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Die Schweiz ist Junioren-Europameister

Die Schweizer U-17 jubelt über den ersten internationalen Meistertitel der Schweizer Fussballgeschichte.

(Keystone)

Das U-17-Team schreibt Schweizer Sportgeschichte: Finalsieg über Frankreich im Penaltyschiessen. Erstmals sind Schweizer Europameister.

0:0 hiess es nach 80 Minuten (Spielzeit der Junioren). 0:0 hiess es nach zwei Mal 10 Minuten Verlängerung. 4:2 für die Schweiz das Resultat nach dem Penaltyschiessen. Die Schweizer spielten mit Leidenschaft, perfekt in der Verteidigung und auf schnellstem Weg zum gegnerischen Tor.

Was Trainer Markus Frei mit seinen Schützlingen erreicht hat, ist das erste ersichtliche Resultat des seit 1995 funktionierenden Nachwuchskonzepts. Das Ziel, irgendwann mit einer Mannschaft eine Medaille zu gewinnen, hat der Verband nun früher erreicht als erwartet.

Die anderen Verbände unternehmen aber ebenfalls grosse Anstrengungen: Der Deutsche Fussball-Bund hat pro Jahr 15 Mio. Franken für den Nachwuchs gesprochen, in England wurde eine Vielzahl neuer Ausbildungs-Zentren eröffnet.

Frei hatte eine glückliche Hand im Coaching. Der Frauenfeldner begann das Turnier gegen die Ukraine nicht mit der Idealformation, wie sich später herausstellte. Trotzdem gewann seine Mannschaft 3:1, allerdings nicht ohne Glück. Selbstvertrauen verlieh die frühzeitige 2:0-Führung nach fünf Minuten. Frei erkannte die Schwierigkeiten und stellte das gewohnte 4-4-2-System in ein 4-5-1 um. Er zog den FCZ-ler Sandro Burki ins Mittelfeld zurück. Mit Ausnahme Georgiens im Viertelfinal (3:0) hatte der Gegner jeweils mehr vom Spiel; die Tore schossen aber die Schweizer.

Spiele wie in Trance

Beharrlich wechselte Frei jeweils die Aufstellung vor und während dem Match. Nur die Abwehr liess er unverändert. Tranquillo Barnetta, Henri Siqueira, Philippe Senderos und Arnaud Bühler bildeten ausser im Gruppenspiel gegen Frankreich die überragende Viererkette.

Sie war der eigentliche Erfolgsgarant. Nach dem Sieg gegen Portugal spielte die Schweiz wie in Trance - nicht immer schön, aber effizient. "Wir nutzten die positive Energie optimal aus", umschrieb Frei die Eigendynamik.

Der 85er-Jahrgang ist quantitativ und qualitativ überdurchschnittlich. Die Absicht, jährlich drei Spieler ins A-Nationalteam und drei weitere in die NLA zu bringen, wird der Verband - so weit dies zum jetzigen Zeitpunkt abschätzbar ist - übertreffen. Noch nie standen in einer SFV-Auswahl vier physisch so weit entwickelte Spieler wie Senderos, Dugic, Schneuwly und Burki.

Wie viel Steigerungspotenzial hat diese Equipe noch? "In dieser Zusammensetzung nur noch wenig. Einige Einbürgerungs-Verfahren von Spielern, die uns auf den weniger stark besetzten Positionen im Zentrum helfen können, laufen noch", umreisst Frei die Zukunft seines Teams. "Im Mittelfeld fehlt uns die Klasse", drückte er sich nach dem Ukraine-Spiel drastisch aus. Eine Formulierung, die es später leicht zu relativieren galt.

Ob sich Johan Vonlanthen (YB) und Luis Frangao (GC), die nach längerer Zugehörigkeit zum Team auf einen Einsatz in Dänemark verzichteten, um ihre Spielberechtigung für Kolumbien und Portugal zu behalten, nicht reuig sind?

Unterschiedlichste Herkunft

Neun Spieler verfügen über eine zweite Staatsbürgerschaft oder könnten eine solche beantragen, weil ihre Eltern aus andern Ländern stammen. Das Spektrum reicht von den USA, Brasilien, Frankreich, Italien, Spanien bis Jugoslawien und Bosnien-Herzegowina.

Trotz unterschiedlichster Herkunft war die Solidarität und Disziplin gross. Anstand, Selbstvertrauen und mentale Stärke zeichneten das Team aus. Mentaltrainer Ruedi Zahner leistete ganze Arbeit.

Dieser Jahrgang wird unser Land im Januar am Meridian Cup in Ägypten sowie in zwei Jahren an der U19-EM vor eigenem Publikum vertreten. Nach diesem Triumph ist der bisherige Assistenzcoach Pierre-André Schürmann, der das Team im Herbst übernehmen wird, gefordert.

Die "Postformation" der Spieler, der Umgang mit dem Erfolg in den Klubs und den Medien sowie die richtige Planung der Karriere werden für die Zukunft entscheidend sein.

2008, wenn die EM-Endrunde hoffentlich in Österreich und der Schweiz stattfindet, stehen Senderos, Schneuwly, Burki und Co. mit 23 Jahren vielleicht vor dem Höhepunkt ihrer Laufbahn.

swissinfo und Peter Leuenberger

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