Dino Bellasis Schiessübungen ohne Folgen für dessen Vorgesetzte

Die verbotenen militärischen Schiessübungen mit privaten Waffen haben nur für Hauptmann Dino Bellasi Konsequenzen. Gegen ihn wird das militärische Strafverfahren fortgesetzt. Der suspendierte Nachrichtendienstchef Peter Regli erhält vorerst neue Aufgaben.

Dieser Inhalt wurde am 17. September 1999 - 08:44 publiziert

Die verbotenen militärischen Schiessübungen mit privaten Waffen haben nur für Hauptmann Dino Bellasi Konsequenzen. Gegen ihn wird das militärische Strafverfahren fortgesetzt. Der suspendierte Nachrichtendienstchef Peter Regli erhält vorerst neue Aufgaben.

Der Oberauditor der Armee, Dieter Weber, berichtete vor den Medien über die Ergebnisse der vorläufigen Beweisaufnahme, die der Klärung der Fakten und der Sicherung von Beweisen zu den verbotenen Schiessübungen mit Privatwaffen und -munition diente. Aufgrund der Ergebnisse ordnete er eine militärische Voruntersuchung gegen Bellasi an. Dabei soll der Vorwurf - Nichtbefolgen der Dienstvorschriften - detailliert untersucht werden.

Die Vorgesetzten von Bellasi, insbesondere Nachrichtendienstchef Peter Regli, waren mindestens über eine der Schiessübungen im Bild, denn Bellasi hatte in einem Rapport ausdrücklich auf die Verwendung der privaten Waffen hingewiesen. Die Vorgesetzten hätten reagieren müssen. Die Unterlassung sei aber als leichter Fall der Nichtbefolgung einer Dienstvorschrift zu qualifzieren und deshalb disziplinarisch zu ahnden. Die Angelegenheit sei ausserdem seit Mai 1998 verjährt.

Auf das Bellasi vorgeworfene Delikt stehen bis zu sechs Monate Gefängnis. Das Verfahren muss aber gemäss Weber nicht zu einer Anklage führen, sondern kann auch mit einem Strafmandat abgeschlossen oder gar eingestellt werden. Weil Bellasi aber wissentlich, willentlich und mehrfach gegen Dienstvorschriften
verstiess, kann gemäss Weber nicht von einem leichten Fall die Rede sein. Offen bleibt, ob das militärische ins zivile Verfahren intergriert wird.

Dino Bellasi, ein ehemaliger Buchhalter der Untergruppe Nachtrichtendienst, war am 13. August verhaftet worden. Der Hauptvorwurf gegen Bellasi lautet auf Veruntreuung von nahezu neun Millionen Franken Steuergeldern. Nach seiner Verhaftung erzählte Bellasi, seine Vorgesetzten hätten ihn mit dem Aufbau einer geheimen Nachrichtenorganisation betraut. Wenig später zog er diese Aussage wieder zurück. Seine Vorgesetzten, allen voran Divisionär Peter Regli als Chef des militärischen Nachrichtendienstes, wurden von ihren Ämtern suspendiert. Regli hat inzwischen die Aufgabe erhalten, sein an seiner früheren Arbeitsstelle angeeignetes Wissen zu ordnen und dem Armeearchiv zu übergeben. Ausserdem soll er den interimistischen Chef des Nachrichtendienstes bei dessen Arbeit unterstützen.

SRI und Agenturen

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