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Die guten Dienste der Schweiz

US-Soldaten (im Vordergrund) schieben bei der Gedenkfeier in Panmunjom Wache. Keystone Archive

Vor 50 Jahren wurde der Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet. Seither überwachen auch Schweizer Offiziere die Grenze zwischen den Parteien, die offiziell immer noch im Krieg stehen.

Dieser Inhalt wurde am 27. Juli 2003 - 13:12 publiziert

In den letzten Monaten sind die Spannungen auf der Halbinsel wieder gestiegen.

Am 27. Juli 1953 – vor genau 50 Jahren - wurde in Panmunjom ein Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea geschlossen. Seither überwachen auch Schweizer Offiziere das Abkommen im Auftrag der UNO, im Rahmen der "Neutral Nations Supervisory Commission" (NNSC).

Zu einem Friedensabkommen zwischen dem Norden und dem Süden ist es nie gekommen, offiziell befinden sich die beiden Staaten immer noch im Kriegszustand. Der drei Jahre dauernde Koreakrieg kostete schätzungsweise drei bis fünf Millionen Menschen das Leben.

In den vergangenen Monaten sind die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder gestiegen. Der Atomstreit Nordkoreas mit den USA und Pjöngjangs Eingeständnis, Atomwaffen zu entwickeln und mit Atomtests zu drohen, lässt einen Frieden weiter entfernt sein denn je.

Gedenkfeier als Provokation

Zum Jahrestag fanden in Panmujom, wo auch die NNSC stationiert ist, Gedenkfeiern statt. Der Ort gilt als Symbol für die anhaltende Teilung der koreanischen Halbinsel.

Bei der Zeremonie in Panmunjom, an der auch etwa 900 Kriegsveteranen aus 16 Ländern teilnahmen, wurde ein Manhmal für die Opfer des Kriegs enthüllt.

Am Sonntag wurde nicht nur des 50. Jahrestages des Waffenstillstandes gedacht, sondern auch der Einsetzung der NNSC. Bisher haben 800 Schweizer zusammen mit Schweden die Grenze von Südkorea her überwacht. Gegenwärtig sind fünf Offiziere im Einsatz.

Gute Dienste weiter nötig

Die Schweiz zeigt sich dem Friedensprozess weiterhin verpflichtet. "Sicher ist, dass die Schweiz alles tun wird, um eine friedliche Lösung zu ermöglichen", hatte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Mai gesagt.

Sie war als erstes Mitglied einer ausländischen Regierung über die Demarkationslinie zwischen Nord und Süd geschritten.

Bisher habe aber noch keine Seite vom erneuten Angebot der Guten Dienste Gebrauch gemacht, erklärte der Schweizer Botschafter in Seoul, Christian Mühlethaler, in den vergangenen Tagen gegenüber Nachrichtenagenturen.

Für gute Dienste sei ein langer Atem nötig, und Erfolgsgarantien gebe es keine, erklärte der Diplomat und verwies auf die jüngsten Schiessereien zwischen nord- und südkoreanischen Soldaten.

Keine Entspannung in Sicht

Die Gedenkfeiern standen unter dem Zeichen zunehmender Spannung. Die USA werfen dem kommunistischen Führer Nordkoreas Kim Jong-Il vor, ein Atomwaffen-Programm reaktiviert zu haben.

Seit Beginn dieses Atomstreits droht Nordkorea unter anderem auch mit der Aufkündigung des Waffenstillstands, um die USA an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Gegen die Feierlichkeiten zum Gedenktag selber hatte Nordkorea protestiert und ihre Annulation verlangt. In einem Brief an UNO-Generalsekretär Kofi Annan betont die Regierung in Pjöngjang, die Feierlichkeiten seien ein gefährlicher Schritt, der zu einem neuen Krieg führen könnte.

Annan betonte in einer Rede zum Jahrestag des Kriegsende, eine diplomatische Lösung sein zwingend erforderlich und auch realistisch.

Dieser Meinung schlossen sich auch Korea-Veteranen an, die auf Seiten der amerikanisch geführten Streitmacht mit UNO-Mandat gekämpft hatten und an den Feiern teil nahmen.

Die Grenze verwischen

Während der Atomstreit neue Kriegsängste weckt, versucht der Schweizer Künstler Christoph Rihs die Grenze – wenigstens symbolisch – zu verwischen.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen organisiert die Schweiz zusammen mit Polen, Deutschland und Schweden im Kunstmuseum von Seoul eine Fotoausstellung unter dem Titel "Frontières et au-delà".

Rihs zeigt dort unter anderem eine Installation von 250 Quadratmetern, die sich von der Demakrationslinie zwischen den beiden Korea inspirieren lässt.

"Die Grenzlinie ist mit Kreide auf den Boden gezeichnet. Die Besucher der Ausstellung werden sie überschreiten und nach und nach verwischen", erklärte der Künster.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Mit Südkorea unterhält die Schweiz seit 1962, mit Nordkorea seit 1974 diplomatische Beziehungen.
Sie beteiligt sich mit 4 bis 5 Mio. Franken pro Jahr an der Entwicklungshilfe für Nordkorea.
Seit 1953 überwachen Schweizer im Auftrag der UNO den Waffenstillstand an der innerkoreanischen Grenze.

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In Kürze

Der Atomstreit

Die USA gehen davon aus, dass Nordkorea bereits eine oder zwei Atombomben besitzt und innerhalb weniger Monate eine weitere bauen kann.

Nordkorea beschuldigt Washington, den Atomstreit als Vorwand für
eine Invasion zu nutzen.

Die USA haben militärische Aktionen nicht ausgeschlossen, suchen aber eine diplomatische Lösung auf der Basis multilateraler Gespräche, an denen auch Südkorea, Japan und China teilnehmen sollen.

Nordkorea will dagegen nur mit den USA verhandeln.

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