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Die Swiss traut dem "Weltmarkt China " noch nicht

Ungeachtet des grossen touristischen Potentials landet die Swiss vorläufig nicht in Beijing.

(Keystone)

China hat die Schweiz zur offiziellen Reisedestination erklärt. Chinesische Touristen müssen nicht mehr eine Einladung vorweisen, bevor sie die nötigen Genehmigungen für eine Reise in die Schweiz bekommen.

Die Swiss denkt zur Zeit nicht daran, die Flüge nach Beijing wieder aufzunehmen.

Die Swiss hat dieses Frühjahr im Rahmen einer rigorosen Routenbereinigung die Destination Beijing aus dem Flugplan gestrichen.

Die Folgen dieses Entscheids bekam auch Bundespräsident Pascal Couchepin zu spüren, der am 20. November mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation nach Beijing gereist war. Der Bundespräsident hatte zuerst nach Kopenhagen fliegen müssen, wo er eine Maschine der SAS bestieg, die ihn ins Reich der Mitte brachte.

Hunderte Vertreter von Schweizer Firmen in China schüttelten den Kopf, als die Swiss die Destination Beijing aus dem Streckenplan strich. Dominik Werner, Sprecher der Swiss, hält jedoch am strategischen Entscheid der Airline fest: "Die Strecke Zürich-Beijing bewegte sich auch ohne Sars-Krise immer nur knapp an der Rentabilitätsgrenze."

China zwischen Investition und Geschäft



Die Rentabilität der Strecke war bereits 1975 nicht der entscheidende Faktor, als Bundesrat Willi Richard die Strecke Zürich-Beijing der Swissair eröffnete und den Jungfernflug persönlich begleitete.

Die Swissair war nach Air France erst die zweite westliche Fluggesellschaft, die Beijing überhaupt anfliegen durfte. Die DC-8 der Swissair musste auf dem 32 stündigen Flug in Athen und in Bombay zwischenlanden. Später flog Swissair mit D-10-Maschinen die chinesische Hauptstadt direkt an.

Die neue Route nach Beijing hatte damals eine wichtige strategische Komponente. Schon damals lockte auf dieser Strecke nicht das grosse Geld. Die Führung der Schweizer Luftgesellschaft schätzte vor einem Vierteljahrhundert die Route nach China als eine wichtige Investition in die Zukunft ein.

China für Swiss kein Thema

Diese Zukunft ist in China längst im Gang. Die Nachfrage für Flüge nach China ist zur Zeit sehr gross. Das Geschäft wird jedoch von der Lufthansa, von SAS, KLM und anderen Gesellschaften abgeschöpft.

Wird die Leitung von Swiss auf den Entscheid zurückkommen? Dominik Werner von Swiss winkt ab: "Wir haben den ganzen Markt im Auge. Auch wenn sich nach der abgeklungenen Sars-Krise der ostasiatische Wirtschaftsraum rasch erholt hat, ist China für die Swiss kurzfristig kein Thema."

China billigt der Schweiz den ADS-Status zu

Mit ihrer Einschätzung zum Potenzial des chinesischen Marktes steht die Swiss im wirtschaftlichen Umfeld ziemlich allein da.

Am Donnerstag billigten die chinesischen Behörden der Schweiz endlich den Tourismus fördernden Approved Destination Status (ADS) zu. Damit müssen chinesische Touristen nicht mehr eine Einladung vorweisen, bevor sie die nötigen Genehmigungen für eine Reise in die Schweiz bekommen.

Deutschland hat den ADS im Februar erhalten. Seither haben 200'000 chinesische Touristen und Geschäftsleute Deutschland besucht. China scheint an der touristischen Öffnung zu Europa interessiert. Die Behörden in Beijing haben sich vor kurzem auch mit der EU über den ADS geeinigt.

Dominik Werner von Swiss dämpft die Erwartungen: "Auch wenn die Schweiz von China den ADS nun bekommt, halten wir an unserer Einschätzung zur China-Strecke fest."

Als Meilensammler auf Umwegen nach China

Noch hat die Swiss zu China einen Schuh in der Türspalte. Seit die Schweizer Airline bei "Oneworld " ist, können Reisende mit der weltumspannenden Allianz zum Beispiel via Finnair (Helsinki) oder Britisch Airways (London) wenigstens als Swiss-Meilensammler nach China mitfliegen. Der Direktzugang von Zürich zum "Weltmarkt" China bleibt jedoch bis auf weiteres geschlossen.

Die Swiss hofft, bis im Jahr 2005 aus den roten Zahlen heraus zu fliegen. Zur Zeit fährt die Schweizer Airline jedoch täglich einen Verlust von 2 Mio. Franken ein.

Wenn sich die Prognosen der Swiss-Führung als richtig erweisen, wird der nächste grosse Fixpunkt in Chinageschäft im Jahre 2008 angepeilt. In fünf Jahren finden in China die Olympischen Spiele statt. Wenn die Swiss von diesem Grossereignis im Fluggeschäft profitieren will, muss sie sich rasch positionieren. Die Konkurrenz schläft nicht.

swissinfo, Erwin Dettlling, Zürich

In Kürze

Am Donnerstag billigten die chinesischen Behörden der Schweiz den langersehnten ADS-Status zu. (ADS: Approved Destination Status).

Damit lockert Beijing die Reisebedingungen für chinesische Touristen. Diese müssen nicht mehr eine Einladung vorweisen, bevor sie die nötigen Genehmigungen für eine Reise in die Schweiz bekommen.

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