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PARIS/MÜNCHEN (awp international) - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist zum Jahresstart trotz starker Geschäfte in die roten Zahlen geraten. Der ungünstige Dollarkurs führte im ersten Quartal unter dem Strich überraschend zu einem Verlust von 12 Millionen Euro - nach 103 Millionen Gewinn ein Jahr zuvor. Dank des Aufschwungs in der Luftfahrt kletterte der Umsatz jedoch auf den Rekordwert von fast zehn Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Wegen der starken Nachfrage erwägt der Vorstand, die Produktion des Kassenschlagers A320 weiter hochzufahren.
Die EADS-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Am Vormittag legte das Papier an der Pariser Börse um 3,90 Prozent auf 22,665 Euro zu und war damit zweitstärkster Wert im französischen CAC-40-Index .
RÜSTUNGSSPARTE LEIDET
Während das Geschäft bei Airbus, dem Hubschrauber-Hersteller Eurocopter und der Raumfahrtsparte Astrium brummte, litt die Rüstungssparte Cassidian unter den Kürzungen in den staatlichen Verteidigungsbudgets. Die übrigen Sparten konnten dies jedoch mehr als ausgleichen, sodass der Konzernumsatz um ein Zehntel auf 9,9 Milliarden Euro kletterte.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und ausserordentlichen Posten - bei EADS als EBIT bezeichnet - konnte sich auf auf 192 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Vor allem dank der Entwicklung bei Airbus schnitt das operative Geschäft deutlich besser ab als von Analysten erwartet.
Schwer machte dem Konzern jedoch der US-Dollar zu schaffen. Flugzeuge werden weltweit in Dollar gehandelt, und EADS hat deshalb hohe Dollarbestände auf dem Konto. Wegen der Schwäche des Dollars sank nun deren Wert in Euro, und dies zog das Konzernergebnis in den Keller. Auch im Gesamtjahr könnte dies dem Konzern den Jahresabschluss vermiesen, gestand EADS-Finanzchef Hans Peter Ring. "Das ist eine der entscheidenden Fragen für den Nettogewinn in diesem Jahr."
AUFTRAGSBOOM ERWARTET
Angesichts der weltweiten Begeisterung für die Neuauflage des Airbus A320 rechnet die EADS-Spitze unterdessen weiter mit einem Auftragsboom. Im Gesamtjahr soll Airbus insgesamt weiterhin 520 bis 530 Flugzeuge ausliefern und brutto noch mehr Neubestellungen hereinholen.
Bereits vier Monate nach Beginn der Entwicklung des A320neo liegen mehr als 330 Kaufzusagen für den Flieger vor, der als spritsparende Alternative ab Herbst 2015 ausgeliefert werden soll. Alleine die indische Fluggesellschaft IndiGo will 150 Maschinen des Typs abnehmen. In die Auftragsstatistik des ersten Quartals ging die Order allerdings noch nicht ein: Nach Abzug von Stornierungen und Umbestellungen kam Airbus im ersten Quartal lediglich auf einen zusätzlichen Auftrag.
A350 BLEIBT "HERAUSFORDERNDES" PROJEKT
Mit Argusaugen verfolgt die EADS-Spitze die Entwicklung des neuen Langstreckenfliegers A350. Zwar sei das grösste Rumpfteil der Maschine, die grossenteils aus Kohlefaser gebaut wird, fertiggestellt. Auch solle das erste Exemplar nach wie vor zwischen Juli und Dezember 2013 ausgeliefert werden. Dennoch bleibe das Projekt "herausfordernd", räumte der Vorstand ein. Im ersten Quartal lasteten die Entwicklungskosten für das Modell erneut auf dem Gewinn.
Auch der Airbus-Rivale Boeing hatte zuletzt mit hohen Entwicklungskosten für die Langstreckenmaschine 787 "Dreamliner" und des modernisierten Jumbo-Jets 747-8 zu kämpfen. Wegen der Neuauflage des A320neo denkt Boeing zudem über einen Nachfolger für seinen Kassenschlager 737 nach, der sonst gegenüber der Airbus-Konkurrenz ins Hintertreffen geraten könnte.
Die EADS-Spitze hält für 2011 jedenfalls an ihrer Prognose fest. Der Konzernumsatz soll den Vorjahreswert von 45,8 Milliarden Euro übertreffen. Einmaleffekte herausgerechnet, soll der Konzern im operativen Geschäft wie im Vorjahr 1,3 Milliarden Euro verdienen. Im ersten Quartal wurden davon 230 Millionen Euro erreicht./stw/she

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