationen und Schwerpunktbildungen aus rund 70 Höheren Fachschulen hervor gegangen sind. Sie haben den Auftrag, berufs- und anwendungsorientierte Hochschulstudien anzubieten.

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