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Die Ski-WM hat von St. Moritz Besitz ergriffen

Viele folgten den Hinweistafeln und wanderten zum WM-Ziel in St. Moritz. swissinfo.ch

Der grösste Sportanlass, der je in der Schweiz stattfand - die Alpine Ski-WM -, hat von St. Moritz Besitz ergriffen.

Dieser Inhalt wurde am 04. Februar 2003 - 14:26 publiziert

Besondere Probleme bereiten Verkehr und Transport im 15'000 Seelen-Ort. Mit dem ersten Wochenend-Ansturm hat das Dorf seine Feuertaufe bestanden.

Im Ferienort St. Moritz finden pro Jahr rund 1000 sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen statt. Die Weltmeisterschaften im Bob oder die Europameisterschaften im Schlittenhundesport zum Beispiel.

Und während oben am Berg nun die Ski-Weltmeisterschaften stattfinden, werden unten auf dem zugefrorenen St. Moritzersee schon die internationalen Pferderennen auf Schnee, White Turf, vorbereitet.

Zahlreiche Offizielle

Die Alpinen Skiweltmeisterschaften sind allerdings nicht nur das grösste Sportereignis, das je in St. Moritz durchgeführt wurde, es ist auch das grösste, das bislang in der Schweiz stattfand.

Dieses Grossereignis, das alleine rund 12'000 Verantwortliche, Funktionäre und Medienschaffende ins Engadin lockte, hat den Nobelort St. Moritz (162 Hotels und 12'500 Betten) im Griff.

Es ist kein Würgegriff. Auf den ersten Blick fallen die zahlreichen gesponserten Autos auf, welche den Funktionären zur Verfügung stehen. Funktionäre, die immer auf dem Weg irgendwohin sind.

St. Moritz ist nicht Davos

Auffallend auch die Schweizer Armee, welche zusammen mit der Polizei den Ordnungsdienst übernimmt. Polizeipatrouillen trifft man oft an. Allerdings nicht in einem Ausmass, wie man das vom Weltwirtschafts-Forum in Davos kennt.

Die Stimmung an der WM ist friedlich. Nach dem Super-G der Herren, den immerhin 15'000 Zuschauerinnen und Zuschauer mit Fanclubs aus vielen Ländern verfolgten, blieb alles ruhig.

"Wir haben uns auf alle (Zwischen-)Fälle vorbereitet", sagt Jürg Capol, der Marketingchef der WM, gegenüber swissinfo. "Doch ist die WM in St. Moritz nicht mit dem WEF in Davos zu vergleichen."

So stehen denn den Fans überall Bars am Strassenrand "im Weg". Die Kälte setzt aber einem gemütlichen Umtrunk im Freien enge Grenzen.

Werbe-WM

Grosse Feriendestinationen wie das Tirol oder Österreich generell haben Informations-Pavillons aufgebaut. Auf dem Parkhaus mitten im Ort kann man durch einen Eispavillon mit Eisbar gehen.

Der Hauptplatz - er heisst für zwei Wochen "Plazza da Ceremonia" - ist teilweise gesperrt. Dort finden Startnummern-Auslosungen oder die Rahmenprogramme statt. Diverse Rockkonzerte sind angesagt.

Die WM ist omnipräsent. Zudem haben Schülerinnen und Schüler schulfrei und sind als freiwillige Helfer (Voluntari) tätig. Denn die Schulhäuser, Turnhallen und das Hallenbad dienen als "Basen" für all die notwendigen Dienstleistungen.

Sorgenkind Verkehr

Eine Knacknuss, von der man im Vorfeld nicht genau wusste, ob man sie in den Griff kriegen wird, war das Transportsystem. St. Moritz, ein enger Ort am Südhang des Engadins, hat schon in normalen Zeiten Verkehrsprobleme.

Bevor der Super-G-Sieger Stefan Eberharter der Schweizer Justizministerin Ruth Metzler bei der Siegerehrung einen verhaltenen Siegerkuss geben konnte, mussten die Verantwortlichen 15'000 Leute ins Zielgebiet von Salastrains bringen.

Fussweg wurde rege benutzt

Erfreulicherweise für Sigi Asprion, den Verkehrs-Verantwortlichen, gingen zahlreiche Rennbesucher vom Bahnhof oder von den zentralen Parkplätzen zu Fuss ins Zielgelände.

Der "Schellenursliweg" ist gut markiert. Viele Leute nahmen ihn am sonnigen Sonntag aber zu schnell unter die Füsse und merkten in der Hälfte des Weges, dass man sich hier in St. Moritz auf 1800 Meter über Meer befindet.

Shuttles

Der Ort wird bei Rennen für den Verkehr abgeriegelt. Die Besucher, die mit dem Auto kommen, werden auf periphere Parkplätze geleitet. Von da geht es mit Bussen ins Ziel. Gleiches geschieht mit den Medienschaffenden, die in Medienshuttles hochgefahren werden.

Der Transport ist so organisiert, dass die Busse und Autos einen Ring fahren und nicht in Salastrains wenden müssen. Am Super-G hat das perfekt funktioniert.

Spitze an der Herrenabfahrt

Niemand sei zu spät zum Rennen gekommen. Die Sorgen, die man sich gemacht habe, seien unbegründet gewesen, so Andrea Gilli, der Infochef im Medienzentrum.

"Es wird hoffentlich auch bei der Herrenabfahrt klappen, da kommen allein aus Österreich zwischen 80 und 100 Cars", sagt Gilli noch und seine Stirn zeigt doch einige Sorgenfalten.

swissinfo, Urs Maurer, St. Moritz

Fakten

St. Moritz in Zahlen
Einwohner: 15'000
Übernachtungen: 1,6 Mio. im Sommer und 1,8 Mio. im Winter.
Hotels: 162
Hotelbetten: 12'500
Ferienwohnungen: ca. 5000
Betten: 21'500
Bergbahnen: 15 im Sommer und 57 im Winter.
Spazierwege: 500 km im Sommer und 150 km im Winter.
Langlaufloipen: 180 km

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In Kürze

Während der WM spielen mitten im Dorfzentrum folgende Schweizer Bands:
IVO
NUYBA
SCREAM
RETO BURELL
COAL
KISHA
MASH
PLÜSCH
VIVIAN
PHEBUS
SUSAN ORUS
STRIKE
LOU GENIUZ
ABBAZAPPA

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