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Discovery mit drei Schweizer Experimenten ins All gestartet

Die Raumfähre Discovery in Cape Canaveral fertig zum Start.

(Keystone Archive)

Die Discovery ist am Dienstag von Cape Canaveral gestartet. Für Experimente an Bord der Internationalen Raumstation ISS steuert die Schweiz mehrere Forschungsgeräte bei.

Der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter wird während einer sechsmonatigen Mission die Arbeiten ausführen.

Thomas Reiter, der neu zu der zweiköpfigen Besatzung der ISS stösst, wird in der Schwerelosigkeit mit einem in der Schweiz hergestellten medizinischen Forschungsgerät experimentieren, das die Muskeln an Armen und Beinen stimuliert.

Das Gerät wurde an der Universität Genf in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Syderal in Gals entwickelt und von der ESA finanziert. Die Schweiz hat durch die Mitgliedschaft bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA Zugang zu den Forschungsergebnissen.

Von den Experimenten in der ISS erhoffen sich auch Zürcher Forscher neue Erkenntnisse für die Therapie von Schwindelpatienten: Mit Miniaturkameras in einem Brillenaufsatz können die Bewegungsreflexe der Augen erfasst werden. Das Gerät wurde am Schwindelzentrum des Zürcher Universitätsspitals entwickelt.

Ausbildung bei Claude Nicollier

Im September soll Reiter schliesslich ein Experiment der Gruppe für Weltraumbiologie der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der dem spinn-off-Firma Zero-g LifeTec ausführen, mit dem der Einfluss der Schwerelosigkeit auf das Verhalten weisser Blutkörperchen in einer Blutprobe getestet wird.

Die Blutproben sollen mit einer Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS gebracht werden.

"Thomas Reiter wurde im April vom Schweizer Astronauten Claude Nicollier speziell auf diesen Einsatz vorbereitet. Wir sind zuversichtlich, dass er seine Arbeit gut machen wird", sagte der Chef von LifeTec, Augusto Cogoli, gegenüber swissinfo.

Zweiter Versuch

Die Forscher erwarten neue Erkenntnisse über die Funktionsweise des Immunsystems. Es handelt sich um den zweiten Versuch der ETH, das Experiment durchzuführen: 2003 war das gleiche Experiment beim tragischen Absturz der Raumfähre Columbia zerstört worden.

Schliesslich führt die Discovery einige wichtige ESA-Ausrüstungen mit, die erst später verwendet werden. Sie sollen ins europäische Labor Columbus eingebaut werden, das im Herbst 2007 an die ISS angekoppelt werden soll. Dort werden in Zukunft auch schweizerische weltraumbiologische Experimente durchgeführt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweiz ist Gründungsmitglied der Europäischen Weltraumbehörde (ESA). Ihrer Weltraumindustrie gehören 54 Unternehmen und 28 Forschungsinstitute an.

Hauptspezialitäten sind Satelliten-Strukturen, Bodenausrüstungen, Optik-, Telekommunikations- und Zeitmessgeräte, Robotik, biologische Forschung in der Mikroschwerkraft und Überwachung der Klimaveränderungen.

Die Schweiz ist auch das Heimatland des Astronauten Claude Nicollier, den die NASA als ersten Nichtamerikaner zum Missionsspezialisten ernannt hat.

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