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Dresdner Bank wird für Commerzbank teurer als geplant (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2009 - 15:30 publiziert

(mit Aussagen aus Pressekonferenz)
FRANKFURT (awp international) - Die Dresdner Bank kommt die Commerzbank teurer zu stehen als geplant. Mit 2,5 Milliarden Euro wird die Integration rund eine halbe Milliarde mehr kosten als ursprünglich anvisiert. Dafür verspricht sich das Institut mittelfristig auch höhere Kosteneinsparungen aus der Übernahme. An den Zielen für die nächsten Jahre hält Commerzbank-Chef Martin Blessing dennoch fest: "Die 'Roadmap 2012' steht unverändert", sagte er auf dem Investorentag des Instituts in Frankfurt. Spätestens 2011 will er die Bank wieder in die schwarzen Zahlen führen. Damit die Commerzbank schon im kommenden Jahr wieder einen Gewinn schreibe, müsse "das Umfeld aber sehr positiv sein", sagte Blessing.
Vor gut einem Jahr hatte die Commerzbank die Dresdner Bank für etwa 5 Milliarden Euro gekauft und seither Quartal für Quartal rote Zahlen geschrieben. Die Integration liege voll im Plan, sagte Blessing. Die Marke soll im kommenden Jahr verschwinden, die Filialen werden sogar früher umgebaut als geplant. Auch der Stellenabbau gehe schneller voran als gedacht. Insgesamt streicht die Commerzbank 9.000 Arbeitsplätze, davon 6.500 in Deutschland. Dagegen verzögert sich die Integration der Computersysteme und verursacht mehr Kosten. Auch die Neuausrichtung des Investmentbankings fällt teurer aus als ursprünglich anvisiert. Einen Grossteil der 2,5 Milliarden Euro Integrationskosten will die Commerzbank in diesem Jahr verbuchen.
PRIVATKUNDEN UND MITTELSTAND
Gleichzeitig hofft die Commerzbank mittelfristig auf höhere Einsparungen als ursprünglich gedacht: "Wir investieren einmal 500 Millionen Euro und sparen so Jahr für Jahr 500 Millionen Euro zusätzlich", sagte Finanzvorstand Eric Strutz. Ab 2013 erwartet Strutz eine jährliche Kostenersparnis von 2,4 Milliarden Euro. Grössenvorteile im Einkauf und Synergieeffekte bei der Infrastruktur sollen sich dann auszahlen. Hinzu komme das deutlich reduzierte Investmentbanking: Die Commerzbank hat den Bereich bereits deutlich zurückgefahren und will sich künftig mehr auf Privatkunden und Mittelstand konzentrieren.
"Genau das war das Ziel der Dresdner-Bank-Akquisition, diese zwei Säulen zu stärken", sagte Blessing. Rund 70 Prozent des operativen Gewinns sollen die beiden Bereiche im Jahr 2012 liefern. Dann will die Commerzbank mehr als vier Milliarden Euro erwirtschaften. Diese Summe sei eine Mischung aus Kostensynergien, einer niedrigeren Risikovorsorge und höherer Erträge. Die Risikovorsorge für faule Kredite soll sich bis dahin halbieren. Nur noch zwei Milliarden will die Commerzbank in drei Jahren als Puffer zurücklegen. Den hohen Wert von diesem Jahr soll das Institut aber nicht mehr erreichen. Mehr als vier Milliarden Euro plant die Commerzbank 2009 als Puffer für faule Kredite ein. Im kommenden Jahr soll die Risikovorsorge wieder etwas sinken. Nach den Worten von Finanzvorstand Strutz wird das Niveau von 2008 angepeilt, als die Commerzbank sich mit 3,55 Milliarden Euro gegen Kreditausfälle wappnete.
'STILLE EINLAGE BLEIBT KERNKAPITAL'
Die übrigen Belastungen aus der Finanzkrise wie Wertberichtigungen auf Wertpapiere werden aber nach den Erwartungen der Commerzbank bis 2012 komplett zurückgehen. "Wir denken aber nicht, dass die Krise schon vollständig ausgeschwitzt sein wird im Jahr 2012", sagte Risikovorstand Stefan Schmittmann. Vor allem in der Schiffsfinanzierung schlummerten noch hohe Ausfallrisiken.
Die aktuelle Diskussion um die Kapitalausstattung kann Commerzbank-Chef Blessing gelassen sehen. "Wir gehen davon aus, dass die Stille Einlage als Tier-1-Kapital bleibt." Der Staat hatte der Commerzbank nach dem Kauf der Dresdner unter die Arme greifen müssen. Derzeit unterstützt die Bundesregierung das Institut noch mit 18 Milliarden Euro. Dank dieser Kapitalspritze konnte Blessing Ende September eine Kernkapitalquote (Tier-1) von 10,9 Prozent ausweisen. Mittelfristig soll der Wert zwischen sieben und neun Prozent liegen. Mit der Rückzahlung der Stillen Einlage hat Blessing deshalb nach wie vor keine Eile: Unter normalen Marktbedingungen soll das ab 2012 geschehen. Nur wenn sich die Märkte positiv entwickeln, könnte dies bereits ein Jahr früher der Fall sein./gr/stw/nl

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