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Die Opposition

Der Wirtschaftsprominenz folgten nach Davos die Gegner der Globalisierung.

(Keystone)

Die Gegner des WEF werden von Jahr zu Jahr zahlreicher und martialischer. Dies obgleich das WEF erklärt, keine Stellung für oder gegen die Globalisierung zu beziehen, sondern sich bloss als Diskussions-Plattform zu verstehen.

Das WEF hat die Teilnehmerzahl der Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) und weiteren Vertretern der Zivilgesellschaft dieses Jahr zwar wiederum vergrössert, doch die Gegner rufen trotzdem zu Kundgebungen auf und veranstalten Konkurrenz-Konferenzen.

Die wohl wichtigste Gegenkampagne nennt sich "The Public Eye on Davos". Acht internationale Entwicklungs- und Umweltorganisationen, darunter Pro Natura und die Erklärung von Bern, unterstützen diese Kampagne. Sie will jenen eine Plattform bieten, die nicht ans WEF geladen sind, und als öffentliche, unabhängige Konferenz die am WEF vertretene Politik kritisch hinterfragen.

Für Jolanda Piniel, Organisatorin von "The Public Eye on Davos" symbolisiert Davos den wachsenden Einfluss der Wirtschaft auf die internationale Politik. Nicht an einem privaten Jahrestreffen exklusiver Kreise sollen die grossen weltpolitischen Fragen diskutiert werden, sondern in demokratischen und transparenten Gremien. Piniel bestätigt, dass auch negative Folgen der Globalisierung am WEF diskutiert werden; allerdings sei dies nicht mehr als Kosmetik.

Die Opposition gegen das WEF beschränkt sich dieses Jahr nicht nur auf den Bündner Kurort. In zahlreichen Schweizer Städten gehen die "Aktionstage Davos" über die Bühne; Filme zum Thema werden gezeigt, Konzerte, Märsche, Diskussionsrunden werden organisiert. In Zürich findet als Parallel-Veranstaltung zum Weltsozial-Forum (siehe unten) die internationale Tagung "Das andere Davos" statt; an ihr nehmen verschiedene Organisationen wie attac, die Erklärung von Bern, mehrere christliche Organisationen, die Aktion Finanzplatz Schweiz und die Anti-WTO-Koordination teil.

Während die Aktionstage und auch "The Public Eye on Davos" friedlich vor sich gehen sollen, versteht sich die Schweizer Anti-WTO-Koordination gemäss eigenen Angaben als Störenfried und Nährboden für eine Bewegung, die sich dem am Forum vertretenen Liberalismus entgegenstellt. Die Anti-WTO-Koordination ist eine lockere Vereinigung von linken, grünen, autonomen und entwicklungspolitischen Gruppen aus der ganzen Welt. In der Schweiz findet sie Unterstützung bei den Gewerkschaften Comedia und GBI. Die WEF-Gegner planen am Samstag 27. Januar in Davos eine grosse Kundgebung durchzuführen. Mit Gewalt wird gerechnet. Deshalb wurden strengste Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen.

Zur gleichen Zeit findet in der brasilianischen Stadt Porto Alegre das Weltsozial-Forum statt. Sein Ziel ist es, ein weltweites Netz für Widerstands-Bewegungen zu entwickeln. "Eine andere Welt ist möglich" - unter diesem Motto wendet sich das Weltsozial-Forum insbesondere gegen die Globalisierung. In Brasilien werden der französische Bauernaktivist José Bové, Danièle Mitterand, Witwe des ehemaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterands, und die Leiter der Zeitung "Le Monde diplomatique" anwesend sein. Ebenfalls nach Porto Alegre reisen der ehemalige algerische Präsident Ahmed Ben Bella, der Architekt Oscar Niemeyer, der die brasilianische Hauptstadt baute, wie der Befreiungstheologe Leonardo Boff. Aus der Schweiz wird eine Delegation, die sich aus Grünen, Sozial- und Christdemokraten zusammensetzt, erwartet.

Die Veranstalter des WEF sind verärgert über diese Gegenveranstaltung der Globalisierungsgegner in Brasilien. Die Organisatoren des Gegenforums hätten versucht, Angehörige von NGOs abzuwerben, die nach Davos eingeladen worden seien, sagte WEF-Direktor Claude Smadja.

Carole Gürtler und Agenturen

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