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Digitale Kluft zwischen Schule und zu Hause

Schweizer Schulen – die meisten sind am Netz.

(Keystone)

Immer mehr Schweizer Kinder haben in der Schule Zugang zu einem Internet-Computer. Aber sie nutzen Computer vor allem zu Hause zum Spielen.

In den Schweizer Volksschulen stehen über 59'000 Computer. Damit können 82% aller Schulen ihren Schülerinnen und Schülern einen Computerzugang bieten. Fast zwei Drittel der Maschinen sind am Internet angeschlossen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte.

Allerdings: Nur 19% aller Fünft- bis Neuntklässler brauchen den Computer mehrmals pro Woche in der Schule. 70% derselben Altersklasse sitzt dafür mehrmals pro Woche zu Hause vor dem Bildschirm - die meiste Zeit am Spielen.

Dass Computer in der Schule noch wenig gebraucht werden, liegt an der fehlenden Ausbildung der Lehrpersonen selber.

Hilfloser Umgang

"Der Wunsch ans Internet angeschlossen zu werden, ist enorm", sagte Marie-Claire Tabin, Präsidentin der welschen Lehrergewerkschaft, gegenüber swissinfo. "Allerdings wurde nicht immer genug nachgedacht, wie das Internet und Computer im Klassenzimmer einzusetzen sind."

Laut der Studie gibt es in der Volksschule durchschnittlich 1,5 Computer pro Schulklasse.

"Wer behaupten will, dass eine Schule wirklich am Netz ist, sollte je einen Computer für rund acht Schüler anbieten", fordert Tabin.

Aus- und Weiterbildung nötig

"Es besteht Handlungsbedarf bei der Ausbildung der Lehrpersonen", sagt auch Francis Moret von der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologie im Bildungswesen (SFIB). Allerdings sei die Lage viel weniger dramatisch als noch vor drei Jahren.

Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz trotzdem nicht so gut ab. Laut Zahlen der OECD liegen die Ausgaben der Schweiz deutlich unter jenen anderer Nationen. Dänemark, Finnland, Schweden oder auch die USA geben mehr Geld fürs Computerwesen im Bildungsbereich aus.

Computer im Lehrplan

Dass die Lehrpersonen viel weniger verstehen vom Computer als die Kinder, ist für Moret von der Fachstelle ein Vorurteil: Viele Schülerinnen und Schüler können zwar viel schneller mit den Geräten umgehen, aber das sei nicht das vorrangige Ziel des Computer-Unterrichts an der Schule.

"Wir müssen den Schülern beibringen, sich in der heutigen Welt von Computer und Handy wohl zu fühlen, und Informationen kritisch einzuordnen", erklärt Moret.

Seltene Lern-Software

Gewerkschafterin Tabin weist auf ein weiteres Problem hin: Lern-Software ist sehr rar. "Es müssen jetzt spezielle Programme entwickelt werden, die das Lernen auch vereinfachen", sagt sie.

Dass Computer nicht immer nützlich sind, weiss auch Moret von der Fachstelle. "Es ist Unsinn Computer zu brauchen, wenn sie nur Wandtafel und Kreide ersetzen."

Die althergebrachten Mittel haben jedoch einen Vorteil, der oft vergessen wird: Sie stürzen nicht ab. "Bei technischen Problemen können sich Lehrer nirgendwo hinwenden", sagt Tabin.

swissinfo


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