Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

One Man, One Vote Wahlrecht für Auslandschweizer: bei vielen generell umstritten

Pascale Bruderer und Philipp Müller

Erstmals können die "Ausland-Aargauer" im Herbst 2019 auch die Ständeräte wählen. Die bisherigen Pascale Bruderer und Philipp Müller treten nicht mehr an.

(Alexandra Wey/Keystone)

Äusserst knapp entschied der Kanton Aargau im September 2018, dass die Auslandschweizer auch bei Ständeratswahlen mitmachen können. Dagegen waren vor allem jene, die sich stark mit ihrem Kanton identifizieren. Dies ist das Resultat einer Analyse.

Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.chexterner Link. Hier äussern auch aussenstehende Autorinnen und Autoren ihre Ansichten. Ihre Positionen müssen sich nicht mit derjenigen von SWI swissinfo.ch decken.

Infobox Ende

Premiere für die 9300 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die im Kanton Aargau stimmberechtigt sind: Bei den Schweizer Parlamentswahlen von Oktober 2019 können sie erstmals auch die Ständeräte wählen. Also jene zwei Vertreter, die jedem Kanton in der Kleinen Kammer zustehen.

Was schon heute feststeht: Es werden zwei neue Köpfe sein. Denn das bisherige Aargauer Ständerats-Duo, die Sozialdemokratin Pascale Bruderer und ihr freisinniger Kollege Philipp Müller, tritt im Herbst nicht mehr an. 

Geteiltes Wahlrecht – "halbe Wähler"

Bis anhin konnten die stimmberechtigten "Ausland-Aargauer" nur die 15 Nationalrätinnen und -räte wählen, also die Mitglieder der Grossen Kammer des Schweizer Parlaments. 

50,7%: Mit dieser hauchdünnen Mehrheit haben die Stimmenden im Kanton Aargau im letzten September Ja gesagt zur rechtlichen Angleichung der Ständerats- an die Nationalratswahlen.

Bei solch knappen Entscheiden an der Urne interessiert natürlich, was den Ausschlag gab. Und hier haben die Forschenden des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) Antworten gefunden.

Das Zünglein an der Waage waren Stimmbürger, die über eine höhere Bildung verfügen und die politisch im links-grünen Lager angesiedelt sind. Es waren vor allem die Anhänger der Parteien SP, Grüne und GLP, die mehrheitlich für die rechtliche Gleichstellung von Ausland- und Inland-Aargauern bei Eidgenössischen Wahlen gestimmt hatten (Parteienschlüssel siehe Box).

Die Parteien

SVP: Schweizerische Volkspartei (rechtskonservativ)

SP: Sozialdemokratische Partei (links)

FDP.Die Liberalen: Freisinnig-Demokratische Partei (rechtsliberal)

CVP: Christlichdemokratische Volkspartei (Mitte/Rechts)

GPS: Grüne Partei der Schweiz (links)

GLP: Grünliberale Partei (Mitte)

BDP: Bürgerlich-Demokratische Partei (Mitte)

Infobox Ende

Auch die Anhänger von FDP und CVP, welche die politische Mitte oder Mitte/Rechts repräsentieren, votierten für das Ende der geteilten Wählerstimme für die "Ausland-Aargauer".

Diese Ergebnisse brachten eine Analyse, die auf einer Befragung von knapp 1200 Stimmberechtigten des Kantons beruht. Analyse und Umfrage wurden vom ZDA resp. dem Befragungsinstitut publitest durchgeführt.

Mit der Heimat verwurzelt

Das stärkste Argument auf Gewinnerseite war, dass die Wahlen in beide Kammern des Schweizer Parlaments nach gleichem Recht, also mit ungeteilter Stimme, erfolgen sollen.

Die Anhänger der SVP aus dem rechten Lager unterlagen zwar an der Urne äusserst knapp. Im Verlierer-Lager überwogen jene Stimmbürger, die sich stark mit dem Kanton Aargau identifizieren – sie lehnten die Vorlage mit 57% Nein ab.

Das Auslandschweizer-Wahlrechtexterner Link sei "bei einem nicht unerheblichen Teil der Stimmbevölkerung generell umstritten", folgern die Forschenden des ZDA daraus.


Der Autor auf Twitterexterner Link.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.