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Basel (awp) - Die Dufry-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2010 sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich gesteigert. Nach einem eher düsteren Jahr 2009 für die Reisebranche allgemein hat es nun eine solide Erholung gegeben. Auch der Ausblick bleibt positiv - der Reisedetailhändler rechnet mit weiterem Wachstum.
Eine Dividende will Dufry wie im Vorjahr allerdings nicht ausschütten. "Unsere Empfehlung als Management ist, keine Dividende zu zahlen, aber die Entscheidung liegt beim Verwaltungsrat", sagte CEO Julian Diaz am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Es gebe derzeit andere Möglichkeiten, um Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.
GEWINN UND UMSATZ GESTEIGERT
Der Umsatz stieg um knapp 10% auf 2'610,2 Mio CHF, zu konstanten Währungen resultierte ein Plus von 15%. Das Betriebsergebnis legte auf Stufe EBITDA um knapp 14% auf 343,1 Mio CHF zu, auf Stufe EBIT um rund 21% auf 197,9 Mio CHF. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 144,8 Mio CHF, was einer Steigerung von knapp 50% entspricht. Nach Minderheiten wurde der Gewinn auf 116,6 Mio CHF mehr als verdreifacht.
Die gesamte Entwicklung im vergangenen Jahr bestätige die Strategie, sich auf Schwellenländer und Touristenziele zu konzentrieren, heisst es weiter. Die Rolle als Weltmarktführer im Reisedetailhandel sei nicht nur im Umsatzbereich, sondern auch mit Blick auf die Profitabilität gefestigt worden.
SÜDAMERIKA TOP-REGION
Während die Erholung in den entwickelten Märkten von Unsicherheiten aufgrund der hohen Schulden und einem schwächelnden Euro und US-Dollar geprägt waren, zeigten die Schwellenländer eine schnellere Erholung. Dufry habe von diesem Trend besonders in Südamerika profitiert. Entsprechend wurde das stärkste Umsatzplus in der Region Südamerika mit 39,5% zu konstanten Wechselkursen erzielt.
Stark wuchs auch die Region Nordamerika mit 11,6% zu konstanten Wechselkursen. Das Geschäft mit Hudson News habe seinen positiven Trend fortgesetzt, es wurden 66 neue Hudson News Shops eröffnet. Auch die Internationalisierung von Hudson sei vorangeschritten, bereits 74 Läden seien ausserhalb der USA und Kanada eröffnet worden.
Die Regionen Mittelamerika und Karibik wuchsen mit 6,4% zu konstanten Wechselkursen ähnlich wie die Region Europa mit 6,3%. Das karibische Geschäft habe sich stark entwickelt, in Mexiko gab es hingegen einen leichten Rücksetzer.
NEGATIVER EINFLUSS VON UNRUHEN IN AFRIKA
Stieg der Umsatz in der Region Afrika 2010 zu konstanten Wechselkursen noch um 5,3%, sei durch die Unruhen seit Jahresbeginn ein Rückgang um 10% zu verzeichnen, sagte der CEO. Es seien aber mittlerweile wieder klare Verbesserungen spürbar, besonders im ägyptischen Sharm el Sheikh habe sich die Lage entspannt.
Zusammen mit den Schneestürmen in den USA und Kanada zu Beginn des Jahres und den Unruhen in Nordafrika erwartet Dufry derzeit einen negativen Einfluss von 4% auf den gesamten Umsatz. "In den USA/Kanada wurden mehr als 20'000 Flüge gestrichen", führt Diaz aus. Neuigkeiten zu den Konzessionen in Rio de Janeiro gebe es unterdessen nicht.
AUSBLICK POSITIV - AKQUISITIONEN MÖGLICH
Der Ausblick bleibe grundsätzlich positiv, heisst es. Der Konzern erwartet ein weltweites Passagierwachstum von 4-5% und will organisch über diesem Wachstum liegen. Zudem gebe es Wachstumsmöglichkeiten durch Akquisitionen. Aktuell habe Dufry drei mittelgrosse Ziele ins Auge gefasst, die sich alle in Schwellenländern befänden und im Duty-Free-Bereich tätig seien, so Diaz.
Der Markt sei weiterhin stark fragmentiert, mehr als die Hälfte seien in der Hand kleinerer Anbieter. Gerade aufgrund des höheren Engagements in den Schwellenländern sieht sich Dufry für ein überdurchschnittliches Wachstum gut positioniert.
Die Markterwartungen wurden indes durch die Bank leicht verfehlt, und die Aktie kam über den Tag deutlich unter Druck. Am Nachmittag fallen die Titel um 4,2% während der SPI um 0,5% zulegt.
dm

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