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Die Schweiz wählt rechter - in den Kantonen

Bei den kantonalen Wahlen hat es seit 1999 einen Rutsch nach rechts gegeben.

(Keystone)

Seit den eidgenössischen Wahlen von 1999 hat es in den Kantonen einen Rechtsrutsch gegeben. Die national-konservative Wählerschaft gruppierte sich um die SVP.

Das rot-grüne Lager stagnierte derweil. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die am Dienstag präsentiert wurde. Für das Parteien-Barometer hatte das GfS-Forschungsinstitut die Wähleranteil-Verschiebungen bei den 15 kantonalen Wahlen untersucht, die seit Ende 1999 stattfanden.

In sieben Kantonen - Aargau, Solothurn, Schwyz, Wallis, Freiburg, Genf und Basel-Stadt - fand ein eigentlicher Rechtsrutsch statt. In den meisten anderen Kantonen wurde laut GfS eine Polarisierung sichtbar.

Ausmass der "Wander"-Bewegung offen

Ob allerdings tatsächlich eine Wählerwanderung von links nach rechts stattfinde, müsse offen bleiben, schreibt das GfS. Erklärbar seien die Veränderungen auch durch unterschiedliche Mobilisierungs-Stärken der Parteien.

Der Wandel des Parteiensystems von stark regional und konfessionell geprägten (bürgerlichen) Parteien zu themen- und wertorientierten Parteien schreite fort, heisst es in der Untersuchung. Mit der Sammlung des national-konservativen Lagers um die SVP entstehe ein Novum, "das sich vor allem in Opposition zum herrschenden politischen System mit Konkordanzregierung definiert".

Sog der SVP

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) legte bei allen Wahlen zu: im Schnitt um 6%, zwischen 0,1% in Bern und 13,4% in Obwalden. Ihr Erfolg ging auf Kosten der meisten anderen Parteien. Vor allem die kleineren populistischen und fremdenfeindlichen Rechtsparteien wie Schweizer Demokraten (-0,5%) oder Freiheitspartei (-0,9%) mussten bluten respektive lösten sich auf.

Während bei den anderen Bürgerlichen lange die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) bei Wahlen am ärgsten gerupft wurde, musste in den letzten zweieinhalb Jahren vor allem der Freisinn (FDP) Federn lassen (-1,5%). Die CVP verlor 0,5% zurück. 0,5% Wähleranteile verloren auch die Liberalen.

Grüne Erfolge

Im linksgrünen Lager konnten die Grünen (+1,2%) teilweise ihre Stellung auf Kosten der SP ausbauen. Diese habe viel von ihrer Ausstrahlung verloren, die ihr Mitte 90er Jahre grosse Erfolge beschert hatte. Sie büsste 1,1% Wähleranteile ein. 0,4% verlor die Partei der Arbeit (PdA).

Bemerkenswert sei schliesslich, dass kleinere, konfessionell gebundene Parteien wie die Evangelische Volkspartei (EVP) und die Eidgenössische Demokratische Union (EDU) dem SVP-Sog widerstehen konnten. Sie legten um 0,4 respektive 0,2% zu.

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