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Die Zeitung soll Freude am Lesen wecken

Kinder sollen lernen mit Informationen umzugehen.

(Keystone Archive)

Im Schulzimmer gemeinsam die Zeitung lesen: Mit diesem Projekt soll bei den Schülerinnen und Schülern die Freude am Lesen und das Interesse am politischen Geschehen geweckt werden.

Die Kinder sollen zudem lernen, sich selbstständig zu informieren und mitzureden.

Zeitungen bieten Stoff, der in keinem Schulbuch steht. Ab Anfang März erhalten deshalb rund 60 Primarklassen im Kanton Bern drei Monate lang täglich die Zeitung ins Schulzimmer geschickt.

In einem Vorbereitungskurs haben ihre Lehrerinnen und Lehrer erfahren, wie sie die Zeitung in allen Fächern einsetzen können.

"Unbezahlbare Wortschatzübungen"

"Aus Zeitungen lernen Kinder, was in keinem Buch steht", sagt Projektleiter Peter Brand vom IZOP-Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren in Aachen (D), welches das Zeitungsprojekt begleitet.

"Der Sportteil oder das Kreuzworträtsel beispielsweise können unbezahlbare Wortschatzübungen hergeben."

Selbst der Inserateteil sei interessant: Hier könnten die Kinder Preise zusammenrechnen und würden dabei erfahren, was der Alltag koste. Schreibstil, Sprachbilder, Textaufbau und Inhalte lieferten Stoff für den Deutschunterricht. Zudem würden die Kinder eigene Zeitungsartikel schreiben.

Selektiv lesen zu lernen ist ein wichtiges Ziel des Projekts. Brand empfiehlt, jedes Kind ein Thema wählen zu lassen, welches es über drei Monate verfolgt. "Damit wird die Neugierde auf die Zeitung vom nächsten Tag geweckt."

Nicht nur als Wissensquellen nutzen



"Zeitungen sollten nicht allein Wissensquellen sein", erklärt Thomas Hermann von der Pädgagogischen Hochschule Zürich (PHZH). Aus medienpädagogischer Sicht müssten Rechte und Pflichten der Journalisten und das Handwerk der Zeitungsmacher ebenfalls behandelt werden.

Das mache Kinder zu besseren, mündigeren Mediennutzern. "Um zu erreichen, dass sie gern Zeitung lesen, sollten sie auch lesen können, was sie interessiert, auch wenn es keinen Bezug zum Lehrplan hat", fordert Hermann.

Künftige Zeitungsleser heranbilden



Der Verband Schweizer Presse lancierte bereits 1999 das Lehrmittel "Lesen macht gross". Über 13'000 Exemplare wurden seither an Oberstufen- und Primarschulen verteilt. Der gratis abgegebene Ordner liefert Rohstoff für Werkstattunterricht, Aufgaben und Informationen.

Das jüngste Projekt in Bern wird von der Espace Media Groupe, der Herausgeberin der "Berner Zeitung" finanziert. Die "Neue Luzerner Zeitung" ist bereits 2002 eingestiegen und ergänzt den Ordner mit einem eigenen Angebot in Medienkunde. Dieses blieb nicht ohne Wirkung, wie PR- und Informationschefin Bettina Schibli sagt.

Den jungen Leuten seien die vom Verlag herausgegebenen Zeitungen und Zeitschriften bekannt. Lägen sie an Festen auf, würden sie gelesen. Die Zahl der Abonnemente von unter 35-Jährigen sei im Vergleich mit anderen Verlagen stabil. Ob das auf den Medienunterricht zurückzuführen ist, sei aber schwierig zu sagen.

Die Zürcher Tamedia bot ab 1987 mit einem hauseigenen Lehrmittel Medienkunde an und wechselte 1999 zu "Lesen macht gross". Es sei bei Lehrkräften sehr gefragt, sagte der zuständige Mann bei Tamedia, Lukas Handschin. Man habe ganz klar künftige Leser im Auge. Die Wirkung lasse sich aber nicht in Zahlen ausdrücken.

swissinfo und Eva Surbeck, sda

Fakten

Ab März 2004 erhalten rund 60 Primarklassen täglich die Zeitung.

Das Projekt wird von der Espace Media Groupe finanziert.

Die Lehrerschaft ist darauf vorbereitet worden, wie sie die Zeitung in allen Fächern einsetzen kann.

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